28.10.2016

Infarkt auf dem Friedhof: Passanten retten Schriesheimer das Leben

73-Jähriger war auf dem Friedhof zusammengebrochen - Gärtnermeister Kimmel und eine Passantin hatten sofort erste Hilfe geleistet - Jetzt soll ein Defibrillator angeschafft werden

Hier geschah es am Dienstag: Gärtnermeister Heinz Kimmel war als einer der Ersten zur Stelle, um zu helfen. Foto: Dorn

Schriesheim. (cab) Bevor Bürgermeister Hansjörg Höfer am Mittwoch in die Tagesordnung des Gemeinderats einstieg, sprach er dem Fraktionssprecher der Freien Wähler, Gärtnermeister Heinz Kimmel, seine Anerkennung aus. Dieser war am Tag zuvor an der Rettung eines 73 Jahre alten Schriesheimers beteiligt gewesen, der auf dem Friedhof einen Herzinfarkt erlitten hatte. Am Ende der Sitzung ergriff Kimmel in den "Anfragen aus dem Gemeinderat" selbst das Wort zur Sache. Nicht ihm, sondern einer Passantin gebühre das größte Lob, habe diese doch mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung wesentlich zur Reanimation des Betroffenen beigetragen.

Kimmel lobt Passantin für Mund-zu-Mund-Beatmung

Der Freie Wähler unterstrich seine Bitte, einen Defibrillator zu beschaffen, der am Friedhof für Notfälle platziert wird. Das sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer zu.

Im Gespräch mit der RNZ erinnerte Kimmel gestern daran, dass bereits vor 14 Tagen eine Frau bei einer Beerdigung "umgefallen" sei. Ihr gehe es inzwischen wieder gut. Der Herzinfarkt-Patient vom vergangenen Dienstag sei inzwischen operiert worden. Dieser war gegen 11.30 Uhr neben der Friedhofskapelle zusammengebrochen, wie Kimmel schilderte. Er selbst war gerade dabei, Gräber zu bepflanzen. Eine Frau kam auf ihn zu und bat ihn, mit dem Handy Hilfe zu rufen. Doch das Gerät hing zu Hause am Ladekabel. Also strebte die Passantin zu ihrem Auto, um mit ihrem eigenen Telefon die 112 zu wählen. Kimmel eilte derweil zu dem Mann, der offenbar gerade dabei gewesen war, Erde mit dem Fahrrad und einem Karren zu einem Grab zu bringen. Auch andere kamen hinzu, um zu helfen.

Zunächst brachten sie den Patienten in Stabile Seitenlage, erkannten aber schnell, wie schlecht es um ihn stand. Ein Mann habe zunächst mit Herzdruckmassage zur Wiederbelebung begonnen, berichtete Kimmel. Er selbst habe die Hilfe koordiniert. Verbunden mit den Beatmungsbemühungen der Frau wurde die Zeit überbrückt, bis die Feuerwehr vor Ort eintraf.

Diese war nach dem abgesetzten Notruf von der Leitstelle ebenso alarmiert worden, wie der Rettungsdienst und der Notarzt. Die Feuerwehrsanitäter setzten die Reanimation mit einem Defibrillator fort, beatmeten den Mann weiter und setzten seinen Kreislauf wieder in Gang. Als der Notarzt am Friedhof ankam, war der Infarktpatient wieder so stabil, dass er transportiert werden konnte. Die Feuerwehr brachte es in ihrem Bericht schließlich auf den Punkt: "Durch das beherzte und vorbildliche Eingreifen der Passanten und das Funktionieren der Rettungskette konnte der 73-Jährige erfolgreich wiederbelebt werden."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung