25.11.2016

Schriesheim: Das Hort-Projekt muss warten

Der Zeitplan ist nicht mehr zu halten: Komplizierte Abrissarbeiten am Strahlenberger Schulpavillon verzögern Hort-Projekt

Schriesheim. (cab) Schon in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats war die Baustelle des Strahlenberger Schulpavillons ein Thema. Bürgermeister Hansjörg Höfer zeigte Verständnis für die Belastungen der Bürger, die hier in der Nähe wohnen, und erläuterte die Probleme, die sich während der Abrissarbeiten ergaben. Fest steht: Die ambitionierte Zeitplanung für das Projekt ist nicht mehr zu halten.

Höfer erläuterte, dass das Abbruchmaterial nicht mehr am Stück auf die Deponie gebracht werden dürfe. Der Gesetzgeber verlangt die Trennung der teils giftigen Stoffe - Asbest und Teerpappe nannte der Rathauschef als Beispiele. Dass die Nachbarhäuser bebten, erklärte er mit den Arbeiten am Fundament. Die Vibrationen durch den Presslufthammer hätten sich übertragen.

"Das ist schon grenzwertig"

Grundsätzlich, so Höfer, seien die Anwohner der Oberstadt schon seit Jahren von Baustellen in ihrer Umgebung geplagt. Der Pavillon, betonte er sarkastisch, sei jetzt der "krönende Abschluss". Das alles sei "schon grenzwertig", gab Höfer zu. Sogar eine Trafostation habe man verlegen müssen. Daher hatte man in der Nachbarschaft kürzlich wohl überraschend den Strom abgestellt. Vor der Aussprache zur Vergabe der Rohbauarbeiten für den künftigen Hort am Oberen Schulhof äußerte Höfer die Hoffnung, dass man nun im Boden auf keine bösen Überraschungen mehr stoße. Kompliziert war offenbar auch die Verschachtelung von Grundstücksgrenzen und Kellerräumen, die bis unter den Pavillon reichen. Außerdem, so Höfer, müsse man Teile der Bodenplatte nach Süden hin entfernen, wenn das neue Gebäude barrierefrei gestaltet werden solle. Anderenfalls bliebe eine Stufe.

Robert Hasenkopf-Konrad (GL) fand es erfreulich, dass für die Rohbauarbeiten fünf Angebote abgegeben wurden. Dann fragte er, ob es einen konkreten Zeitplan für die Fertigstellung des neuen Horts gebe. Dieser wird nämlich so schnell wie möglich gebraucht.

Zum Hintergrund: Die alten Hort-Container am Schulzentrum sollen als Übergangsquartier für den Nachwuchs aus dem Kindergarten "Kinderschachtel" dienen. Dieser wird neu gebaut, und nach bisherigem Stand der Dinge, der von der Verwaltung kommuniziert wurde, gibt es die dafür beantragten Fördermittel nur dann, wenn der neue Kindergarten bis Oktober 2018 fertig und abgerechnet ist. Was wiederum bedingt, dass die alte "Kinderschachtel" am besten schon im kommenden Frühjahr abgerissen wird und ihre Kinder bis dahin in die Hort-Container umgezogen sind. Und das geht nur, wenn die Hort-Kinder zu diesem Zeitpunkt schon in ihren neuen Räumen am oberen Schulhof in der Altstadt betreut werden.

Das wird aber so nicht klappen. Höfer meinte, es sei jetzt das Ziel, dass der neue Hort Ende 2017 steht. Verlässliches könne man dazu Ende Januar sagen, ergänzte er, als Frank Spingel (CDU) nachhakte. "Hoffen wir, dass uns der Winter keinen Strich durch die Rechnung macht", gab Hans Beckenbach (FW) zu bedenken.

Daumen drücken, Kosten halten

Es sei wichtig, den Zeitplan einzuhalten, betonte Sebastian Cuny (SPD). Man könne jetzt wohl nicht mehr tun als Daumen drücken. Und hoffen, dass auch die Kosten im Rahmen bleiben. Er betonte, dass die SPD der Rohbauvergabe "voller Überzeugung" zustimme: "Wir investieren hier in etwas, das wir wirklich wollen."

Schließlich bezog sich auch Wolfgang Renkenberger (FDP) auf die Zeitplanung: "Wir haben ein Ziel. Schauen wir halt mal."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung