27.11.2016

Auch am HSG Trauer um das Unfallopfer von Leutershausen

Von Stephanie Kuntermann

Hirschberg/Schriesheim. "Du warst nicht nur mein Bruder, sondern auch mein bester Freund, ich durfte Dir die Welt zeigen und so viele einzigartige Momente mit Dir teilen": Das schreibt im sozialen Netzwerk Facebook der Bruder des 18-jährigen Schülers, der am Donnerstagabend im Bereich des RNV-Bahnhofs in Hirschberg-Leutershausen von einer einfahrenden Straßenbahn erfasst und so schwer verletzt wurde, dass er noch am Unglücksort starb.

Die Facebook-Seite des Gymnasiasten füllt sich mit immer neuen Zuschriften - Freunde, Verwandte und Schulkameraden drücken ihre Trauer und ihr Entsetzen aus über den tragischen Unfall. Auch an seiner Schule, dem Heinrich-Sigmund-Gymnasium (HSG) auf dem Branich, herrscht gestern Fassungslosigkeit. "Da sieht man so ein Kind aufwachsen…", sagt Verwaltungsleiterin Veruschka Metzger und ringt um Fassung.

Gedenkstunde in der Turnhalle

An Unterricht ist nicht zu denken, überall stehen morgens die Schüler in Grüppchen beisammen, überall wird geweint; in der Turnhalle findet am Vormittag eine Gedenkstunde für den Jungen statt, der im kommenden Frühjahr sein Abitur hätte machen wollen. Bilder von ihm sind aufgehängt, Schulleiter Wolfgang Metzger hält eine Ansprache, Kerzen werden angezündet. Alle Schüler sind da, und auch viele Ehemalige kommen.

Keine 24 Stunden zuvor ist das Unglück passiert; Der Schüler kam mit dem Motorrad von seinem Wohnort Heiligkreuz und hatte offenbar vor, die Straßenbahn nach Heidelberg zu nehmen. Dort wollte er sich mit seiner Klasse treffen, um gemeinsam das Lessing-Stück "Nathan der Weise" im Theater zu sehen. Doch beim Überqueren der Gleise übersah er die Bahn, die in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war.

Viele seiner Mitschüler fahren gestern zur Unglücksstelle, wo sie Blumen niederlegen und Kerzen anzünden. "Am Samstag hättest Du Dein erstes Auto bekommen", schreibt der große Bruder noch, und: "Es ist einfach ungerecht, so einen Menschen wie Dich so früh aus dem Leben zu reißen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung