21.12.2016

Schriesheim: Startschuss für das "schnelle Internet"

Es läuft schon: Ab sofort können Verbraucher das Angebot "schnelles Internet" der Telekom buchen

Schriesheim. (sk) Absperrgitter an den Straßenecken, aufgebuddelte Gehwege und graue Verteilerkästen - dieser Anblick gehört seit dem Sommer zum Straßenbild. Dahinter stecken die Arbeiten der Telekom am schnelleren Internet, die bald abgeschlossen sein werden. Gestern trifft sich eine Gruppe von Verantwortlichen des Unternehmens und der Stadt an der Ecke Edelsteinstraße/Panoramastraße vor einem der Kästen, die korrekt "Multifunktionsgehäuse" heißen.

Surfen, telefonieren, fernsehen

Sebastian Bachem, bei der Telekom zuständig für den Tiefbau, gewährt einen Blick in die Metallkiste: Orangefarbene Röhren führen zu ihr hin, darin stecken sieben Kabelstränge. In jeden wurden mit Druckluft Glasfaserkabel "hineingeschossen", auf jedem können zehn Gigabyte Daten transportiert werden. Das heißt für den Verbraucher, dass Mengen von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich sind, wenn man Daten herunterlädt. Beim "Upload" sind mit den neuen Kabeln 40 Mbit/s möglich. Was im Alltag bedeutet, dass man ohne Schwierigkeiten gleichzeitig im Internet surfen, telefonieren und fernsehen kann. Über gelbe Kabel sind die Leitungen verbunden mit einem Schaltkästchen, mit dem 64 Haushalte angeschlossen werden können. Wenn ihre Bewohner sich dafür entscheiden, das Angebot "schnelles Internet" dazuzukaufen. Unter dem Kästchen ist noch viel Platz, und Bachem erklärt: "Wir können das jederzeit beliebig erweitern."

17 dieser Gehäuse gibt es in der gesamten Kernstadt, seit Juli wurden 8400 Meter Kabel verlegt, und nun können 5000 Haushalte angeschlossen werden. Später, sagt Telekom-Regiomanagerin Ana Pia Engel, sollen die Datenmengen noch größer werden: Ab 2018 könnten die Kunden dann Mengen von 250 Mbit/sec herunterladen. Doch nun soll es durch Drücken des sprichwörtlichen roten Knopfs erst mal grundsätzlich losgehen. Dafür hat sie ein besonders prächtiges Exemplar mitgebracht, das Bürgermeister Hansjörg Höfer nun betätigen darf. Es ist zwar nur eine Attrappe, weil die Lämpchen im "Multifunktionsgehäuse" längst leuchten. Aber Höfer muss den Knopf gleich mehrmals für das Foto drücken.

Geförderter Ausbau möglich

In den Ortsteilen wird man auf eine solche Szene wohl noch lange warten. Kürzlich waren die Probleme mit der schlechten Internetverbindung Thema im Ortschaftsrat (die RNZ berichtete), und Klagen darüber, dass Ursenbach abgehängt werde, wurden laut. Engel sagt dazu: "Ursenbach ist über die Vermittlungsstelle 0 62 20 angebunden." Und der Ausbau erfolge über die Vorwahlen. Weil das Unternehmen nicht die vollen Kosten dafür tragen will, dass bestehende "Deckungslücken" geschlossen werden, müssten die betroffenen Ortschaften Mittel aus dem Landesfördergesetz beantragen, so Engel: "Dann ist ein geförderter Ausbau möglich."

Bürgermeister Höfer gab den offiziellen Startschuss für das "schnelle Internet". Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung