13.01.2017

Zunahme an Schwerbehinderten in Schriesheim

Die Grünen-Arbeitsgruppe Barrierefreiheit legt aktuelle Schwerbehindertenstatistik für Schriesheim vor

Schriesheim. (cab) Es ist ihr Thema: Bürgermeisterstellvertreterin und Grünen-Stadträtin Barbara Schenk-Zitsch fordert jährlich beim Regierungspräsidium Stuttgart die aktuelle Statistik zu den registrierten Schwerbehinderten an, die in Schriesheim leben. Das tut Schenk-Zitsch, Mitglied in der Arbeitsgruppe Barrierefreiheit der Grünen Liste, jetzt schon seit über zehn Jahren und hält damit die breite Aufmerksamkeit für Menschen mit Handicap in unserer Mitte wach. Die jüngsten Zahlen datieren auf den 3. Januar. Demnach ist im Vergleich zum Dezember 2006 eine deutliche Zunahme an Schwerbehinderten in der Stadt zu verzeichnen. Gesunken ist lediglich die Zahl der Sehbehinderten.

Bei den Mobilitätsbehinderungen gibt es eine Zunahme um 22,39 Prozent von 1411 auf 1727 Bürger. 148 Sehbehinderten vor zehn Jahren stehen heuer 140 gegenüber. Ein Minus von 5,4 Prozent. Bei den Hörbehinderten verzeichnet Schenk-Zitsch ein Plus von 7,1 Prozent, von 169 auf 181 Betroffene. Neu in ihre Erhebung aufgenommen hat sie Menschen mit psychischen Störungen. Darunter fasst sie Psychosen, Neurosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Störungen der geistigen Entwicklung sowie Suchterkrankungen zusammen. Davon betroffen waren vor zehn Jahren 441 Menschen, heute sind es 572 (plus 29,7 Prozent).

Den deutlichen Rückgang bei der Zahl der Mitbürger mit Hirnerkrankungen von 270 auf 201 um 25,6 Prozent erklärt sich die Grünen-Stadträtin mit der inzwischen wirksameren Medikation.

Schriesheim hat mittlerweile über 15.000 Einwohner, nämlich mit Stand vom 4. Januar genau 15.079.- davon 13.041 in der Kernstadt, 1895 in Altenbach und 143 in Ursenbach. Fast jeder Sechste ist laut der Statistik von einer Schwerbehinderung betroffen.

So haben 11,45 Prozent aller Bürger eine Mobilitätsbehinderung, knapp ein Prozent ist seh-, gut ein Prozent ist hörbehindert. 3,8 Prozent sind psychisch krank. Schenk-Zitsch weist darauf hin, dass die Antragstellung für den Schwerbehindertenstatus aufwändig ist. Vielleicht sind die Dunkelziffern also höher.

Von den 1727 Mobilitätsbehinderten leiden unter einer Funktionseinschränkung der Wirbelsäule 332 Personen und der Gliedmaßen 436 Personen. In beidem eingeschränkt sind 809 Bürger. Acht sind querschnittsgelähmt, ebenso viele haben eines der unteren Gliedmaße verloren oder beide. 131 Menschen leiden unter Störungen des Hirnstoffwechsels mit neurologischen Ausfallserscheinungen am Bewegungsapparat.

Genau 13 der 140 Sehbehinderten sind blind. Zehn leiden unter einer hochgradigen Einschränkung des Sehvermögens, die übrigen sind laut Schenk-Zitsch in der Statistik unter "sonstigen Sehbehinderungen" verzeichnet. Bei den Hörbehinderten leidet der Großteil, das sind 177 Betroffene, unter Schwerhörigkeit in Kombination mit Gleichgewichtsstörungen. Zwei Bürger sind taub und in der Sprachentwicklung eingeschränkt. Das geht mit entsprechenden Störungen der geistigen Entwicklung einher.

Bei den psychischen Störungen unterteilen die statistischen Zahlen aus Stuttgart die Betroffenen in folgende Krankheitsbilder: Psychosen (71 Bürger), Neurosen- Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (432), Störungen der geistigen Entwicklung (41) und Suchterkrankungen (28).

Die gesamte Statistik beweist für Schenk-Zitsch, wie wichtig das inzwischen 16-jährige Engagement der Arbeitsgruppe Barrierefreiheit ihrer Wählervereinigung ist. Früh habe die Grüne Liste "die Zeichen der Zeit erkannt" und im Februar 2014 durch ihren Antrag für ein "barrierefreies Schriesheim" die Weichen für die intensive Beschäftigung der Verwaltung mit dieser Thematik forciert. Schließlich lobt die Bürgermeisterstellvertreterin ausdrücklich Karin Reichel, die städtische Inklusionsbeauftragte. Diese nehme sich der Zukunftsthemen Inklusion und Barrierefreiheit "mit großem Wissen, viel Herzblut und Engagement" an. Mit ihr kooperiere die Grünen-Arbeitsgruppe ebenso wie mit der Inklusionsbeauftragten der Arbeiterwohlfahrt, Idil Reineke. Auch in diesem Jahr.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung