03.02.2017

Mathaisemarkt Schriesheim: Sind Höfer die Probleme der Festplatz-Anwohner egal?

Keine Nachbesprechung nach Mathaisemarkt 2016 - Bürgermeister räumt hier Versäumnis ein - Den Vorwurf weist er aber zurück

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Der Marktausschuss trifft sich vor dem Mathaisemarkt noch einmal am 13. Februar um 19 Uhr. Eine Stunde hat die Verwaltung die Anwohner des Festplatzes ins Rathaus eingeladen. Um Anliegen oder Sorgen zu besprechen, die mit dem ersten großen Weinfest in der Region zusammenhängen. Auch konkrete Verbesserungsvorschläge wünscht sich Bürgermeister Hansjörg Höfer von den Bürgern. Er hat die Einladung an sie unterzeichnet: "Nur wenn wir Kenntnis von den Problemen haben, können wir uns darum bemühen, sie zu lösen", schreibt er. Stephan Schmitt aus der Steinachstraße glaubt allerdings nicht, dass Höfer den Belangen der Anwohner einen hohen Stellenwert beimisst.

Schmitts Zorn rührt her aus dem vergangenen Jahr. Direkt nach dem Mathaisemarkt hätten er "und eine ganze Reihe" anderer Anwohner einen Brief an den Bürgermeister geschrieben - mit der Bitte um eine Nachbesprechung. Die habe es nie gegeben. Geschweige denn sei der Brief beantwortet worden, so Schmitt in einem Schreiben an die RNZ. Die Bürger hätten den Rathauschef aber gerne auf die "erheblichen Mängel" hingewiesen. So sei die Musik im Festzelt viel zu laut gewesen. Gerade die Bässe hätten die Scheiben in den Häusern vibrieren lassen. Zudem hätten sich viele Betrunkene hinter dem Zelt auf der Schönauer Straße aufgehalten, weil hier mobile Toiletten aufgestellt worden waren. Hier sei ein "Brennpunkt" entstanden.

Geärgert haben sich die Anwohner auch über den Krach aus dem Festzelt von Ilona Böhm, wenn mitten in der Nacht Bierbänke zusammengeklappt wurden oder geputzt wurde. Dazu Schmitt: "Wie sich das Zusammenschlagen von Bierzelttischen in einem leeren Zelt anhört und wie das schallt, kann man sich gut vorstellen. Das könnte auch morgens ab 8 Uhr gemacht werden." So hätten es jedenfalls die Zeltwirte vor Böhm gehalten. Nicht zuletzt weist er auf ein Problem hin, das immer wieder ein Thema ist. Nicht selten erleichtern oder erbrechen sich Festbesucher in die Vorgärten rund um den Festplatz.

Dass ihm die Probleme der Anwohner quasi egal seien, weist Höfer zurück. Diese hätten bei ihm "einen hohen Stellenwert", betont er auf RNZ-Nachfrage. Er räumt allerdings ein Versäumnis ein: "Wir wollten die Nachbesprechung im vergangenen Jahr auch. Aber Frau Böhm war nach dem Mathaisemarkt erkrankt. Und danach geriet es in Vergessenheit. Diesen Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen", so Höfer. Auch habe Ilona Böhm, die ihr Hamel-Festzelt beim Mathaisemarkt 2016 erstmals aufschlug, sicher Fehler gemacht: "Aber das muss man ihr zugestehen. Sie wird aus diesen Erfahrungen lernen."

Dass man auf das Anliegen der Bürger seinerzeit nicht reagiert habe, sei aber falsch. Ordnungsamtsleiter Willy Philipp habe mit den Anwohnern das Gespräch gesucht, sei auf sie eingegangen und habe die Situation erklärt.

Dass die Anwohner und ihre Belastungen im unmittelbaren Umfeld des Festplatzes für die Verwaltung wichtig seien, gehe schon daraus hervor, dass man ihnen jedes Jahr eine Vorbesprechung anbiete, in der Anregungen und Probleme zur Sprache kommen können: "Bislang hat das auch immer gereicht", so Höfer. Zudem lade die Stadt jedes Jahr im Laufe des Mathaisemarkts zum "Anwohneressen" ein. Überdies stehe ihnen während des Festes eine Telefonnummer als direkter Draht zum Ordnungsamt zur Verfügung: "Die Betreuung der Bürger ist also gut", so Höfer.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung