07.02.2017

Umfrage zur Innenverdichtung Schriesheim diskutiert

Bauvoranfrage für Haus in der St.-Wolfgang-Straße entfacht im ATU Diskussion über Bürgerbefragung - Ja zu Volksbank-Umbau

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Sechs Tagesordnungspunkte, vier Ablehnungen: Das war vereinfacht gesehen die "Bilanz" der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU). Das Gremium tat sich allerdings nicht leicht mit seinem Votum, vor allem im Fall einer Bauvoranfrage in der St.-Wolfgang-Straße. Ein Eigentümer wollte wissen, ob er den rückwärtigen Garten mit einem weiteren Haus bebauen darf. "Das Grundstück liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans ’Schriesheim Süd’", erklärte Bauamts-Mitarbeiterin Beate Kreis. Hier würden die Baugrenzen im Verhältnis zur Grundstückstiefe gesehen, und das Vorhaben liege "komplett außerhalb der Baugrenzen".

Möglich wäre eine Änderung des Bebauungsplans; bereits vor neun Jahren machte die Stadt eine Umfrage dazu. Kreis berichtete: "Es wurden 14 Eigentümer angeschrieben, 13 antworteten, 12 hatten kein Interesse an einer Bebauung ihrer Grundstücke. Nur einer wollte es, und das war der damalige Antragsteller."

Erneute Befragung

Sebastian Cuny (SPD) plädierte dafür, die Umfrage zu wiederholen; nach fast zehn Jahren könnte sich einiges verändert haben, und Innenverdichtung, die neuen Wohnraum schaffe, sei "grundsätzlich gut". Hans Beckenbach (FW) und Michael Mittelstädt (CDU) hielten ein anderes Ergebnis für unwahrscheinlich: "Aber man kann es nicht ausschließen."

Grünen-Fraktionssprecher Christian Wolf stand einer Befragung skeptisch gegenüber: "Die Änderung hat sich als nicht wünschenswert für die Eigentümer erwiesen." Der Bauherr könne ja in Eigenregie eine Umfrage durchführen. "Wir sind ja gerade nicht besonders gut bestückt", formulierte er und meinte die personelle Besetzung des Bauamts, das ohne Leitung sei und dem man die Mehrarbeit nicht zumuten könne.

Es sei wichtig, die Innenverdichtung voranzutreiben, die Stadt habe die Möglichkeiten, eine Umfrage zu machen, "und es kann nicht das Problem des Bauherrn sein, dass wir keinen Stadtbaumeister haben", hielt Mittelstädt dagegen und war sich einig mit Cuny: "Man kann nicht den Eigentümer vorschicken." Dessen Vorschlag, eine erneute Befragung vorzunehmen, wurde mehrheitlich angenommen, dagegen war Wolf; ansonsten lehnte das Gremium die Bauvoranfrage einstimmig ab.

Während der ATU grünes Licht gab für eine Bauvoranfrage auf dem Branich (mit Ausnahme eines Kniestocks), lehnte er eine Garage in der Dr. Herrmann-Brunn-Straße, einen Balkon im Kleinen Mönch und eine Bauvoranfrage aus Altenbach ab. Dort soll ein Grundstück in der Kippstraße mit einem Sechs-Parteienhaus bebaut werden. Die Verwaltung empfehle die Ablehnung, bemerkte Kreis. Zum einen wegen eines zusätzlichen Geschosses, zum anderen wegen einer Baugrenzen-Überschreitung bei den Garagen. Karl Reidinger (CDU) stellte fest, dass das Grundstück an einer "markanten Stelle" innerhalb des Dorfes liege und monierte das Pultdacht (erlaubt sind in dem Gebiet Satteldächer): "Es ist fast schon ein Flachdach." Allgemein wurde genickt, als Kreis bemerkte: "Das Gebäude ist in sich zu massiv." Zustimmung gab es dafür zum Plan der Volksbank, ihre Filiale in der Bismarckstraße nicht abzureißen, sondern bei unveränderter Gebäude-Kubatur umzubauen und zu modernisieren. Wolf erklärte für alle: "Das begrüßen wir sehr."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung