08.02.2017

Kürzere Namen kommen an der Bergstraße in Mode

Welche Vornamen wurden im Jahr 2016 an Bergstraße und Neckar vergeben? Felix, Leonie und Marie stehen an der Spitze.

Von Frederick Mersi

Bergstraße-Neckar. Vornamen von Kleinkindern zu erraten, dürfte an Bergstraße und Neckar keine leichte Übung werden: Allein bei den im vergangenen Jahr geborenen Kindern stehen 362 verschiedene Namen zur Auswahl - von Adam bis Yusuf, von Alana bis Zümra.

Wer dennoch raten will, sollte auf Felix, Leonie oder Marie setzen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, in Schriesheim, Weinheim, Hirschberg, Ladenburg und Edingen-Neckarhausen richtig zu liegen, am höchsten: 15 Jungen in den Gemeinden erhielten im Jahr 2016 den Namen Felix, mit jeweils 16 Mädchen landeten Leonie und Marie an der Spitze der weiblichen Vornamen.

Frauke Rüdebusch von der Sprachberatung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GFDS) in Wiesbaden sieht einige Auffälligkeiten im Vergleich zur bundesweiten Namensauswahl 2015: "Felix steht bei uns zum Beispiel nur auf Platz 12, Leonie nur auf Platz 20."

Überdurchschnittlich häufig wurden Jungen an Bergstraße und Neckar Jakob, Jonathan oder Julian genannt. Alle drei Namen tauchen bei der RNZ-Erhebung in den Top Ten auf, bundesweit dagegen auf den Plätzen 14, 28 und 22. Auch der Name Daniel scheint hier beliebter zu sein als im Rest des Landes.

Alexander und Elias, die in Deutschland 2015 auf den Rängen zwei und drei lagen, kamen im vergangenen Jahr in der Umgebung dagegen nur auf Platz 14 beziehungsweise Platz 20.

Voll im Trend liegen die Bergsträßer, Ladenburger und Edinger und Neckarhäuser aber mit den Jungennamen Emil (11) und Anton (19): "Diese älteren Namen kommen wieder in Mode", sagt Rüdebusch.

Zudem würden bei Jungennamen seit einigen Jahren verstärkt weiche Konsonanten wie L, M und N verwendet. Beispiele dafür sind in der Region unter anderen Maximilian auf Platz zwei und Leon auf Platz sechs.

Bei den Mädchen sind Ida, Frieda, Lina und Leni(e) an Bergstraße und Neckar auffällig beliebt. Auch hier zeigt sich ein Trend: Immer mehr Eltern tendieren zu kürzeren Vornamen für den Nachwuchs.

"Das kann man im Vergleich zu den Listen von vor 30 Jahren sehr gut sehen", sagt Rüdebusch. Gegen Ende der 80er Jahre seien gerade bei den Jungen dreisilbige Vornamen viel häufiger vergeben worden, zum Beispiele Christopher oder Michael.

Verwechslungsgefahr besteht vor allem bei Mädchen-Vornamen mit einem "E" am Anfang: An Bergstraße und Neckar sind Elea, Elena und Eleni genau so vertreten wie Elina, Elisa, Ella, Ellen, Ellie, Emelie, Emilia und Emily. Dazu kommen noch Emine, Emma, Enisa und Elmedina.

Was Namen aus anderen Ländern und Kulturkreisen angeht, sind bei den Jungen Malik und bei den Mädchen Elif sehr beliebt. "Man muss sich aber klarmachen: Die meisten Namen, die wir in Deutschland verwenden, stammen aus anderen Sprachen - zum Beispiel aus dem Hebräischen", merkt Rüdebusch dazu an. Kaum einer der derzeit beliebtesten Namen sei germanischen Ursprungs.

Für die Hitliste der Vornamen an Bergstraße und Neckar hat die RNZ jeweils in Schriesheim, Weinheim, Hirschberg, Ladenburg und Edingen-Neckarhausen angefragt. Dennoch ist die Erhebung in Sachen statistischer Genauigkeit zumindest teilweise mit Vorsicht zu genießen: In den kleineren Gemeinden wurden von den Rathäusern die Vornamen der Kinder gemeldet, die dort als Einwohner registriert sind. In Weinheim gibt es aber nur Zahlen vom Standesamt, das ausschließlich Geburten erfasst.

Es ist also möglich, dass eine Anna in Weinheim geboren und dann in Schriesheim gemeldet wurde. In der RNZ-Statistik würde sie dann doppelt aufgeführt werden. Gleichzeitig könnte ein Samuel in Weinheim geboren sein und damit in unserer Erhebung auftauchen, obwohl er mit seiner Familie gar nicht an der Bergstraße wohnt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung