14.02.2017

Schriesheimer Medizinzentrum "Dok:Tor": Im April sind alle drin

Schriesheimer Medizinzentrum "Dok:Tor": Im April sind alle drinErste Nutzer bezogen jetzt auch das westliche Gebäude des Medizin- und Therapiezentrums "Dok:Tor" an der Landstraße

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Im "Dok:Cafe" sind gestern Mittag viele Tische besetzt. Handwerker kommen vorbei und holen sich belegte Brötchen aus dem Sortiment der Bäckerei Grimminger und nehmen Kaffee der Familie Ferrario mit. Längst ist im "Dok:Cafe" betriebsamer Alltag eingekehrt. Das gilt auch für die Praxen der Ärzte und Therapeuten, die hier an der Römerstraße, im östlichen Gebäude des Medizinzentrums "Dok:Tor", zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres eingezogen sind. Schon nach knapp einem halben Jahr seien sie nahezu komplett ausgelastet, sagt Kai Wachter. Der Arzt war Initiator des "Dok:Tor", dieser mutigen Mammutinvestition. Und obwohl noch nicht mal alles fertig ist, lächelt er schon gestern: "Das Risiko hat sich gelohnt." Zumal jetzt auch die Vollendung des westlichen Gebäudes an der Ladenburger Straße in Sicht ist.

Apotheker Johannes Opitz ist im Erdgeschoss bereits eingezogen, und auch die Zahnärzte Carola und Ulrich Holzmann haben im lichtdurchfluteten Obergeschoss die Arbeit in ihrer neuen Praxis und dem angeschlossenen Dentallabor aufgenommen. Bis zum 1. April werden Allgemeinmediziner Wachter und Kollegen ebenso folgen, wie Praxen für Gefäßchirurgie und Kinderzahnheilkunde sowie ein Hörgeräteakustiker und eine Praxisklinik. Momentan haben im Gebäude aber vor allem noch die Handwerker das Sagen, was sich jetzt nach und nach ändern soll.

Der Architekt des "Dok:Tor", Manfred M. Fischer, sagt, dass ungefähr bis Ende dieses Monats außen alles soweit fertig sein soll, dass das Gerüst abgebaut werden kann. Doch schon jetzt bekommen Wachter und seine Mitstreiter viele positive Rückmeldungen für das Ärztehausprojekt, in das sie zu neunt rund 14 Millionen Euro investiert haben: "Das Lob bezieht sich auf die Gebäude. Viele finden zudem die Idee einfach toll." Diese basiert darauf, Patienten unnötige Wege und Wartezeiten zu ersparen, wenn sie etwa die Hilfe von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen in Anspruch nehmen müssen. Hierfür planen die Mediziner und Therapeuten des "Dok:Tor" eine gemeinsame Terminkoordination: "Die Vernetzung bauen wir im Moment langsam auf", sagt Wachter. Im "Dok:Tor" wird ein moderner Ansatz der Patientenversorgung verfolgt. Das spiegelt sich auch in den Gebäuden rechts und links der B 3 sowie in ihrer Ausstattung wider. Opitz’ Apotheke und Holzmanns Praxis sind dafür gute Beispiele.

Betritt man die Räume des Zahnarztes, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. In je einem Atrium zu beiden Seiten des langen Ganges sorgen große Oberlichter für Helligkeit. Daneben gibt es weite Fensterflächen. Sogenannte "Living Surfaces" an den Wänden des Empfangs- und Wartebereichs sind der letzte Schrei in Sachen interaktiver Raumausstattung. Mit Hightech wird auch im Dentallabor gearbeitet, in dem der Zahnersatz auf 3 D-Basis und computergesteuert hergestellt wird. Aus Apotheken inzwischen bekannt sind Touch-Screens für die Kundenberatung und die Automaten, die die Schubfächer nach und nach ersetzen. Faszinierende Technik auch hier, die Opitz präsentiert.

Der Automat in seiner neuen Apotheke fasst rund 15.000 Artikel. Die Medikamente werden bei der Einlagerung erfasst, registriert, inventarisiert und mit einem vollautomatischen Greifarm in Regalen abgelegt und von hier aus auch ausgegeben. Das System erkennt sogar, wenn eine Kühlung der Arznei nötig ist und verstaut sie in den dafür vorgesehenen Fächern. Dieser Blick hinter die Kulissen steht exemplarisch für das "Dok:Tor", das zudem über zwei Tiefgaragen mit je 22 Stellplätzen sowie über insgesamt 24 oberirdische Parkplätze verfügt.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit soll es im Mai ein großes Eröffnungsfest mit Tag der offenen Tür geben: "Dann können wir sagen: Wir sind fertig", strahlt Wachter. Und sicher wird dann das "Dok:Cafe" die Gäste bewirten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung