23.02.2017

Mathaisemarkt-Festzelt: Kein Einlass für angetrunkene Jugendliche

Das verspricht Festzeltwirtin Ilona Böhm - Sie will Ruhestörungen der Anwohner in Grenzen halten

Schriesheim. (cab) Die Sicherheits- und Rettungskräfte sind auf den Mathaisemarkt vorbereitet. Gestern trafen sich Polizei, Rotes Kreuz, die Schriesheimer Feuerwehr, Festzeltwirtin Ilona Böhm und Vertreter der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) mit Bürgermeister Hansjörg Höfer sowie Amtsleiter Willy Philipp und Kirstin Fontius vom Ordnungsamt, um die Abläufe zu besprechen und um zu erörtern, was verbessert werden kann.

Wie berichtet, werden an der Tal- und an der Bismarckstraße dieses Jahr erstmals Betonbarrieren platziert. Eine Gefährdungslage liege nicht vor, so Höfer. Doch nach den Anschlägen von Nizza und Berlin will man alle Eventualitäten ausschließen. Mit der Feuerwehr ist das abgesprochen. Sie nimmt laut Kommandant Oliver Scherer die Schönauer- und die Römerstraße als Ausweichroute zur B 3 - in beiden Richtungen. Für den Festzug und den Umzug der Fanfarenzüge und Schlepper werden die 700 Kilogramm schweren Sperren beiseite geschafft.

Polizeisprecher Norbert Schätzle betonte, dass man noch mehr auf die Einhaltung der Sperrstunde achten werde, um nächtliche Ruhestörungen für die Anwohner möglichst in Grenzen zu halten: "Wir wollen ein Fest für die gesamte Bevölkerung", sagte er.

Festwirtin Böhm reagierte auf den Vorwurf der Bewohner nahe des Festzelts. Diese hatten unter anderem beklagt, dass nachts die Bierbankgarnituren abgeschlagen würden. Im Fachjargon heißt das "aufstuhlen". Damit werde man dieses Jahr beginnen, sobald die ersten Gäste das Festzelt verlassen, so Böhm. Sei der letzte Besucher draußen, sei alles erledigt: "So können wir die nächtliche Störung umgehen", sagte die Chefin der Firma Hamel-Zelt. Hergerichtet für den nächsten Tag werde das Festzelt dann morgens ab etwa 7 Uhr, ab 8 Uhr werde der Müll rausgebracht. Denn Böhm gab zu bedenken, dass das Zelt morgens um 10 Uhr wieder bereit sein müsse für die Gäste. Nach der "Maximum Sunshine Party" am Dienstag warte man mit dem Aufräumen aber bis Mittwoch. Denn an diesem Tag "ruht" der Mathaismarkt bekanntlich, und das Festzelt-Team kann sich Zeit lassen.

In Sachen Alkoholprävention setzt die Polizei auf Präsenz. Ihre Jugendsachbearbeiter werden unterwegs sein, ebenso flankierend die Schriesheimer Jugendsozialarbeit sowie der Jugendgemeinderat. Mit dem Roten Kreuz habe man zudem abgesprochen, so Weinheims Revierleiter Holger Behrendt, in welchen Fällen die Polizei hinzugezogen wird, wenn zu viel Alkohol der Behandlungsgrund für die Rotkreuzler ist.

Böhm sagte in Bezug auf die Präventionsbemühungen zu, dass sichtbar angetrunkene Jugendliche das Festzelt nicht betreten dürfen. Sie wird an den Wochenenden abends 18 Securityleute einsetzen, die auch die Einlass- und Ausweiskontrolle übernehmen. Sie brauche beim Mathaisemarkt mehr Personal als auf anderen Festen: "Auch weil der Anspruch höher ist", so Böhm.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung