04.03.2017

Mathaisemarkt Schriesheim: Besucher sind auch auf dem Piratenschiff sicher

Baurechtsamt, Feuerwehr und Ordnungsamt überprüften am Vormittag Schausteller auf dem Mathaisemarkt-Gelände

Auch die Hängebrücke hält: Louis Schneider (r.) führt Barbara Burgmer über das Fahrgeschäft „Pirate’s Adventure“ auf dem Schriesheimer Festplatz. Foto: Mersi

Schriesheim. (fjm) Im Bauch des Piratenschiffs auf dem Schriesheimer Mathaisenmarkt ist es stockfinster, nur durch eine Türöffnung scheint noch etwas Licht in das Labyrinth aus Brücken, Gängen und Treppen. Barbara Burgmer vom Baurechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises prüft das „Pirate’s Adventure“ am Freitagvormittag auf seine Sicherheit, als mit einem Krachen ein schwerer Balken von der Decke fällt. Die Ketten halten. Burgmer ist zufrieden.

Den Besuchern des Fahrgeschäfts wird der herunterfallende Balken wohl den ein oder anderen Schrecken einjagen, ganz wie von Louis Schneider und seinem Vater, den Betreibern des „Pirate’s Adventure“, gewünscht. Bei allem Spaß sind die Gäste aber sicher, wie Burgmer feststellt: keine Möglichkeit, sich an den Handläufen zu verletzen, keine zu hohen Stufen, alles wirkt standsicher und der hauseigene Kunststoff-Alligator beißt die Besucher nicht.

Auch sonst haben Burgmer und ihr Kollege Wolfgang Serr nicht viel zu beanstanden auf dem Festplatz. Viele Schausteller sind regelmäßig auf dem Mathaisemarkt vertreten und wissen, worauf es den Prüfern des Baurechtsamts ankommt. So wie die Köhler-Pfeiffer KG mit ihrem Märchenkarussell. Der Besitzer schaltet für Wolfgang Serr die Beleuchtung ein und legt das Prüfbuch mit dem aktuellen TÜV-Siegel vor. „Das ist praktisch die Baugenehmigung für Fahrgeschäfte“, erklärt Serr. Rechtlich gesehen sind sie sogenannte „Fliegende Bauten“ – nicht weil sie etwa über dem Boden schweben, sondern weil sie wiederholt aufgestellt und abgebaut werden. Jedes Bundesland hat dafür seine eigenen Vorschriften, in Baden-Württemberg sind diese in Paragraph 69 der Landesbauordnung enthalten. Allerdings gelten die Vorschriften erst für Schausteller mit einer gewissen Größe, Burgmer und Serr müssen also nicht jede Schießbude überprüfen. „Und wenn was richtig wild durch die Gegend fliegt, überlassen wir die Überprüfung dem TÜV“, sagt Serr, „die kennen sich damit besser aus.“

Beim Rundgang dabei sind auch Willy Philipp und Dominik Morast vom Schriesheimer Ordnungsamt, allerdings meist nur als Beobachter: „Es ist für uns interessant zu wissen, wo es Probleme gibt und welche Schausteller zuverlässig sind“, sagt Morast. Yvonne Splettstößer vom Wirtschaftskontrolldienst fehlt in diesem Jahr, die Überprüfung auf Einhaltung hygienischer Vorschriften bei der Essenszubereitung und Essensausgabe im Voraus ist freiwillig. Stichprobenartig kann das jedoch während des Mathaisemarkts nachgeholt werden.

Oliver Scherer, Kommandant der Schriesheimer Feuerwehr, durchkämmt dagegen schon heute jeden Essensstand und die Losbuden. Wichtig ist zum Beispiel, dass alle Betriebe mit Fritteusen auch einen Feuerlöscher greifbar haben, der gegen Fettbrände geeignet ist. Das gilt auch für die Gastronomen im Schaustellerzelt des Bunds der Selbstständigen (BDS). „Die Dekostoffe müssen mindestens schwer entflammbar sein“, mahnt Scherer außerdem.

Beim Stand von Winzer Max Jäck zündelt der Feuerwehrkommandant sicherheitshalber an ein paar Stoffherzen, die zur Dekoration angebracht sind: Nichts tut sich, die Betreiber hatten vorher extra noch einmal Imprägnier-Spray benutzt. „Unser Feuerlöscher hat sogar Bioschaum“, merkt Max Jäck an. Oliver Scherer betont, er gebe sich zwar auch mit Löschpulver zufrieden. Dem Schriesheimer BDS-Vorsitzenden Rolf W. Edelmann gibt er aber trotzdem mit auf den Weg, dass eine Aufrüstung auf Schaum nicht schlecht sei.

Nach etwas mehr als einer Stunde ist der Rundgang beendet, gravierende Mängel wurden keine gefunden. Im Festzelt muss noch die Dekoration imprägniert werden, damit zum Beispiel das Vordach über der Theke nicht so leicht anbrennen kann. Für den Abend sind bei der Krönung Pyroeffekte geplant, doch Oliver Scherer macht das keine Sorgen: „Wir werden auf jeden Fall selbst mit vor Ort sein.“ Da auch der TÜV nichts zu beanstanden hat, kann der Mathaisemarkt beginnen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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