07.03.2017

Festzug beim Schriesheimer Mathaisemarkt

Die RNZ war beim Festzug zum Mathaisemarkt 2017 in Schriesheim mit der Kamera dabei

Schriesheim. (RNZ) Tausende strömten den festzug beim Schriesheimer Mathaisemarkt. Unser Fotograf bernhard Kreutzer war mit der Kamera dabei. Frederick Mersi hat in einem Video Impressionen vom Festzug eingefangen.

Unter dem Zug-Motto "Schriesheimer Originale" gab es eine liebevoll-heiter gestaltete Würdigung von Menschen, Orten und Begebenheiten der Stadt
Von Carsten Blaue

Schriesheim. Galt das Motto für alle Fußgruppen und Mottowagen, so galt es auch für den gestrigen Festzug des Mathaisemarkts an sich: Er ist ein "Schriesheimer Original", das weit und breit seinesgleichen sucht. Die Vereine und Organisationen machen ihn dazu, weil sie die Themen Jahr für Jahr so originell und liebevoll umsetzen. Das war auch gestern so. Und ganz wichtig: Das Wetter hielt. Zwar gab es anfangs Regen. Aber auch die Sonne kam immer mal kurz raus. So war der Festzug mit seinen 58 Nummern wieder ein beliebter Anziehungspunkt für begeisterte Zuschauer aus der ganzen Region.

Bürgermeister Hansjörg Höfer hatte Recht in seinem Vorwort zur Festzugsbroschüre, die alle Zugnummern erläuterte: Das Thema "Schriesheimer Originale" sei spannend. Es rücke "alte Geschichten, Vereinstraditionen und lieb gewonnene Personen aus Schriesheims Politik und Vereinsleben in den Mittelpunkt". Der Verkehrsverein hatte sich mit seinem Mottowagen dem Maler Franz Piva (1911-1994) gewidmet, dem früheren Organisator der Festzüge und Gestalter des Zehntkellers.
Auch leibhaftige "Originale" waren dabei. Etwa Walter Lichtenberger vom Kiosk "Auszeit" an der Seite der Jugendgemeinderäte oder vor allem Ehrenbürger Peter Riehl, der vom Partnerschaftsverein als "Held in der Arena" und gemeinsam mit seinem Freund, dem Bürgermeister von Uzès, Jean-Luc Chapon, durch die Straßen gefahren wurde. Sie erinnerten an das Straßenfest von 1986, als ein Stier der Camargue in einer eigens auf dem Festplatz aufgebauten Arena nur Riehl kalt ließ. Schließlich grüßte "Bürgermeister Süd" Georg Morast weltmännisch von der Rolle des TVS, der damit auch US-Präsident Donald Trump auf die Schippe nahm: "Turnverein first". Die Fußballer nutzten die Gelegenheit, um ihrem langjährigen Zeugwart, Alfred Mohr, zu danken.

Die Thementafeln der Zugnummern hatte wieder Dekorateurin Stefanie Alles gemalt und beschriftet. "Noch e Vertelstund, Hölzl" war bei der Eintracht zu lesen, die den ehemaligen Ortspolizisten Valentin "Säwele" Hölzel (1848-1924) wieder zum Leben erweckte. Gretel Sperling aus Leutershausen war Apothekenbotin von Schriese nach "Hause" und lebte in der Erinnerung des OWK fort. Unvergessen ist auch der Pianist und Rockgitarrist Ralf Gabe, der im Dezember 2008 verstarb. Ihn verkörperte gestern Stephan Kraus-Vierling auf dem Wagen der Musikschule.
Zuvor war bei der Lyra Heinrich Krämer (1861-1932) als Barbier mit seinem "Löffeltrick" für eingefallene Wangen zu erleben. Und was wäre, wenn Altenbach wirklich eine Eisenbahn bekommen hätte? Die Naturfreunde ließen den Streich der Herren Herwig, Pressel und Grab Revue passieren, die einst festlich herausgeputzt als "Kommission der Eisenbahn" im Ort auftauchten - welch ein Streich! Und wann sah man schon mal eine ganze OEG im Festzug? Den Gespann- und Motorradrennsportlegenden Helmut Fath und Lothar John setzte der Automobilclub ein Denkmal, nachdem Ursenbachs Ortschaftsrat das "Dorf zwischen den Wäldern" und Lehrer Walter Haebler zu Originalen kürte.

Unvergessen auch Wilhelm Gassert, und Karl Schmitt, dargestellt von den "Grawwlern" beziehungsweise von den Schriesheimer Sportschützen. So war es ein Festzug, dem die Erinnerung an Schriesheimer Orte, Menschen und Begebenheiten auf würdige und erfrischend heitere Art gelang.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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