08.03.2017

SV Sandhausens Geschäftsführer Schork verhandelt schon mit Kocak

SV Sandhausens Geschäftsführer Schork verhandelt schon mit KocakOtmar Schork spricht mit Trainer Kenan Kocak bereits über eine Vertrags-Verlängerung

RNZ-Sportredakteur Claus Weber Sandhausens (l.) entlockte Kenan Kocak (2.v.l.) und Otmar Schork was bisher noch nicht bekannt war und Kapitän Stefan Kulovits (r.) verriet am Ende noch ein süßes Geheimnis. Der Talk am RNZ-Stand hat sich gelohnt. Foto: vaf

Von Wolfgang Brück

Schriesheim. Claus Weber ist nicht nur der umsichtige Vize-Ressortchef der RNZ-Sportredaktion und ein exzellenter Schreiber, er hat auch andere außergewöhnliche Fähigkeiten. Der 49-jährige Reilinger hat bei Ringer-Europameisterschaften moderiert und unlängst brachte er mit seinem Humor bei einem Umzug die Narren zum Lachen.

Eine knappe Woche nach Aschermittwoch kam am Dienstag beim Sporttalk der Rhein-Neckar-Zeitung beim Schriesheimer Mathaisemarkt der Fasnachter in ihm nur einmal zum Vorschein. Claus Weber fragte den Sandhäuser Kapitän Stefan Kulovits, wie er die Umstellung vom "Provinznest" Wien in die "Metropole" Sandhausen verkraftet habe. Der Spielführer des Zweitliga-Achten überhörte die Anspielung geflissentlich.

Dafür schaffte es der sympathische Journalist, Otmar Schork und Kenan Kocak zu entlocken, was bislang noch keiner wusste. Der Geschäftsführer und der Erfolgstrainer, der am Hardtwald die Lust am Fußball weckte, sprechen bereits über eine Verlängerung des im Sommer 2018 auslaufenden Vertrages. "Es ist kein Geheimnis, dass wir mit der Arbeit des Trainers sehr zufrieden sind", sagt Otmar Schork. "Ich fühle mich am Hardtwald sehr wohl", meint Kenan Kocak.

Auch der Zeitpunkt ist schon ins Auge gefasst. Kocak: "Wenn wir unser Saisonziel von 40 Punkten erreicht haben." Die Profis können demnach ihren Teil dazu beitragen, dass ihnen ihr Chef, der einen "respektvollen und menschlichen Umgang pflegt" (Kulovits) noch lange erhalten bleibt. Im besten Fall ist es in vier Wochen soweit - nach Siegen gegen Fürth (Sonntag, 13.30 Uhr), in Dresden und daheim gegen den VfL Bochum.

Natürlich war am dicht umlagerten RNZ-Stand auch die Entlassung von Ex-Trainer Alois Schwartz in Nürnberg ein Thema. "Für mich kommt die Entscheidung völlig überraschend", sagte Otmar Schork zum bereits achten (!) Trainer-Wechsel der laufenden Zweitliga-Saison. "Ich finde es bedauerlich", so der Geschäftsführer, "dass die Kontinuität zunehmend auf der Strecke bleibt."

Weil Schwartz seinen Abschied in Sandhausen seinerzeitt erst wenige Tage vor Trainingsbeginn bekannt gab und Sandhausen damit in eine schwierige Situation brachte, flogen damals am Ende die Fetzen. Dennoch, versichert Schork, empfinde er keine Schadenfreude. "Alois hat uns drei sorgenfreie Jahre beschert." Kocak, dessen Verhältnis zum Ex-Coach auch nicht ungetrübt war, will dem Kollegen sogar eine SMS schicken. Er sagt: "Ich freue mich nicht, wenn jemand seine Arbeit verliert."

Neugierig waren die Fans beim RNZ-Sporttalk auch. Der siebenjährige Björn aus Heidelberg wollte wissen, was Stefan Kulovits zu befürchten hat, wenn ihm ein Eigentor passiert. Freilich, der österreichische Nationalspieler hat’s allgemein nicht so mit den Toren. In 104 Spielen für Sandhausen gelang ihm noch kein einziger Treffer, zum Glück auch nicht ins falsche Gehäuse.

Auch abgestiegen ist der Wiener, der im April 34 Jahre alt wird, noch nie in seiner langen Karriere. Da Kulovits bereits bis Sommer 2018 verlängert hat, sollte Otmar Schorks Wunsch in Erfüllung gehen: "Wir wollen uns langfristig in der Zweiten Liga etablieren. Die Bundesliga ist kein Thema." Ein Teil vom Erfolgs-Geheimnis sei, verriet er, "dass Sandhausen mit Freude, mancher großer Klub dagegen mit Frust in der Zweiten Liga ist."

Ein langer Atem schadet grundsätzlich nicht. Schon im Alter von 6 Jahren wollte Stefan Kulovits Profi werden, mit 15, 16 hat er deshalb auf "Mädchen und Disko-Besuche" verzichtet. Es hat sich gelohnt. Der Kapitän ist glücklich mit Nicole, einer Erzieherin, verheiratet, das Paar wohnt in Mühlhausen und im Sommer bekommt die siebenjährige Lena ein Geschwisterchen. Noch ein Geheimnis, das gestern am RNZ-Stand gelüftet wurde.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung