17.03.2017

Polizei ist mit dem Mathaisemarkt dieses Jahr "äußerst zufrieden"

Wunderbares Wetter lockt an den letzten drei Tagen nochmals 65 000 Besucher auf das Volksfest

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Pünktlich zur RNZ-Weinprobe im Riesenrad "Juwel" auf dem Mathaisemarkt am Donnerstagnachmittag hörte der Regen auf. 150 Weinfreunde drehten ihre Runden. Sie genossen dabei vier Weine der Schriesheimer Winzergenossenschaft und später einen atemberaubenden Sonnenuntergang über der Rheinebene. Es war der gelungene Auftakt zu einem erfolgreichen Finale des Volksfests, das gestern mit dem Fanfarenzugtreffen, einer Ausstellung historischer Schlepper sowie mit dem Brillantfeuerwerk am Abend zu Ende ging.

Sonne satt und frühlingshafte Temperaturen lockten ab Freitag nach offizieller Zählung der Feuerwehr noch mal rund 65.000 Gäste auf das Marktgelände und in die Straußwirtschaften. Damit schloss der Mathaisemarkts mit insgesamt 124.000 Besuchern ab - gut 20.000 mehr als 2016.

"Damit bin ich voll und ganz zufrieden", sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer gestern im Bilanzgespräch mit den Sicherheits- und Rettungskräften. Ein positives Fazit zogen auch Polizeisprecher Norbert Schätzle und Schriesheims Postenleiter, Dirk Bachmann. Sie waren sogar "äußerst zufrieden". Seit dem Beginn des Mathaisemarkts am 3. März hatten die Beamten 27 Straftaten registriert, davon 13 Eigentums- und sieben Drogendelikte sowie vier Körperverletzungen. Drei Festbesucher kamen in Gewahrsam, drei erhielten Platzverweise. Fünf Jugendliche waren so betrunken, dass sie von ihren Eltern abgeholt werden mussten. Gleichwohl verzeichnete die Polizei weniger "Rucksacktrinker" bei ihren 160 Kontrollen im Rahmen des Jugendschutzes.

Detailliert berichtete Schätzle über fünf Vorkommnisse, in denen er jedoch keine Trübung seiner Gesamtbilanz sah. Drei davon ereigneten sich am Freitag. Nachmittags wurde eine 37-Jährige aus einer Personengruppe heraus mit einer Softair-Waffe beschossen und an der Wade leicht verletzt. Zudem habe sich die Frau Obszönitäten anhören müssen. Nach einem Verkehrsunfall am Abend musste eine 19 Jahre alte Festbesucherin mit dem Rettungswagen in eine Klinik gebracht werden. Sie hatte auf Höhe des Bahnhofs die Landstraße an einer Fußgängerampel überquert. Diese zeigte für sie allerdings rot. Ein 18-jähriger Volvo-Fahrer erfasste die junge Frau, die betrunken war: Ein Test ergab 1,1 Promille. Einen Nasenbeinbruch zog sich ein 17-Jähriger zu, als er abends in einem Zug der RNV-Linie 5 von der Zentgrafenstraße in Richtung Heidelberg fuhr. Noch vor dem Schriesheimer Bahnhof hatte ein Unbekannter einfach zugeschlagen und war danach mit sechs anderen am Bahnhof ausgestiegen.

Unweit des Festzelts wurde am späten Samstagabend ein 18-Jähriger aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe heraus provoziert und auf den Kopf geschlagen. Einzelne nahmen sich seine Kleidung vor und fanden so seinen Gelbbeutel, mit dem sie sich aus dem Staub machten. Darin waren der Personalausweis, die Scheckkarte, sein Führerschein sowie Bargeld. Das Opfer musste sich vom Rettungsdienst behandeln lassen. Auch am Autoscooter kam es an diesem Abend zu einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen. Ob dabei auf einen Beteiligten eingetreten und ein Messer gezogen wurde, sei Teil der Ermittlungen, so Schätzle.

Die Bereitschaftsleiterin des Roten Kreuzes, Stefanie Zöllner, zählte in ihrer Statistik genau 62 Patienten, die auf dem Mathaisemarkt versorgt werden mussten. 15 davon wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert, darunter zwei Jugendliche im Alter von 15 Jahren, die am zweiten Wochenende zu tief ins Glas geschaut hatten. Für die Schriesheimer Feuerwehr war die Bilanz übersichtlich.

Neben 836 Stunden Dienst für Absperrungen oder Wachen gab es nur vier Einsätze, die mit dem Volksfest zu tun hatten. Einer davon war kurios. Irgendwer hatte einen Getränkekasten an einen Gullideckel gekettet. Die Kameraden mussten das Vorhängeschloss knacken. Auch so etwas gab es beim Mathaisemarkt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung