17.03.2017

Sonne satt beim großen Mathaisemarkt-Finale

Mathaisemarkt klang am Wochenende mit Bilderbuchwetter aus - Die Feuerwehr zählte insgesamt 124.000 Besucher

Von Carsten Blaue

Schriesheim. "Es ging alles so schnell vorbei", sagte Weinkönigin Lisa Menges beim Rundgang des Gemeinderats am Samstagvormittag. Sie und ihre Prinzessinnen Annalena und Sophie hätten noch gar nicht richtig realisiert, was alles geschehen sei. Da sei es gut, in den nächsten Tagen nochmals die Fotos anzuschauen und alles zu verarbeiten. Ja, der Mathaisemarkt ist schon wieder zu Ende, und man fragt sich wirklich, wo die Zeit seit dem Krönungsabend am 3. März geblieben ist. Der strahlende Sonnenschein, blauer Himmel, frühlingshafte Temperaturen und das Programm lockten an den letzten drei Tagen nochmals Tausende in die Stadt zum Feiern, Bummeln, Schunkeln und Verweilen. Die Feuerwehr zählte seit Freitag 65.000 und insgesamt 124.000 Besucher.

Pünktlich zur RNZ-Riesenradweinprobe am vergangenen Donnerstag hatte der Regen ein Ende. Die Wolkendecke riss auf, und schloss sich bis zum großen Finale mit dem Fanfarenzugtreffen, der Schlepper-Ausstellung und dem Brillantfeuerwerk am gestrigen Abend nicht mehr. Die Schausteller, Krammarktbetreiber und Straußwirte konnten sich nochmals über regen Betrieb freuen: "Wir sind total zufrieden", sagte Ariane Haas-Bruch. Das Wetter am zweiten Wochenende habe auf dem Rummelplatz alles herausgerissen: "Was würde der Riehl jetzt sagen? ,Der Herrgott muss ein Schriesemer sein‘", lächelte die Marktmeisterin.

Auch der Vorsitzende des Schriesheimer Bundes der Selbständigen (BDS), Rolf W. Edelmann, strahlte gestern mit der Sonne um die Wette, als er eine Bilanz der BDS-Leistungsschau zog: "Die Mischung des Angebots hat einfach wieder gepasst. Unsere Aussteller aus Handwerk, Dienstleistung und Wellness haben das super gemacht. Sie wollen alle im nächsten Jahr wieder dabei sein". Edelmann gab zu, dass er nicht sicher gewesen sei, ob alles so klappt, wie er sich das vorstellt. Schließlich war der Wellness-Bereich neu. Es gab dieses Mal keine Autos im Zelt, dafür Motorräder. Und das Restaurant "La Perseria Mashti" hatte auch noch den Imbiss im Gastrobereich übernommen: "Alles ist aufgegangen", so Edelmann: "Die Erwartungen der Aussteller waren schon nach dem ersten Wochenende erfüllt oder übertroffen. Das ist nicht jedes Jahr so."

Auch in den Straußwirtschaften war nicht immer so viel Stimmung, wie bei diesem Mathaisemarkt - und das trotz strenger Sicherheitsvorgaben und festgelegter Besucherzahlen (zum Beispiel 300 im Zehntkeller oder 1700 im Festzelt). Da war Bürgermeister Hansjörg Höfer froh, dass sich auch Gastronomen aktiv am Marktgeschehen beteiligten - etwa der "Goldene Hirsch" in Kooperation mit "Forschners im Schützenhaus" aus Ladenburg, das Restaurant "Kaiser" oder der "Strahlenberger Hof". Dennoch sah Höfer ein "Kapazitätsproblem" in den Straußwirtschaften. Eine Idee, wie das zu lösen sei, habe er noch nicht, gab er im gestrigen Bilanzgespräch mit den Rettungs- und Sicherheitskräften zu: "Früher gab es eben immer noch den Keller beim Hauser."

Positiv fiel auch das Resümee von Festwirtin Ilona Böhm aus. Die Sonntage seien gut gewesen, der Montag schwach, und an allen anderen Tagen hatte sie ein volles Zelt. Die Bässe seien nicht zu heftig für die Anwohner in der Nachbarschaft gewesen, "und zwischen 0.15 und 0.30 Uhr waren wir immer fertig." Das bestätigte Polizeipostenleiter Dirk Bachmann und ergänzte: "Bei uns hat sich kein Anwohner gemeldet."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung