07.04.2017

Stadtführer ist "Meilenstein" in Sachen Inklusion

Stadt und AWO stellten Stadtführer "Schriesheim barrierefrei" vor - Auch im Internet verfügbar

Schriesheim. (capa) Für Bürgermeister Hansjörg Höfer ist das Projekt ein "Meilenstein": Der Stadtführer "Schriesheim barrierefrei" wurde am Donnerstag im Rathaus offiziell vorgestellt. Darin zu finden sind neben Ärzten, Apotheken und Therapeuten auch Restaurants sowie Einkaufsläden, die für Menschen mit Behinderung leichter zugänglich sind. Aber auch für Familien mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollatoren ist der Stadtführer vorgesehen.

Manfred Weißkopf, Kreisgeschäftsführer der AWO Rhein-Neckar, dankte den Organisatorinnen hinter dem Projekt und lobte das Ergebnis: "Andere Gemeinden könnten sich hiervon eine Scheibe abschneiden." Für ihn sei es schön, zu sehen, dass dieses Angebot so gut angenommen wurde.

"Für unsere Feriengäste wird der Stadtführer auch zum besseren Zurechtfinden hilfreich sein", sagte Karin Reichel, Inklusionsbeauftragte der Stadt. Schon im Voraus können sich körperlich oder geistig Benachteiligte informieren, welche Lokalitäten sie ohne Probleme besuchen können. Bürgermeister Höfer freute sich über die "höchst professionelle" Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Rhein-Neckar (AWO) und Inklusionslotsin Idil Reineke.

Vor etwa eineinhalb Jahren begann Reineke mit dem Projekt und machte sich zuerst auf die Suche nach Ärzten, Apotheken und Restaurants, die behindertenfreundlich gestaltet waren. Dann gesellte sich schnell auch der Einzelhandel dazu, und immer mehr Geschäfte befassten sich mit ihrem Erhebungsbogen.

Darin wurden Dinge wie Rollstuhlrampen, Türbreiten und Toilettensituationen abgefragt. Mithilfe von kleinen Symbolen kann man dem Führer direkt entnehmen, ob zum Beispiel ein Aufzug vorhanden ist oder Hilfe für Seh- und Hörbehinderte bereit steht. Die Broschüre ist außerdem in einfacher Sprache geschrieben. Überprüfen ließ Reineke die Piktogramme und das Design von einem Beirat, der aus vier Schriesheimern mit unterschiedlichen Benachteiligungen besteht. Das Team um Birgit Lang vom Sehwerk Reha-Team Schriesheim testete dann, ob der Stadtführer auch für Sehbehinderte geeignet ist. Bei der Gestaltung wurde bewusst auf Werbung verzichtet, um den Stadtführer möglichst übersichtlich zu gestalten.

Unterstützung für das Vorhaben kam laut Reineke auch von der "Aktion Mensch". Natalia Hammer von "Hammer-Gestaltung" kümmerte sich um das Layout. In der ersten Auflage wurden 500 Exemplare gedruckt, die Kosten hat die Stadt Schriesheim übernommen. Auch beratend stand die Stadt während der gesamten Zeit an Reinekes Seite.

Info: Ab sofort liegen die Stadtführer im Begegnungszen-trum "mittendrin", im Rathaus, den teilnehmenden Betrieben und bei der AWO Rhein-Neckar aus. Unter www.awo-rhein-neckar.de und auf der städtischen Internetseite gibt es künftig auch einen Stadtführer zum Herunterladen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung