28.04.2017

Heim hofft nun auf Einigung zwischen Stadt und Investor

Heim hofft nun auf Einigung zwischen Stadt und InvestorAusschuss für Technik und Umwelt lehnte Bauvoranfrage wegen zu massiver Bebauung ab - Neubau an sich wird aber befürwortet

Bis 2019 soll für das in die Jahre gekommene Altenheim Edelstein ein Neubau errichtet werden. Foto: Dorn

Schriesheim. (fjm) Ein Nein zur jetzigen Planung, aber ein Ja zum Projekt mit Vorgaben an den Investor - dafür entschied sich der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) in Sachen Neubau des Alten- und Pflegeheims "Edelstein" mehrheitlich in seiner Sitzung am Montag. Die Vorgehensweise wurde vorher im Gremium aber kontrovers diskutiert.

Der Grund: Die Pläne für den Neubau wirken den Mitgliedern des Ausschusses deutlich zu groß. "Die Massivität ist extrem", sagte Michael Mittelstädt von der CDU.

Ursprünglich hatte der Investor, die SWB Wohnstift Betriebsgesellschaft, eine Planung für zwei viergeschossige L-förmige Gebäude auf dem Grundstück in der Talstraße vorgesehen, dann bei einem der Häuser auf drei Geschosse reduziert. "Das reicht aber noch nicht, um die Massivität zu nehmen", fand SPD-Stadtrat Sebastian Cuny. Das liege vor allen Dingen an der Fassade in Richtung Talstraße. Einigkeit herrschte im Gremium darüber, die aktuelle Planung abzulehnen. Uneinig war man sich dagegen darüber, wie man nun in der weiteren Planung verfahren sollte. Die Mehrheit befürwortete die Aufstellung eines Bebauungsplans, um den Neubau auf dem Gelände grundsätzlich zu ermöglichen, bei der Planung aber Vorgaben machen zu können.

"Wir würden den Standort gerne halten", so Jutta Becker von den Freien Wählern. Die dreigeschossige Planung sei immerhin schon ein Schritt in die richtige Richtung. Michael Mittelstädt plädierte dafür, positive Signale an den Investor zu senden: "Wir haben es bei solchen Projekten bisher fast immer geschafft, uns gütlich zu einigen."

Christian Wolf von der Grünen Liste sprach sich jedoch mit Nachdruck gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans aus: "Wir geben damit das Gestaltungsrecht aus der Hand." Erst solle eine vernünftige Planung für das Seniorenzentrum vorgelegt werden, dann könne man den Bebauungsplan angehen. "So, wie wir das jetzt machen, wird das nichts", sagte Wolf. Man beginne mit einem Verfahren, das Kräfte binde, und wisse nicht, ob es zum Erfolg führt. Bürgermeister Hansjörg Höfer warnte dagegen davor, dass der Investor in diesem Fall aussteigen könnte. Einzelgebäude seien für das Altenheim sowieso unmöglich, da dieses dann nicht mehr seniorengerecht sei. "Wir hoffen, dass der Investor jetzt nicht abspringt", sagte Thomas Rufer vom Betreiberverein des Altenheims gestern auf Nachfrage der RNZ. Grundsätzlich befürworte der Verein ebenfalls eine weniger dichte Bebauung, doch das Projekt müsse sich für die SWB eben rechnen. "Ich bin aber zuversichtlich, dass man sich einigen wird", so Rufer.

Eine Sichtweise, die Christian Wolf am Montagabend nicht teilte: "Wir werden keiner Empfehlung zustimmen, einen Bebauungsplan aufzustellen." Beschlossen wurde dies mit vier Gegenstimmen der Grünen Liste.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung