28.04.2017

Flüchtlingsunterkunft soll integrativ belegt werden

In der neuen Flüchtlingsunterkunft der Gemeinde sollen auch Schriesheimer leben

Schriesheim. (fjm) Zur Unterbringung von Flüchtlingen mietet die Stadt zwei Doppelhaushälften von der Baugenossenschaft Familienheim Rhein-Neckar über einen Zeitraum von zehn Jahren an. Das hat der Gemeinderat am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Allerdings sollen dort, In den Fensenbäumen 22 und 22a bis c, nach Willen des Gremiums nicht nur geflüchtete Menschen, sondern auch hilfsbedürftige Schriesheimer unterkommen.

Mindestens eine der vier Wohnungen soll dafür laut einem Antrag der Grünen Liste (GL) zur Verfügung stehen, den die anderen Fraktionen einstimmig unterstützten.

"Flüchtlingsunterkünfte waren gestern, integratives Wohnen ist morgen", sagte GL-Stadtrat Christian Wolf, "und heute können wir ein Zeichen dafür setzen." Das sei eine Priorität der Landesregierung und in Schriesheim nötig: "Wir brauchen auch Wohnungen für Schriesheimer, die die Hilfe der Stadt benötigen." In Zeiten hoher Flüchtlingszahlen sei ein Fokus auf deren Unterbringung wichtig gewesen, nun müssten die Gedanken aber in die Zukunft gehen.

Die CDU unterstützte dieses Vorhaben: Die Ressourcen in Sachen Soziales Wohnen seien ernüchternd, sagte Michael Mittelstädt. Mit dem Wortlaut des Antrags könne man sich ebenfalls anfreunden. Das Wort "soll" ist hier von großer Bedeutung, denn daraus lässt sich keine Verpflichtung für die Stadt ableiten. Das heißt: Sofern viele Flüchtlinge untergebracht werden müssen und von Zwangsräumungen betroffene Schriesheimer anderswo untergebracht werden können, können die Doppelhaushälften auch als reine Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden.

"Wir sind dankbar, dass wir da flexibel sind", sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer. In der vergangenen Sitzung im März hatte das Gremium bereits durch eine entsprechende Widmung in der kommunalen Satzung die Weichen für eine gemischte Belegung der Unterkünfte gestellt. "Wir alle haben diese Absicht", sagte FDP-Stadtrat Wolfgang Renkenberger. Sebastian Cuny von der SPD lobte dieses "vorbildliche Konzept" zur kommunalen Anschlussunterbringung: "Wir haben hier die Chance Schriesheimern zu helfen, die Gefahr laufen, aus ihrer Stadt vertrieben zu werden."

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung