06.06.2017

Aus 50 Entwürfen wurden sechs Etiketten

Zehnklässlerinnen aus Kurpfalz-Realschule gestalteten Aufdrucke für Weinflaschen - Auch deren Inhalt wurde von Schülern angebaut

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Der "Schulwein" der Kurpfalz-Realschule ist künftig mit sechs unterschiedlichen Etiketten erhältlich. Dabei handelt es sich um die besten von rund 50 Entwürfen der Kunst-AG. Mit einem Baum, auf dem Trauben wachsen, überzeugte Rozalia Urbanski die Jury. Die Kuh-Karikatur, die aus dem Glas schlürft, stammt von Leyla Lux. Und jene mit Weinreben auf dem Kopf von Laura Barutzki. Mit einem Kuhkopf als Symbol für die Lage "Schriesheimer Kuhberg" begnügt sich Andrea Lichter. Auch Linda Findeisen und Rebecca Dykhoff haben das Thema gut getroffen.

Vor einigen Jahren hatte der stellvertretende Schulleiter, Michael Schneider, an der Schule die Weinberg-AG ins Leben gerufen. Seither sind Jugendliche für 300 Rebstöcke auf einem Wingert unterhalb der Strahlenburg verantwortlich. Sie übernehmen unter fachlicher Anleitung Arbeiten wie den Schnitt, das "Erziehen" der Reben - und die Lese.

Wenn auf dem Weinberg das Gras gemäht werden muss, sind sie ebenfalls zur Stelle. Der Wein wird in der Kellerei im Rosenhof hergestellt, zuletzt lag der Ertrag bei über 400 Flaschen.

Die Verbindung zu dem Betrieb kam wiederum durch einen ehemaligen Schüler von Michael Schneider zu Stande. Dieser versichert wiederum, der 2016er sei "ein sehr guter Jahrgang". Beim Etiketten-Wettbewerb gehörte er neben den Kunstlehrerinnen Gabriele Ludwig-Krahl und Franziska Latzusch zur Jury.

Bei der Auswahl waren sich die drei schnell einig: "Es springt einfach ins Auge, wenn etwas gut gemacht ist", so Gabriele Ludwig-Krahl. Demnach muss das Verhältnis zwischen Bild und Schrift passen. Beim "Weißburgunder trocken" war noch das dunkle Grün der Flasche zu beachten. Mit diesem harmonisiert der Trauben-Baum besonders gut. Die Kuh fehlt ganz, aber sie war ja auch kein Muss.

Ist es ein Zufall, dass nur Mädchen der zehnten Klassen unter die Erstplatzierten kamen? Nein, in diesem Alter seien Frauen wohl irgendwie kreativer, ist zu erfahren. Nur eine der Preisträgerinnen ist übrigens auch Mitglied in der Weinberg-AG. Die Etiketten waren in knapp zwei Stunden entworfen - den Schülerinnen ging das nach eigenen Angaben leicht von der Hand. "Bis wann sollte man den Wein denn getrunken haben?", will eine von ihnen wissen. Michael Schneider rät, den Weißburgunder nicht viel länger als ein Jahr zu lagern, sondern am besten jung und spritzig zu trinken. "Er passt sehr gut zu Spargel", lautet seine Empfehlung. Die diesjährige Spargelsaison dauert bekanntlich noch knapp drei Wochen.

Die 0,75-Liter-Flaschen sind ein beliebtes Geschenk zu schulischen Anlässen - und ansonsten ausschließlich im Sekretariat erhältlich. Wer welche kaufen will, kann sich nun auch das gewünschte Etikett aussuchen. Bei der Prämierung erhielten die Schülerinnen eine Flasche mit ihrem Entwurf. Sie sind alle über 16 Jahre alt und dürfen schon ein Gläschen Weißburgunder trinken - der ja so schnell wie möglich serviert werden sollte.

Und wie wird der Jahrgang 2017? Eine Prognose ist nach Worten von Michael Schneider eigentlich gar nicht möglich. Immerhin: Frostschäden gab es am Kuhberg nicht. Wie sich die Trauben entwickeln, hängt von der Witterung der nächsten Monate ab. Ein sonniger Herbst mit kühlen Nächten verspricht die beste Qualität. Ganz schlecht wäre, wenn es die Lese verhageln würde.

Konrektor Michael Scheider, die Jury und die Schülerinnen präsentierten stolz die Weinflaschen sowie die darauf angebrachten Etiketten, bei deren künstlerischer Gestaltung zumeist der Bezug zum Herkunftsort des Rebsafts - dem Kuhberg - gewahrt wurde. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung