06.06.2017

Erster Platz bei Kampagne "bunt statt blau"

Eine Zeichnung gegen Komasaufen entwarfen Emma Jakob und Greta Behringen

Alkohol oder Leben? Das entscheide sich schon beim Einkauf, finden zwei Schülerinnen aus dem Schriesheimer Kurpfalzgymnasium. Sie haben die Stuttgarter Jury überzeugt und es jetzt in den Bundeswettbewerb geschafft. Foto: zg

Von Maren Wagner

Schriesheim/Stuttgart. "Das Bild soll ausdrücken, dass man sich schon während des Einkaufs für oder gegen das Komasaufen entscheidet", sagt Emma Jakob. Die 15 Jahre alte Schülerin, des Kurpfalz-Gymnasiums in Schriesheim ist gerade aus Stuttgart zurückgekommen. Dort wurden sie und ihre Klassenkameradin Greta Behringer aus der 9b am gestrigen Freitag mit dem ersten Platz beider Kunstkampagne "bunt statt blau" von der DAK-Krankenkasse und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, ausgezeichnet.

Die Kampagne "bunt statt blau" zielt darauf ab, Jugendliche vor dem sogenannten Komasaufen zu warnen. Dabei wird sehr viel Alkohol in kurzer Zeit getrunken. Bundesweit knapp 7000 Schüler haben im Frühjahr Kunstwerke gegen diesen gefährlichen Trend geschaffen. Die besten aus Baden-Württemberg wurden in der Stuttgarter Max-Eyth-Schule ausgezeichnet.

"Die stetig rückläufigen Zahlen von Heranwachsenden, welche aufgrund einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, geben Anlass zur Hoffnung", wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Schirmherr der Kampagne, in einer Pressemeldung der DAK zitiert, "gleichwohl gibt es immer noch eine zu hohe Anzahl von Alkoholeskapaden bei Kindern und Jugendlichen".

Besonders beim Komatrinken werde aus Spaß sehr schnell Ernst. Kretschmann: "Gerade deshalb ist es wichtig, eine Initiative wie ,bunt statt blau‘ gegen den Alkoholmissbrauch zu unterstützen."

Bei der Siegerehrung in Stuttgart sagte Siegfried Euerle, Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit Baden-Württemberg: "Wenn es um den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen geht, sind junge Künstler die glaubwürdigsten Botschafter." Die Bilder der Jugendlichen aus dem ganzen Land verdeutlichten offen und schonungslos die Risiken des Rauschtrinkens, zeigten aber auch Alternativen auf.

So wie das Plakat von Emma und Greta, das den Titel "Du entscheidest" trägt. Es zeigt zwei Regalreihen in einem Supermarkt. Die bunte Seite ist mit "Leben" überschrieben, die blaue Regalreihe mit "Alkohol". Jeder kann sich also entscheiden, ob er zum Alkohol greift und möglicherweise im Rausch und Nebel landet - oder eben nicht.

Schon ganz zu Beginn hätten sie und Greta gewusst, dass sie diese Entscheidung in Form eines Weges darstellen wollten, sagt Emma. Und so kamen sie dann auf die Idee mit dem Supermarkt, denn dort könnten die Spirituosen ja schließlich gekauft werden. Nach einer Bundesstatistik landeten 2015 erneut rund 22.000 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Auch in Baden-Württemberg gab es über 2700 Betroffene. Experten fordern daher, weiter intensiv über die Risiken des Rauschtrinkens aufzuklären.

Den Plakatwettbewerb "bunt statt blau" gibt es seit acht Jahren. Mit inzwischen rund 87.000 Teilnehmern gilt er laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung als beispielhafte Präventionskampagne .

Auch das KGS hat schon mehrfach am Wettbewerb teilgenommen, noch nie hätten es Schüler aber unter die ersten Drei geschafft, sagt Emma. Als sie am gestrigen Freitag mit ihrer Kunstlehrerin nach Stuttgart zur Preisverleihung fuhr, habe sie noch nicht geahnt, dass am Ende der erste Platz rauskommen würde. Und so war die Freude und die Überraschung noch größer.

Im Juni wählt eine Bundesjury unter anderem mit der Sängerin Grace Capristo die Bundesgewinner aus. Und wer weiß, vielleicht kommen die Sieger dann erneut aus Schriesheim? "Im Internet stehen momentan erst wir und fünf andere Landessieger", sagt Emma. Und deren Plakate seien alle gut.

Bis die Entscheidung gefallen ist, wird es also noch spannend. Wenn Emma und Greta es erneut unter die ersten Drei schaffen, dürfen sie nach Berlin fahren. Jetzt geht es für die beiden Schülerinnen aber erst mal in die verdienten Pfingstferien.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung