04.07.2017

Schriesheimer wurden falsch informiert

Achtwöchige Vollsperrung des Abschnitts zwischen Bahnhofsstraße und Theodor-Körner-Straße - Tiefgaragen sollen erreichbar bleiben

Schriesheim. (fjm) Das Unverständnis der Bewohner war groß: Vor dem gestrigen Beginn der Sanierungsarbeiten an der Schillerstraße hatte die Baugesellschaft Hauck, die den Auftrag übernommen hat, alle Betroffenen über eine achtwöchige Vollsperrung des Abschnitts zwischen Bahnhofsstraße und Theodor-Körner-Straße informiert. Eine Belastung für alle Anwohner, besonders aber für das Betreute Wohnen der AWO Rhein-Neckar, das dort angesiedelt ist.

"Wir sind alle ein bisschen vom Glauben abgefallen, als wir das gelesen haben", sagte zum Beispiel Vanessa Weil. Die 39-Jährige ist unheilbar an Krebs erkrankt und wie viele Bewohner der Einrichtung stark in ihrer Mobilität eingeschränkt.

Das Auto weiter weg abstellen zu müssen und die Tiefgarage der AWO nicht benutzen zu können, wäre für sie eine enorme zusätzliche Anstrengung. "Klar muss man das alles machen", so Weil, aber die Zufahrt zu sperren, müsse vermeidbar sein. Auf Nachfrage beim Stadtbauamt stellte sich heraus: Die Schillerstraße wird während der Bauarbeiten gar nicht vollgesperrt.

"Das ist Quatsch"

"Das ist Quatsch", sagte Bauamtsleiter Markus Schäfer gestern der RNZ. Die Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage der AWO bleibe erhalten: "Das war eine falsche Information." Mit der Baufirma sei abgesprochen, dass das Betreute Wohnen weiterhin seine Tiefgarage nutzen könne. Insofern müsse man sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Die zuständige Baufirma war zuletzt durch Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten in Burgweg, Oberer Bergstraße und Dossenheimer Weg in die Schlagzeilen geraten: Manchmal waren die Mitarbeiter zu spät auf den Baustellen erschienen, manchmal tat sich tagelang überhaupt nichts. Als Begründung wurden Krankheitsfälle, ein Mangel an Fachkräften und die Geschäftsaufgabe eines Subunternehmers genannt.

In dieser Hinsicht gab es gestern eine gute Nachricht zu vermelden: Die ersten Arbeiter erschienen pünktlich zu dem Zeitpunkt, den Stadt und Baugesellschaft vereinbart hatten. "Sie haben die Autofahrer auch sehr freundlich darauf hingewiesen, dass eine Zufahrt erhalten bleibt", so Weil. Die Bauarbeiten sollen bis zum 25. August andauern.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung