13.07.2017

Am Rande der Kapazitäten

96 Mannschaften kamen zum traditionellen Jugendfußballturnier des SV Schriesheim - Anderen Vereinen blieb nur die Warteliste

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Eine Rekordbeteiligung konnte der SV Schriesheim schon im Vorfeld verbuchen: Insgesamt 96 Mannschaften aus sechs Altersklassen nahmen am ersten Juliwochenende am "Berg- straßencup" teil, im vergangenen Jahr waren es noch 55 gewesen. Seit nunmehr 14 Jahren lädt die Jugendabteilung kurz vor der Sommerpause Jugendmannschaften aus den umliegenden Fußballkreisen auf das Sportgelände ein. "Wir hatten auch noch eine Warteliste", sagte Organisator Sebastian Schromm, "damit konnten wir die Plätze von den wenigen Mannschaften, die wieder abgesagt hatten, gut auffüllen."

Die Hundert zu knacken wäre für den SV zwar reizvoll, aber bei zwei Plätzen schlichtweg nicht machbar gewesen. "Die D-Jugend spielt zum Beispiel auf dem Großfeld, da sind maximal 16 Mannschaften möglich", erläuterte Schromm. Die spielten am Samstag nach dem klassischen EM-Modus, inklusive Viertel- und Halbfinale. Im Endspiel standen sich schließlich der FV Nußloch, der wohl von allen Mannschaften die weiteste Anfahrt hatte, und die Gastgeber vom SV Schriesheim gegenüber. Nach spannenden zehn Minuten ging der Siegerpokal an die Gäste aus dem Fußballkreis Heidelberg. Kurios war zuvor die Tabellensituation in einer Vorrundengruppe: Da alle Partien mit torlosen Unentschieden endeten, mussten drei Elfmeterschießen die Entscheidung um den Einzug in das Viertelfinale bringen.

Den Auftakt hatten am Freitag bereits die C-Junioren gemacht. Turniersieger der acht teilnehmenden Mannschaften wurde der VfB Gartenstadt, der sich im Elfmeterschießen knapp mit 5:4 gegen den ASC Neuenheim durchsetzte.

Direkt im Anschluss an die D-Jugend fand das E-Junioren-Turnier mit 20 Mannschaften statt. Turnierleiter Albrecht Morast hatte es dabei nicht immer leicht: Parallel wurde auf vier Kleinfeldern, sowohl auf dem Rasen- als auch auf dem Naturrasen, gespielt. Die 48 Turnierspiele in dieser Altersklasse mussten also von Jugendspielern aus den eigenen Reihen und Jugendtrainern geleitet werden. In einem knappen Schriesheimer Finale setzte sich die Erste Mannschaft des SV Schriesheim gegen die Dritte durch.

Weitere 20 Teams fanden sich am Sonntag zum Bambini-Spielfest auf dem Sportgelände ein. Da in der jüngsten Altersklasse keine Sieger ermittelt werden, durften sich hinterher alle Teilnehmer über Gummibärchen und Medaillen freuen. Parallel dazu fand ein kleines D-Juniorinnen-Turnier statt. Hier ging der TSV Amicitia Viernheim als Sieger hervor, wobei sich alle teilnehmenden Mädchen am Turnierende über ein Eis freuen durften. Den Abschluss bildete schließlich die F-Jugend mit 24 Teams. Auch hier gab es Sachpreise für alle Kinder.

Warum der Bergstraßencup bei Jugendmannschaften so begehrt ist, konnte Organisator Sebastian Schromm auch nach dem Turnier nicht genau sagen. "Aber wir haben sicherlich nicht die hässlichste Anlage im Umkreis." Außerdem sei das fünfköpfige Organisationsteam eingespielt, die Abläufe funktionierten reibungslos.

Etabliert hat sich auch der Verkaufsstand der Zweiten Herrenmannschaft um Trainer Markus Gohlke: Sie verkauften während des Turniers rund 250 "Strahlenburger" an Groß und Klein. Nachgeordert werden mussten am Sonntag gleich zweimal Pommes und Bratwürste. Für den Wirtschaftsbetrieb war Heinz Sündermann verantwortlich, etwa 40 Eltern halfen dabei. "Das war auch wichtig für unsere Kasse", sagte Schromm, "denn das Turnier ist ein wichtiges Standbein unserer Jugendarbeit."

Für den Bergstraßencup nutzte der SV Schriesheim (in Weiß-Rot) auch den Rasenplatz, der als reguläre Spielstätte eigentlich abgemeldet ist. Die Gastmannschaften, wie hier die D-Junioren der DJK Feudenheim (in Blau), kamen aus den umliegenden Fußballkreisen. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung