13.07.2017

Fahrradweg soll "bis nächstes Jahr" angegangen werden

Altenbacher Bürger und Stadtverwaltung erörterten verschiedene Wege zur Realisierung bei Infoveranstaltung am Dienstagabend

Schriesheim-Altenbach. (nip) Gerne würden die Altenbacher häufiger mit dem Fahrrad zu Veranstaltungen in die Stadt hinunterfahren. Oder ihre Kinder mit dem Rad auf den Weg schicken: Zur körperlichen Ertüchtigung oder einfach zum Besuch der weiterführenden Schulen in Schriesheim. Doch das wollen die Altenbacher nicht: "Viel zu gefährlich", befand ein Vater am Dienstagabend bei einer Infoveranstaltung der Stadt zu einem möglichen Radweg zwischen Kernstadt und Ortsteil. Die Landstraße zwischen Schriesheim und Altenbach werde von Autofahrern als Rennstrecke missbraucht.

Neben ökologischen Aspekten und dem Trend, aufs E-Bike umzusteigen, waren das einige Argumente, die auch nach Ansicht von Bürgermeister Hansjörg Höfer dafür sprechen, eine sichere Radwegverbindung zwischen Schriesheim und Altenbach zu schaffen. "Und Ihre Anzahl heute Abend zeigt ja, dass der Bedarf da ist", meinte er in Richtung der rund 30 Anwesenden in der Verwaltungsstelle. Nützlich war an diesem Infoabend insbesondere der Sachverstand von Berthold Epp und seiner Frau Susanne, sodass irgendwann der Vorschlag im Raum stand, Epp zum "städtischen Fahrradbeauftragten" zu ernennen.

Ein Scherz, den Höfer aufgriff: Er wolle das Protokoll mit der Auflistung aller Argumente pro Fahrradweg mit Epp noch einmal durchgehen, bevor man es dem Rhein-Neckar-Kreis möglichst noch vor der Sommerpause vorlegen werde, damit Schriesheim ins Mobilitätskonzept des Landes aufgenommen werden kann.

"Der Rhein-Neckar-Kreis wird uns sagen, welches Programm für uns infrage kommt", hofft der Bürgermeister. Auch beim Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe wollen sich die Altenbacher Hilfe holen: Dort gebe es einen Koordinator, an den man sich wenden könne, sagte Epp. Möglich wäre es auch, einen Experten vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) für eine Informationsveranstaltung einzuladen, kam es aus der Runde.

Die Stadt hat mehrere Optionen zur Einrichtung eines Radweges: Entlang der Landstraße, wobei sie da nicht Herrin des Verfahrens wäre, sondern das RP für die Planung und den Bau, zumindest finanziell, verantwortlich zeichnen würde. Höfer rechnet bei einem solchen Projekt mit Kosten in Millionenhöhe.

Denkbar wäre es auch, eine Aufnahme ins Landesprogramm "Radwege an Landstraßen" zu beantragen, die Epp favorisierte. Schließlich wären kurzfristige kombinierte Maßnahmen möglich. Der Gehweg im Bereich des Branichtunnels könnte für den Radverkehr ausgewiesen und Teile der Straße mit Signalstreifen markiert werden, sodass eine Sicherheitsspur für Radfahrer entstünde. Warnschilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen würden Autofahrer für den Radverkehr sensibilisieren.

Höfer brachte auch den Waldweg hinter dem Waldschwimmbad ins Spiel: "Hier hätten wir die Hoheit und könnten etwas tun." Dieser Weg sei aber sicher nur jahreszeitlich eingeschränkt nutzbar. Außerdem müsste man eine allzu steile Rampe entschärfen und für einen anderen Belag sorgen, erklärte ein Bürger. "Wir werden überlegen, wie man das macht. Bis nächstes Jahr sollten wir das angehen", meinte der Bürgermeister.

Die Stadt hat Hausaufgaben aus Altenbach bekommen, denn sie wird für das Projekt das Verkehrsaufkommen zwischen Schriesheim und Altenbach ermitteln müssen, sowie den Bedarf nach einem Radweg. Letzteres könnte man über Listen machen, die man am Ort auslege, schlug ein anderer Bürger vor.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung