17.07.2017

Was Altenbach so alles kann

Breites Repertoire von Instrumentalisten und Chören - Veranstalter zogen positives Fazit

Von Carolina Paul

Schriesheim-Altenbach. Ein Erfolg auf ganzer Linie war die erste Altenbacher "NightSession" des katholischen Kirchenchors St. Michael, die nicht ohne Grund den Beinamen "Ein Dorf musiziert" erhalten hatte: Vier Chöre, drei Instrumentalisten, ein Musikverein und eine Jazz-Band füllten die katholische Kirche und ihren Vorplatz am Samstagabend mit Klängen und Besuchern.

Zwischen den Auftritten wurde jeweils für eine Viertelstunde eine Pause eingelegt, sodass sich die Gäste auf dem Vorplatz Bratwürste, Steaks und Fischbrötchen schmecken lassen konnten. Den Ausschank der Getränke übernahmen die Gastgeber selbst, das Catering überließen sie einem professionellen Dienstleister.

Den musikalischen Anfang machte der Grundschulchor unter der Leitung von Martin Wörner, der das Publikum mit Liedern wie "Kookaburra", dem "Urwald-song" von Peter Schindler oder dem mündlich überlieferten Song "Zwei kleine Wölfe" nach Australien, in die Tierwelt und den Dschungel entführte. Für seine Darbietung erhielt der musikalische Nachwuchs eine Spende für den Chor.

Dann betrat der evangelische Kirchenchor mit Dirigent Ernst Kratzert die Bühne, der tosenden Applaus für sein A-cappella-Stück "Halleluja" von Karl-Heinz Jäger erntete und sogar eine Zugabe sang. Das Publikum auf den Kirchbänken klatschte im Rhythmus mit, bevor Monika Rinneberg und ihr Sohn David mit ihrem Auftritt Abwechslung ins Programm brachten.

Von einem Duett auf Querflöte und Oboe von Fritz Flemming wechselten die beiden zum Cello und spielten anspruchsvolle vier Sätze von Georg Friedrich Händels Sonate in e-Moll. Nach einem kleinen Ortswechsel lud der Musikverein Dossenheim auf den Vorplatz ein, wo das Publikum unter freiem Himmel die moderne Blasmusik des Orchesters von Marcel Hamaekers genießen konnte.

Wieder zurück im Kircheninneren schienen die Bänke von Auftritt zu Auftritt immer voller zu werden. Mit Jazzmusik erfüllte die "PePeMC.Shultz"-Band anschließend die katholische Kirche. Nicht nur der Song "Sway", sondern auch die flotte Keyboard-Begleitung und beeindruckende Kontrabasssoli rissen die Altenbacher mit.

Angestrahlt von der Abendsonne, die durch die bunten Kirchenfenster fiel, spielte die Combo feinste Jazzmusik. Ihr folgte Musikschüler Leon Dawkins, der bei "Jugend musiziert" 2015 den Regional- und Landeswettbewerb gewann. Er spielte zwei beeindruckende Stücke auf seiner Akustikgitarre. Nur der Klang des Musikinstrumentes war zu vernehmen, als er ohne Noten "Asturias" von Isaac Albeniz spielte. Während des gesamten Abends sei es nie so still gewesen, fiel Moderator Hans-Peter Pröll auf.

Die Bilanz von Peter Reinhardt fiel angesichts der begnadeten Künstler und den zahlreichen Besuchern positiv aus: "Wir sind sehr zufrieden." Die Kombination aus Musik und vergnüglichem Zusammensitzen funktioniere gut. Lange Schlangen vor der Bonkasse und voll besetzte Kirchbänke gaben ihm recht. Gute Stimmung herrschte auch unter den Besuchern der ersten "NightSession", die das musikalische Repertoire ihres Dorfes bestaunten.

Auch der Liederkranz mit den "CHORKids" nahm teil und nutzte die hervorragende Akustik der Kirche voll aus. Auf eine gute Mischung von modernen Titeln und älteren Chorliedern setzte der Gastgeber und seine Solisten Isabel Störmer, Nina Di Noto, Hans-Peter Pröll und Stefan Fitzer bei ihren Auftritten. Mit der Taizé-Andacht ging schließlich ein Abend zu Ende, der nach Wiederholung verlangt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung