21.07.2017

Arbeitsgruppe legt eigenen Mergel-Plan vor

Winzer und Naturschützer wollen nur etwa fünf Hektar Planie bei Rebflurneuordnung - Vertrauen in offizielle Planung verloren

Ein ungewöhnlicher Schulterschluss für eine "kleine Lösung": Wolfgang Fischer (AG Naturschutz), Dermot O’Connor vom BUND, die Winzer Georg Bielig und Gerhard Olbert, Winfried Krämer von der Winzergenossenschaft und Michael Wink (AG Naturschutz, v.l.). Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Von dem Ergebnis ihres ungewöhnlichen Schulterschlusses sind die sieben Mitglieder des Konzeptteams aus Schriesheim und Dossenheim überzeugt: Als Vertreter von Winzergenossenschaft (WG), Naturschutzverbänden und freien Winzern haben Winfried Krämer, Georg Bielig, Michael Wink, Dermot O’Connor, Helke Hubrich, Gerhard Olbert und Wolfgang Fischer eine eigene Grobplanung für die vorgesehene Rebflurneuordnung im Gewann "Mergel" zwischen den beiden Gemeinden vorgestellt.

Eigentlich ist dafür das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung zuständig: Mehrere Informationsveranstaltungen gab es bereits, zwei Entwürfe hat die Behörde schon vorgelegt. Allerdings befürchten Winzer und Naturschützer, dass nach diesen Plänen etwa 16 Hektar planiert werden sollen - was aus ihrer Sicht weder notwendig noch sinnvoll wäre. "Wir wollen so wenig Planie wie möglich, aber so viel wie nötig", sagt Winfried Krämer, Aufsichtsratsvorsitzender der WG.

Konkret heißt das: Nur etwa fünf statt sechszehn Hektar des Gewanns "Mergel" würden planiert werden, die Neuordnung würde sich weitestgehend auf den Ausbau vorhandener Wege entlang topografischer Linien beschränken. Für die Winzer geht es neben den Zufahrten zu den Anbauflächen vor allem um die Vermeidung von Ernteausfällen. "Wenn man großflächig planiert, hat man bis zu vier Jahre keinen Ertrag", so Krämer.

Michael Wink von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Naturschutz lobt den gemeinsamen Entwurf: "Wir sind uns einig geworden, dass wir gar nicht so unterschiedliche Ziele haben." Die aktuelle Planung des Landesamts wäre seiner Ansicht nach dagegen "das Aus" für das von der Neuordnung betroffene "Natura 2000"-Schutzgebiet.

Die Eigeninitiative begründet das Team mit verloren gegangenem Vertrauen in das offizielle Verfahren: "Die Sitzungen waren wenig vertrauenserweckend, im Protokoll blieben von konkreten Vorschlägen der Betroffenen nur vage Formulierungen", sagt Krämer, "also haben wir die Notbremse gezogen." Auch von den Grundstückseigentümern habe sich niemand positiv über die Pläne des Landesamts geäußert. Dermot O’Connor vom BUND sagt: "Es wurde über unsere Köpfe hinweggeplant."

Jetzt hat die Gruppe ihre Ergebnisse den Gemeinderatsfraktionen und Bürgermeister Hansjörg Höfer vorgelegt. Aus den Parteien seien ausschließlich positive Rückmeldungen gekommen, sagen die Initiatoren. Höfer hat die Grobplanung inzwischen ans Landesamt weitergeleitet, das den Entwurf auf seine Machbarkeit prüfen soll. Eine persönliche Stellungnahme zu den Plänen der Gruppe vermied Höfer gestern im Gespräch mit der RNZ: "Das muss jetzt erst einmal von der Fachbehörde geprüft werden."

Die Initiative von Winzern und Naturschützern begrüßte er: "Sie haben sich da wirklich viel Arbeit gemacht." Zugleich betonte Höfer, das formale Verfahren in Sachen Flurneuordnung laufe weiter: "Wir sind auf einem Stand, wo die Ideen noch zusammenfließen."

Die Planungsgruppe legt sich dagegen auf die Ausmaße ihres Entwurfs fest: "So weit gehen wir mit, oder wir machen gar nichts", sagt Krämer. Und das, obwohl die Winzergenossenschaft ursprünglich selbst Bedarf für eine Rebflurneuordnung im "Mergel" angemeldet hatte. Wolfgang Fischer von der AG Naturschutz drückt es etwas weniger deutlich aus: "Wichtig ist jetzt, dass die Behörde sich den Entwurf wohlwollend anschaut."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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