04.08.2017

Ursenbacher Dorfgemeinschaftsfest mit "Gardenparty" wurde zum Erfolg

Ein Anstoß zum Feiern und Sanieren - Zehntel des Erlöses für Instandsetzung des Feuerwehrhauses

Von Nicoline Pilz

Schriesheim-Ursenbach. "Ist das nicht ein herrlicher Abend?" Die Besucherin des munteren Ursenbacher Dorfgemeinschaftsfests lässt den Blick schweifen über Wälder, Hügel und runter ins Tal. Die Dämmerung färbt die Landschaft dunkler, die Sonne geht langsam in einem Rot unter, das für den nächsten Tag auf gutes Wetter hoffen lässt. Es ist schön hier oben in der klaren Luft und beim Fest mit Freunden.
Die Band „Gardenparty“ um Klaus Schenk und Jörg Dalmolin (v. r.) brachte die Besucher zum Tanzen.

"Kann es etwas Besseres geben?", fragt auch Wolfgang Amann, Gründer der T-Band, die am Samstag, 19. August, in Verbundenheit zum Sängerchor hier wieder auftreten wird. "Unser Sommerfest, das wir gemeinsam mit der T-Band feiern", erklärt Sängerchor-Vorsitzender Wolfgang Blochlin. Entstanden ist die sommerliche Festkooperation deshalb, weil Sänger Klaus Schenk nach einer neuen Location für seine Geburtstagsparty zum Runden gesucht hatte und die Sänger ganz unkompliziert erklärten: "Mach es doch bei uns."

Auch das Ursenbacher Dorfgemeinschaftsfest hat seine Tradition, wie Löschgruppenleiter Markus Fath erzählt: 1969 habe man die Einweihung des Feuerwehrhauses begangen. Im Anschluss daran entstand aus dieser Feier wieder etwas Neues, getragen vom Sängerchor und der Löschgruppe der Feuerwehr. Dass die laue Sommernacht lang werden könnte, lässt schon der 83er Lionel-Richie-Hit "All night long" erahnen, den Klaus Schenk am Mikrofon von "Gardenparty" gerade anstimmt. "Fiesta forever", heißt es in dem Song, und das passt nach Ursenbach.

"Ursenbach liegt mir am Herzen", sagt auch Michael Schenk, der Chef von "Epicto". Mit der Firma für Veranstaltungs- und Konferenztechnik liegt sein Arbeitsplatz in Edingen-Neckarhausen, mit dem Herzen ist er aber im vorderen Odenwald. Vielleicht liegt es am Charme des 1973 nach Schriesheim eingemeindeten Dörfchens. "Wir freuen uns eigentlich immer", sagt Ortsvorsteherin Rosemarie Edelmann mit einem Lachen.

Vielleicht aber nicht unbedingt über das bröckelnde Dach des Feuerwehrhauses. Nachdem es Markus Fath einen dicken Brocken vor die Füße geworfen hatte, musste die Decke abgetragen werden. Fürs Fest spannten die Organisatoren das Ganze mit einer Plastikplane ab. Die Feuchtigkeit ist offenbar ein großes Problem. Im Winter komme ein Heizlüfter zu Einsatz, damit die Fahrzeuge wegen der Nässe nicht einfrieren, schildert Fath. Dieser Tage habe er einen Termin im Bauamt: "Das Ganze geht schon seit Jahren." Zehn Prozent vom Erlös des Sommerfestes seien der Sanierung gewidmet: Das sei als Anstoß gedacht, so Fath.

In Ursenbach ist man pragmatisch: Wegen der schwierigen Situation im Feuerwehrhaus habe man drinnen auch schon mal ein Zelt aufgebaut, schildert Sängerchor-Vorsitzender Blochlin. Lange hadern ist an diesem Abend aber nicht angesagt: "Das ist ein klassisches Dorffest. Wir wollen etwas für die Gäste bieten und selbst Spaß haben", sagt Fath.

"Fiesta forever", eben. Vor der Bühne und den Musikern von "Gardenparty" wird bereits getanzt zu den Klängen von "Sweet home Alabama". Oder besser gesagt: "Sweet home Ursenbach". Bei Gegrilltem, Flammkuchen und einem Gläschen oder zwei (der Heimweg ist ja nicht lang im 180-Seelen-Ort), lässt es sich gut aushalten.

Am Sonntagvormittag ging es mit einem Frühschoppen und dem Klassiker "Wellfleisch mit Kraut" zünftig weiter. Und das nächste Fest ist schon in Sicht: Am Sonntag, 15. Oktober, finden Kerwe und Traktorentreffen zueinander.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung