04.08.2017

Der CDU-Bundestagsabgeordneter startet in Schriesheim - Karl Lamers auf Wahlkreistour

Er möchte dabei ansässige Betriebe, Unternehmen und die Menschen kennen lernen

Schriesheim. (keke) Karl A. Lamers ist präsent: Der Heidelberger CDU-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungspolitiker versteht sich als Kümmerer im Wahlkreis. Kaum ein Fest wird in der Region gefeiert, auf dem man den 66-Jährigen nicht sieht. Kürzlich startete er seine alljährliche Sommertour durch den Wahlkreis.

"Statt Urlaub und als ein gelebtes Stück an Glaubwürdigkeit", sagt Lamers, tourt er die kommenden sieben Wochen "zwischen Weinbergen und historischen Altstädten" durch den Wahlkreis, um in den ansässigen Betrieben und Unternehmen, auf Marktplätzen und Diskussionsveranstaltungen die Anliegen, "aber auch die Freuden" der Menschen kennenzulernen. Der Talhof, das Ärztezentrum "Dok:Tor" und das Restaurant "La Perseria" waren Anfang der Woche die ersten Anlaufstationen, denen Lamers, die stellvertretende Vorsitzende der CDU Schriesheim, Christiane Haase, und Stadträtin Andrea Diehl einen Besuch abstatteten.

Die Wohnungslosen- und Wiedereingliederungshilfe sei kein gesellschaftliches Thema, das in der Öffentlichkeit "ganz oben aufgehängt" ist, sagten Heidi Farrenkopf, Geschäftsführerin der Wiedereingliederungshilfe der Evangelischen Stadtmission Heidelberg, Günther Förster, Leiter des Talhofs und Heinz Waegner, Leiter des Wichernheims. Umso dankbarer sei man deswegen, wenn sich die Politik für diesen Personenkreis interessiere und das Thema ernst nehme. Die Praxisarbeit werde derzeit vor allem durch Auseinandersetzungen mit den Kostenträgern geprägt, so Förster und Farrenkopf.

Viele Gesundheitsmaßnahmen würden von den Krankenkassen nicht mehr bezahlt. "Notwendige Hilfen, unter anderem in der Behandlungspflege und durch ambulante Pflegedienste, finden nicht mehr statt, weil sich die Kassen stur stellen." Hintergrund hierfür ist ein Urteil des Hamburger Sozialgerichts Anfang des Jahres. Darin heißt es, dass die Behandlungspflege auch von psychisch kranken Menschen - wie etwa die Ausgabe von Medikamenten - von den Mitarbeitern vor Ort geleistet werden kann. "Wenn aber nun jemand von ihnen die falschen Tabletten ausgibt, stehe ich mit einem Bein im Gefängnis", sagt Waegner.

Erschwerend kommt hinzu, dass abends und an Wochenenden meist keine Sozialarbeiter im Haus sind, ergänzte Förster. "Die Medikamente müssten also vom Pfortendienst verteilt werden." Auch Blutdruck- und Blutzuckermessen seien nur dann sinnvoll, wenn jemand mit dem Ergebnis auch etwas anfangen kann.

Die Problematik müsse im Grundsatz zwischen Sozialverbänden und Krankenkassen auf höherer Ebene geklärt werden, sagte Lamers, versprach aber, sich in Berlin darum zu kümmern. Ein weiteres Problem ist laut Farrenkopf der kaum mehr vorhandene bezahlbare Wohnraum für die Klienten.

Weniger Probleme gibt es beim "Dok:Tor", dem kürzlich eingeweihten Ärztezentrum, das Lamers als nächstes besuchte. 20 Mediziner und Therapeuten vom Apotheker und Arzt für Allgemeinmedizin, wie der Bauherr und Initiator des vernetzten Modells Dr. Kai Wachter, über Physiotherapeuten und Gefäßchirurgen bis hin zu Zahnärzten sind hier auf 5500 Quadratmetern Gesamtfläche in zwei Häusern "gebündelt" vereinigt.

Sieben Jahre hatten die Planungen bis zum ersten Spatenstich gedauert, so Wachter. Im Gegensatz zu anderen Ärztehäusern, die als Bürogebäude mit unterschiedlichen Einheiten konzipiert sind, fußt die Idee des "Dok:Tor" auf einer gemeinschaftlichen Ebene. "Manche haben tolle Ideen, aber setzen sie nicht um", sagt Lamers Bilanz: "Hier stimmt alles."

Letzte Station war "La Perseria": Das von Reza und Sana Mashti seit 2012 geführte persisch-mediterrane Restaurant bot Gelegenheit zur Aufarbeitung des Vorangegangenen. Seit 2005 leben die Mashtis in Schriesheim und haben, nachdem ihnen ihre ersten Räumlichkeiten in der Römerstraße zu klein wurden, an der Landstraße 80 ein ansprechendes Domizil gefunden. "Das wegen seiner Esskultur über die Grenzen der Stadt hinaus einen hervorragenden Ruf genießt", waren sich Haase und Diehl einig.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung