15.08.2017

Kurpfalz-Realschule Schriesheim: Viele Herausforderungen im kommenden Schuljahr

Kurpfalz-Realschule Schriesheim: Viele Herausforderungen im kommenden SchuljahrPetra Carse, Leiterin der Kurpfalz-Realschule, äußert sich im RNZ-Interview unter anderem zu neuen Anforderungen ans Kollegium

"Freies WLAN wird es nicht geben", sagt Realschulleiterin Petra Carse. Ein für den Unterricht begrenzter Zugang ist aber in Arbeit. Foto: Dorn

Von Maren Schenk

Schriesheim. Seit vergangenem Jahr gilt ein neuer Bildungsplan, Unterricht soll jetzt auf zwei Niveaus stattfinden, und es gibt neue Akustikdecken: An der Kurpfalz-Realschule tut sich einiges. Im RNZ-Interview spricht Schulleiterin Petra Carse über die neue "Orientierungsstufe", die Verknüpfung mit dem Gymnasium und erklärt, warum sie glaubt, dass die Lehrer nun noch mehr zusammenarbeiten müssen.

Frau Carse, bisher wurde der neue Bildungsplan in den Klassen fünf und sechs umgesetzt. Was hat sich für Realschüler geändert?

Die Klassen fünf und sechs sind jetzt "Orientierungsstufe": So können Schüler in der fünften Klasse nicht mehr sitzen bleiben; ein freiwilliges Wiederholen ist allerdings möglich.

Was wird sich im Schuljahr 2017/18 für die Schüler ändern?

Im kommenden Schuljahr wird es zum ersten Mal in der siebten Klasse Unterricht auf zwei Niveaus geben: wie bisher das Realschulniveau oder "mittleres Niveau" (M-Niveau) und für einige Schüler ein "grundlegendes Niveau" (G-Niveau). Auf Grundlage ihrer Noten haben wir die jetzigen Sechstklässler in diese beiden Niveaus eingeteilt. Bei uns werden nach den Ferien nur sechs Schüler auf G-Niveau unterrichtet werden. Alle bleiben aber in ihrem Klassenverbund.

Was bedeuten die beiden Niveaus für die Schüler?

In der neunten Klasse werden die Schüler des G-Niveaus eine Hauptschulprüfung machen, also ab dem Schuljahr 2020/21. In der zehnten Klasse beenden diejenigen des M-Niveaus wie bisher die Realschule mit der Mittleren Reife. Die Schüler können aber bis zum Ende der achten Klasse das Niveau wechseln, immer zum Halbjahres- oder Jahresende.

Und was bedeutet das für die Lehrer?

Das bedeutet "binnendifferenziertes" Unterrichten und mehr individuelle Förderung. So müssen zum Beispiel verschiedene Klassenarbeiten für die beiden Niveaus geschrieben werden. Das heißt, die Lehrer müssen sich mehr absprechen, im Team ist eine gute Koordination nötig. Das Einzelkämpfertum der Lehrer gibt es jetzt nicht mehr - und das ist gut so.

Brauchen Sie für den Unterricht der zwei Niveaus mehr Lehrer?

Nein. Unsere Lehrerversorgung ist toll. Zwar gehen drei Lehrerinnen in den Ruhestand, aber andere kommen aus einem Sabbatjahr oder der Elternzeit zurück.

Was ändert sich noch durch den neuen Bildungsplan?

In Klasse fünf und sechs wurde der Fächerverbund "BNT" - Biologie, Natur und Technik - eingeführt. BNT gibt es auch am Gymnasium, so soll der Wechsel erleichtert werden. Andere Fächerverbünde werden dagegen aufgelöst: Ab der siebten Klasse sind Biologie, Physik und Chemie wieder Einzelfächer, ebenso Erdkunde, Wirtschaft und Gemeinschaftskunde. Kernfächer sind dann ab nächstem Schuljahr Deutsch, Englisch, Mathematik und ein "Wahlpflichtfach": Hier können die Schüler wählen zwischen "AES" (Alltagskultur, Ernährung, Soziales), bisher MUM (Mensch und Umwelt), sowie Technik und Französisch.

Was ändert sich im Fach Französisch?

Neu ist ein freiwilliger Brückenkurs Französisch in Klasse sechs. Dieser ist zweistündig und nicht versetzungsrelevant. Den müssen aber alle Schüler besuchen, die in Klasse 7 Französisch als Wahlpflichtfach nehmen wollen. Hintergrund ist auch hier, dass der Wechsel aufs Gymnasium erleichtert werden soll, denn dort beginnt in vielen Gymnasien in Klasse sechs die zweite Fremdsprache - allerdings vierstündig.

Wie viele Schüler haben diesen Kurs gewählt?

Ungefähr die Hälfte der Sechstklässler im vergangenen Schuljahr hatte Französisch gewählt, fast alle machen jetzt auch in der siebten Klasse mit Französisch weiter.

Wie viele neue Fünftklässler kommen nach den Ferien in die Realschule?

Im neuen Schuljahr begrüßen wir 65 neue Fünftklässler, sodass wir wieder drei Klassen bilden können.

Zum ersten Mal gab es im vergangenen Schuljahr eine Inklusionsklasse. Wie geht es den Kindern?

Drei sprachbehinderte Schüler besuchten die fünfte Klasse, sie wurden stundenweise auch von Sonderpädagogen unterstützt. Inzwischen können zwei der drei Kinder ohne sonderpädagogische Unterstützung dem Unterricht folgen.

Und wie geht es den diesjährigen Abschluss-Schülern?

Durchschnittlich mehr als die Hälfte unserer Schüler besucht nach dem Abschluss ein berufsbildendes Gymnasium - so auch dieses Jahr. Wir setzen auf Anschlussfähigkeit: Neben einer Berufsorientierung im neunten Schuljahr arbeitet unserer Schule seit Jahren erfolgreich an der Qualifikation der Abschluss-Schüler, sodass sie nach dem zehnten Schuljahr eines der beruflichen Gymnasien in der Umgebung besuchen können. Dort können sie die Allgemeine Hochschulreife erlangen - gleichberechtigt zum Abitur an einem Allgemeinbildenden Gymnasium.

Wie sieht es mit dem Dauerbrenner Sanierung aus?

Es wird Stück für Stück daran gearbeitet. In den Sommerferien werden in der Realschule Akustikdecken in den restlichen Klassenzimmern angebracht. Außerdem saniert die Stadt die Lehrertoiletten, die von Grund- und Realschule gemeinsam genutzt werden.

Was sollte aus Ihrer Sicht noch dringend saniert werden?

Das Heizsystem. Im Sommer ist es in manchen Zimmern sehr heiß, weil die Heizung nicht auszuschalten ist. Und in diesem Zusammenhang natürlich die Fassadendämmung, die ja stellenweise nicht mehr vorhanden ist.

Gibt es in der Realschule WLAN? Die Schüler des Gymnasiums wünschen sich das.

Noch nicht. Aber im vergangenen Schuljahr wurden Basisstationen für WLAN installiert, im kommenden Schuljahr werden Kabel verlegt, sodass wir dann über verschlüsseltes WLAN verfügen. Geplant ist, dass die Lehrer im Unterricht für bestimmte Zeit in bestimmten Fächern einen Zugang ermöglichen. Freies WLAN wird es nicht geben.

Welche Regeln gibt es für die Handy-Nutzung in der Realschule?

Bei uns herrscht ein Elektronikverbot: Es dürfen keine Handys, Tablets oder ähnliches in der Schule benutzt werden, sie müssen in der Schultasche bleiben - auch nicht in den Pausen, nur vor und nach der Schule.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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