22.09.2017

Entspannte Fröhlichkeit in den Weinbergen

Bei der 21. Schriesheimer Weinwanderung ließen sich wieder viele Gäste aus der ganzen Region von Winzern und Wirten verwöhnen

18.09.2017, 06:00 Uhr

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. "Hoffentlich hebt’s Wedder" sagt Helmut Hölzel, als er gestern bei der 21. Weinwanderung mit der ersten Gruppe losmarschiert. Es ist 10 Uhr morgens und bei bedecktem Himmel noch recht frisch. Doch das Wetter wird nicht nur halten, sondern um die Mittagszeit sogar besser werden. Zehn Stationen und rund sechs Kilometer umfasst die Strecke, bei der auch einige Höhenmeter zu überwinden sind.

Normalerweise wäre dies in anderthalb Stunden zu schaffen. Doch das ist ja nicht Sinn der Sache. Der "Weinwanderer" kalkuliert an jeder Station mindestens 20 Minuten Pause ein. "Vor 17 Uhr sind wir nicht zurück", weiß Hölzel und rechnet wie alle Jahre wieder mit erheblichem Schwund. Er wird wohl auch dieses Mal nur mit einer Handvoll Gäste den Ausgangspunkt vor dem Rathaus wieder erreichen, weil der Rest irgendwo hängen geblieben ist.

Zwischen 10 und 13 Uhr stehen sechs geführte Wanderungen auf dem Programm. Sie beginnen hinter dem Rathaus. Dort erzählt Helmut Hölzel, dass der Kanzelbachsteg vor seinem Bau eine sehr umstrittene Sache gewesen sei. Heute wolle aber niemand mehr auf dieses schöne Stück Schriesheim verzichten.

Rund eine halbe Stunde dauert es, bis die erste Station erreicht ist. Es herrscht entspannte Fröhlichkeit. Ein paar Frauen, die nach Schriesheim gezogen sind, unterhalten sich über über die schöne Altstadt, die herrlichen Weinberge, die netten Leute. Bei der ersten Führung sind auffallend viele junge Leute dabei. Auch Bereichsweinprinzessin Katrin Hartmann hat sich "in Zivil" unters Volk gemischt. Sie könnte sicher auch manches über den Weinbau an der Bergstraße erzählen, über die Lagen Kuhberg, Schlossberg und Madonnenberg oder über den Silvaner, der in der Gegend schon immer besonders gut wuchs. "Bitte nur von den Trauben auf den Tischen naschen", ist auf Schildern an Station eins zu lesen. Die Begründung: Die Rebstöcke nebenan gehören nicht zu dem Weingut, das dort die Bewirtschaftung übernommen hat. "Ach, hier könnte ich grad sitzen bleiben, wenn’s ein bisschen wärmer wäre", sagt ein Wanderer.

Als erstes will er sich einen Neuen Wein holen, danach vielleicht einen Zwetschgenkuchen. Der sieht nämlich richtig lecker aus. Derweil überlegen die drei "Herzbuben", welchen Musiktitel sie zuerst spielen und entscheiden sich für die "Bergvagabunden", weil die Wanderer das erste steile Stück hinter sich haben.

So langsam nähern sich immer mehr Gäste dem ersten Etappenziel. Nicht alle kehren gleich ein, manchen ist es für ein Glas Wein einfach noch zu früh. Sie wollen erst die Natur genießen. So wie Helga und Marianne aus Heidelberg, die sich an den Sonnenblumen und den Dahlien am Wegesrand erfreuen. Am Stand des Verkehrsvereins werden indessen eifrig Gewinnspielkarten ausgefüllt, auf deren Rückseite man sich an jeder Station einen Stempel aufdrücken lassen kann. Vorne sind die möglichen Gewinne aufgelistet. Die Palette reicht von zwölf Flaschen Madonnenberg-Sekt bis zur Weinprobe für 14 Personen und dem Essen für zwei.

Längst ist die Weinwanderung zum Selbstläufer geworden. Viele Gäste nehmen alljährlich teil und erzählen im Bekanntenkreis davon. Nach der leider verregneten Jubiläumswanderung im letzten Jahr ist es gestern nahezu perfekt. Die Schriesheimer Winzer und die Gastronomen, die ihre Gäste verwöhnen, haben dazu wieder ihre leckeren Beiträge geleistet. Genauso wie das Wetter, das hielt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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