29.09.2017

Rampe war den Stadträten zu steil

Gemeinderat billigte die "Platzgestaltung Nord" - Kritik gab’s in puncto Unterführung

29.09.2017, 06:00 Uhr

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Rainer Gehrig vom Mannheimer MVV Büro Regioplan, der in Schriesheim bereits die Umgestaltung des südlichen Abschnitts "Schillerplatz" begleitet hatte, nahm für den Bereich "Platz Nord" Hausaufgaben aus der Gemeinderatssitzung am Mittwoch mit. Die Beauftragung des Planbüros war dabei unstrittig, denn sie war im Prinzip bereits im vorvergangenen Jahr beschlossen worden, musste jetzt aber wegen der Erweiterung des Leistungsspektrums und der damit einhergehenden Kostensteigerung quasi erneuert werden.

Der eigentlichen Platzgestaltung Nord mit kleinem Spielplatz, einem 75 Quadratmeter großen Boulefeld, Sitzbänken aus Granitstein und der Fortführung des Beleuchtungskonzepts nebst Baum- und Heckenbepflanzung erteilte der Gemeinderat wohlwollend seinen Segen. Doch die Fraktionen griffen unisono die Kritik von Georg Grüber (Grüne Liste) auf, der die geplante Kinderwagenrampe an der ebenfalls umzubauenden Unterführung der B 3 als zu steil abkanzelte. Nicht nur zum "Hochdrücken von Kinderwagen" sei das ein "Unding", sondern auch für ältere Menschen.

Und der "rostige Stahl", der als neue Stufenwand angedacht sei, wäre nicht zu reinigen, sollte er denn mit Graffiti angesprüht werden. Ein Argument, das den Gemeinderatskollegen wohl zu denken gab, denn den bisherigen "Angstraum Unterführung", wie ihn Bürgermeister Höfer nannte, zieren bereits etliche dieser "Kunstwerke".

"Wir haben ja Einsparmöglichkeiten besprochen", erklärte Gabriele Mohr-Nassauer (SPD). Von daher müsse es keine Wand aus Stahl sein, Beton ginge auch. Grundsätzlich sei der Planentwurf gelungen, das Projekt die "konsequente Weiterführung" vom Südabschnitt. Gehrig erklärte zwar, es sei bei der 16 - bis 17-Grad Steigung der Rampe durchaus möglich, ein Fahrrad hochzuschieben, zumal in der Mitte noch ein Absatz zum "Rasten" eingeplant sei. Aber auch CDU und Freie Wähler meinten, man solle sich die "Rampe nochmals anschauen und die Wandverkleidung überdenken", wie Michael Mittelstädt (CDU) formulierte. Grundsätzlich sei an der Planung aber festzuhalten. "Insgesamt ist das eine gute Lösung", fand auch Matthias Meffert (FW).

Mit der Bauausführung, also Neugestaltung von Platz Nord und dem Öffnen der dunklen Unterführung, soll im Frühjahr 2018 begonnen werden. Die Kosten belaufen sich auf 820.000 Euro inklusive Honorar und Landesförderung.

Mit der Fertigstellung, geplant fürs Spätjahr 2018, ist das Sanierungsprogramm Ladenburger Straße/B 3 abgeschlossen. Im Anschluss daran soll das Sanierungsprogramm "Talstraße" Fahrt aufnehmen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung