30.09.2017

97 Prozent der Schriesheimer leben gerne hier

Im Gemeinderat wurde das Strategiepapier "Schriesheim 2030" vorgestellt - Verbesserungsideen unter anderem bei Verkehr in Talstraße

Schriesheim. (nip) Gutachten und Analysen haben eine Eigenschaft gemein: Sie verschwinden nicht selten in Schubladen, um dort zu verstauben. Das soll mit dem "Gesamtstädtischen Entwicklungskonzept" (GEK) von Schriesheim nicht geschehen. Die daraus hervorgegangenen Projekte sollen überleiten ins "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (ISEK), ein Strategiepapier und Planungsinstrument für die Kommune unter der Überschrift "Schriesheim 2030".

Vor dem Hintergrund, dass der Fördermittelgeber, also das Land Baden-Württemberg, die Teilnahme an weiteren Sanierungsprogrammen zum Beispiel für die Talstraße von der Erstellung dieses Konzepts abhängig machte, beschloss der Gemeinderat im September 2015 dessen Umsetzung. Beauftragt wurden das Heidelberger Architekturbüro Thomas Thiele und Jutta Breitschwerdt vom Institut für kommunikatives Handeln aus Uhingen, Kostenpunkt rund 70.000 Euro. Breitschwerdt stellte das Konzept nun im Gemeinderat vor und ging dabei erneut auf die "Highlights" des im Bürgerdialog entwickelten Papiers ein. So gab es einen "Stärken-Schwächen-Workshop", eine Stadt-Rallye mit Kindern, ein Jugendhearing in Schulen und einen Bürgertag, bei dem als Schwerpunktthemen "Städtebau und Verkehr" genannt wurden. Einen Fragebogen schickten 500 Bürger zurück: "Und demzufolge leben 97 Prozent der Menschen gerne hier", sagte Breitschwerdt.

Anregungen, Ideen und Notwendigkeiten sind quasi als Fazit des Entwicklungskonzeptes in den Kategorien "Städtebauliche Entwicklung", "Wirtschaft und Nahversorgung", "Mobilität und Verkehr" sowie "Umwelt und Nachhaltigkeit" unter der Überschrift "Leuchtturmprojekte" gebündelt. Da geht es um die Sanierung der Talstraße, wo mit den vorbereitenden Untersuchungen bereits begonnen wurde. Oder um die Verlegung des Weihnachtsmarkts auf den Platz der katholischen Kirche, ein Beschilderungskonzept zur Tourismusförderung, die Aufwertung von Einzelhandel oder Verkehrskonzepte für das Areal um Talstraße und Festplatz. Für Gemeinderat und Verwaltung heißt das auch, die Gelder für diese Projekte bereitzustellen und Fördertöpfe zu suchen.

"Wir werden das Ganze in unsere Klausur mitnehmen", sagte Fadime Tuncer (Grüne Liste). Dieses Verfahren der Bürgerbeteiligung könne zudem Modell sein für andere Projekte. Um die Attraktivität der Infrastruktur zu halten und zu steigern, müsse der Gemeinderat daran arbeiten, die Ziele aus dem Konzept zu erreichen, sagte Karl Reidinger (CDU). Matthias Meffert (Freie Wähler) sprach von "sinnvollen Maßnahmen" und freute sich besonders, dass Kinder und Jugendliche beteiligt waren. Sein Vorschlag: Das Papier zum Download auf die Homepage der Stadt zu stellen. Die Zusammenarbeit sei "professionell und konstruktiv" verlaufen, fand Renate Hörisch-Helligrath (SPD). Dabei seien viele Probleme ja mehrschichtig und Handlungsfelder durchaus komplex.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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