06.10.2017

Seit zehn Jahren hat das Generationen-Netzwerk Bestand

Am heutigen Freitag findet eine symbolische Baumpflanzung am Kanzelbach statt

Von Stefan Kern

Schriesheim. Angefangen hat alles vor genau zehn Jahren. Damals kam die Idee auf, ein Netzwerkes zu knüpfen, das vor allem Senioren helfen soll, sich einzubringen und ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen.

Dass die Idee, einen Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (ASS) zu gründen, Potenzial hat, stand für die beiden Mitinitiatoren Karl Reichert-Schüller und Peter Sommer schon damals außer Frage. Aber wie groß die Idee würde, überraschte rückblickend dann doch.

Der Erste Vorsitzende Sommer und seine Vorstandskollegin Elke Neuser zeigten sich im Gespräch mit der RNZ jedenfalls sichtlich zufrieden mit dem Erreichten, ja sie waren sogar etwas stolz darauf. Denn im Endeffekt sei in der Weinstadt ein Netzwerk nicht nur für Senioren, sondern für alle Generationen entstanden. Ein Wendepunkt in der Geschichte des ASS war der Gewinn des mit 20.000 Euro dotierten Preises der Körber-Stiftung im Jahr 2010.

Seitdem, so Sommer, sei der Verein finanziell gut aufgestellt. Und das erlaube auch Aktionen, die normalerweise das Budget sprengen würden. Bei den Kulturfahrten können für sozial schwächere Mitglieder die Kosten übernommen werden. Außerdem konnte der Wegweiser für Senioren in Schriesheim subventioniert werden. Dieser ist hier bereits in der dritten Auflage erschienen und bietet mit darin aufgeführten sozialen Einrichtungen, Gesundheitsinformationen und Vereinsaktivitäten eine kleine Ideenschatztruhe für ältere Menschen.

Das zentrale Gestirn des ASS ist das soziale Miteinander. Es gehe darum, so Sommer und Neuser unisono, ältere Menschen nicht in die soziale Isolation rutschen zu lassen. Eine Gefahr, gerade für Alleinstehende. Um das zu verhindern, entwickelte der ASS eine Art Ehrenamtsbörse. Und, um es gleich vorweg zu sagen, auch aus dieser Idee ist etwas Großes entstanden.

Ehrenamtliche Helfer finden sich unter anderem im Café Miteinander, an allen Schriesheimer Schulen, in der Flüchtlingsarbeit, Nachhilfe, im Seniorenheim Stammberg und am Marktstand jeden Freitag, wo sie Gemüse für den Talhof verkaufen.

Dabei, so Sommer, nütze das Engagement allen Seiten. Denn zum einen fördert die Initiative der Senioren deren Gesundheit, Vitalität und ganz allgemein die Lebenszufriedenheit. Und auf der anderen Seite hilft es auch denjenigen Menschen, denen die Hilfe gilt.

Ganz egal ob es Kinder sind, die von ihrer Leihoma Besuch und Aufmerksamkeit bekommen, sozial schwächere Kinder, denen per Nachhilfe geholfen wird, oder Senioren, die Besuch bekommen und Ansprache finden. Das ASS-Netzwerk mit seinen vielen Angeboten entwickelte sich in den vergangenen Zehn Jahren zur unverzichtbaren Institution. Zum Zehnjährigen pflanzt der ASS heute, um 11 Uhr, einen Baum auf dem Festplatz hinter dem Feuerwehrgebäude. Und am Samstag, 14 Oktober, 16 Uhr, findet ein Festakt in Majer’s Weinscheuer statt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung