19.10.2017

Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim: Schlaue Köpfe, gute Schule

Das Gymnasium ist als erfolgreichste Schule aus Walldorfer Schüler-Ideenwettbewerb hervorgegangen

Schulleiter Jürgen Sollors (r.) und Physiklehrer Achim Wagenblaß (2.v.r.) präsentierten die kreativen Erfinder, die das KGS auf Platz eins beim Ideenwettbewerb katapultiert hatten. Foto: Dorn

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Mit ihrer Kreativität begeisterten die Schüler des Kurpfalz-Gymnasiums Schriesheim (KGS) die Jury beim Ideenwettbewerb, den der in Wiesloch ansässige Befestigungsmittelanbieter Harald Zahn und seine GmbH alle zwei Jahre ausschreiben. Das KGS hatte auf Anregung von Schulleiter Jürgen Sollors erstmals teilgenommen. Sollors hatte die entsprechende Einladung an Physiklehrer Achim Wagenblaß weitergeleitet, der sich der Meinung des Schulleiters anschloss.

"Eine Teilnahme kam mir sofort lohnenswert vor, weil der Ideenwettbewerb einfach strukturiert ist. Er appelliert an den Erfindergeist der Schüler, die hier nichts bauen müssen, sondern ihre Ideen auf ein DIN-A4-Blatt zeichnen und niederschreiben sollen", beschrieb Wagenblaß am gestrigen Mittwochmittag beim Pressegespräch.

Mit dabei die meisten der erfolgreichen Schüler aus den Klassen sieben bis zwölf im Alter von 13 bis 17 Jahren. Rund 120 Gymnasiasten machten sich in einer Schulstunde alleine oder zu zweit an die Arbeit, 84 Bewerbungsbögen gingen am Ende an die Jury. Und von 15 ausgelobten Preisen gingen allein acht ans KGS, womit die Schule insgesamt auch am erfolgreichsten abschnitt.

Joshua Beringer (Klasse zwölf) ging mit zwei Preisen gar als Gesamtsieger aus dem Ideenwettbewerb hervor. Mit seiner Idee, den Reifendruck an Autos und Fahrrädern über unterschiedlich aufleuchtende Ventilkappen sofort überprüfen zu können, befasste sich gar ein Patentanwalt. Ob Joshua seine Idee einer Fahrradreifenfirma vorlegt, war gestern noch ungewiss. Jedenfalls gab es dafür ein Preisgeld von 500 Euro, 400 Euro für den ersten Platz, noch einmal 100 für den 13. Rang und dem gemeinsam mit Leon Kübler entwickelten Gedanken, die statischen Stecker an Verlängerungskabeln drehbar zu bauen, sodass sie flexibel einsetzbar für Steckdosen wären.

Harald Zahn habe ihm gesagt, teilt Achim Wagenblaß mit, dass der Wettbewerb noch nie so deutlich gewonnen wurde wie jetzt mit Joshuas "Ventilidee". Insgesamt heimste das KGS ein Preisgeld von 2000 Euro ein, darunter der Schulpreis von 500 Euro, der in irgendeiner Form den Schülern wieder zugutekommen wird, wie Sollors anmerkte. Verbunden mit einer knackigen Formulierung zur Ursache der vielen Auszeichnungen: "Schlaue Köpfe, gute Schule." Eine Vorgabe war wichtig: Die vorgeschlagene Technologie darf noch nicht auf dem Markt oder als Patent angemeldet sein. Das wird von den Zahn-Ingenieuren nach Einreichung erst einmal geprüft.

Platz zwei ging ebenfalls ans KGS. Hier überzeugte Michael Nitzsche mit seinem Einfall, einen aufblasbaren Hemdkragen zu gestalten, der bei langen Autofahrten als Nackenkissen funktioniert. Eine ähnliche Idee hatte Simon Schaller mit einer aufblasbaren Krawatte, die "Powernapping", also einen erquicklichen Turboschlaf, am Arbeitsplatz ermöglichen soll. Dilan Güngör, Lucian Häfele und Luca Menges belegten Rang drei: Sie überlegten sich ein klappbares Geodreieck, damit das unhandliche, aber für Mathe wichtige Teil, endlich auch in kleinere Mäppchen passt. Eine schöne Sache, leider jedoch nicht preisgekrönt, wäre zudem ihre Idee eines beheizten Fahrradsattels.

Nelly Warmuth und Kaya König, gestern nicht mit dabei, hatten ebenfalls tolle Einfälle und wurden dafür zusammen mit allen anderen Preisträgern vergangene Woche in der Theodor-Heuss-Realschule in Walldorf von den Juroren ausgezeichnet.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung