19.10.2017

Ortsumgehung Hirschberg/Schriesheim

Peter Riehl und Siegfried Schlüter gaben der Hirschberger CDU Tipps - Bauernverband für "Weinheim-Süd"

Von Stefan Zeeh

Hirschberg/Schriesheim. Westumgehung, Südumgehung oder Autobahnanschluss Weinheim-Süd - Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation in Großsachsen gibt es seit Jahren zur Genüge. Aussicht auf eine Umsetzung hat bisher aber keiner. "Den Bürgern geht das auf den Sack", kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der Hirschberger CDU, Professor Ulrich Zeitel, bei einer Veranstaltung zum Thema "Ortsumge-hung" diese Situation recht drastisch. Daran werde auch die in Aussicht gestellte Verbesserung der Ampelschaltung an der Kreuzung Breitgasse/B 3 nichts ändern, denn eine "Superlösung" für die Verkehrsproblematik in Großsachsen sei nicht in Sicht.

Daher hatte die CDU mit Schriesheims Altbürgermeister Peter Riehl und dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der CDU im Gemeinderat der Nachbarkommune, Siegfried Schlüter, gleich zwei Referenten eingeladen, die wesentlich am Zustandekommen des Branichtunnels beteiligt waren. Von ihnen wollten die rund 15 Parteimitglieder wissen, wie man am besten vorgeht, um eine "Ortsumgehung" zu realisieren.

"Wir sind keine Beschleunigungsexperten", machte der ehemalige Bürgermeister-Stellvertreter Schlüter gleich einmal deutlich, dass man für ein solches Projekt einen langen Atem braucht. Seit Mitte der 1960er Jahre sei eine Umgehungsstraße für Schriesheim diskutiert worden, und Peter Riehl habe nach seiner Wahl zum Bürgermeister Anfang der 1970er Jahre die Tunnellösung aufgegriffen. Bis der Tunnel dann aber endgültig genehmigt war, seien Riehl und er mindestens zehnmal in Stuttgart zu Gesprächen gewesen. Nicht immer mit Erfolg, aber es ging schrittweise voran. "Wir sind immer optimistisch geblieben und haben den Glauben an die Sache nicht verloren", beschrieb Schlüter die notwendige Einstellung zu einem solchen Vorhaben. Dabei sei es bei der Umgehung der Talstraße um eine Landesstraße gegangen, was die Sache im Vergleich zur durch Großsachsen führenden Bundesstraße etwas einfacher machte.

"Geduld und Durchhaltevermögen" sah auch Riehl als wichtige Eigenschaften der handelnden Personen an. Allerdings sei es ebenso notwendig, so schnell wie möglich eine Planung aufzustellen, die Chancen hat, verwirklicht zu werden. Dazu müssten Bürger, Gemeinderat und Abgeordnete des Land- und Bundestags mit eingebunden werden und das Projekt unterstützen.

"Man braucht auch Glück", gab Schriesheims Altbürgermeister zu. Nach-dem der vordringliche Bedarf für den Branichtunnel anerkannt war, fehlten noch die finanziellen Mittel. "Da erfuhren wir davon, dass für Straßenbauprojekte außerhalb Stuttgarts von der Landesregierung ein hoher Betrag zur Verfügung gestellt wurde", berichtete Riehl. Mit Hilfe dieses speziellen Fördertopfes konnte der Tunnel schließlich gebaut werden, auch da die Planung bereits weit fortgeschritten war. Daher sah Riehl in den vom SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding geforderten Sondermitteln für Umgehungsstraßen keine Lösung für Großsachsen. "Diese Mittel müssen bereitstehen, wenn der Bedarf für eine Umgehungsstraße festgestellt und diese geplant ist", erläuterte er. Da aber für Großsachsen weder die abschließende Planung gemacht noch der Bedarf festgestellt sei, und dies auch noch Jahre dauern könne, kämen diese Mittel zur falschen Zeit.

Auch mit der Zustimmung aus der Bürgerschaft zu einer Umgehungsstraße im Süden oder Westen des Hirschberger Ortsteils wird es nicht einfach. "Beide Lösungen sind für die Landwirte schwierig", betonte der Vorsitzende des Bauernverbands Großsachsen, Hans Mayer. Dabei verwies er etwa darauf, dass eine Westumgehung Großsachsens eine weitere Straße zwischen Autobahn und B 3 bedeute. Für die im Westen des Ortsteils ansässigen Landwirte, deren Hofläden und Hofcafés sich etabliert hätten, wäre dies ein großes Problem. Daher befürworte der Bauernverband den Autobahnanschluss Weinheim-Süd.

Um festzustellen, welche "Ortsumge-hung" die größten Aussichten auf Erfolg hätte, will die CDU das beim kürzlich erstellten Verkehrsgutachten zu Großsachsen ermittelte Datenmaterial zum Verkehrsaufkommen einsehen. Außerdem schlug Zeitel vor, zum nächsten Treffen, vermutlich im Januar, die Abgeordneten und Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat einzuladen. Zudem will man mit Bürgermeister Manuel Just die weitere Vorgehensweise abstimmen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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