06.11.2017

"Poetry Slam" in Schriesheim

Wettkampf der Worte geht in zweite Runde

Nach erfolgreicher Premiere steigt am 18. November im Zehntkeller der nächste "Poetry Slam" - Neun neue Künstler aus nah und fern

Anderer Ort, andere Künstler, gleiches Konzept: Moderator Frank Habrik von "Word up!" (2.v.l.) freut sich mit dem Vorstand des Kulturkreises um Christian Glocker, Dieter Weitz und Gabriele Mohr-Nassauer (v.l.) auf den Abend im Zehntkeller. Foto: Dorn

Von Matthias Kehl

Schriesheim. Neun Künstler, zwei Moderatoren und ein Publikum, das im ausverkauften Veranstaltungssaal gespannt an den Lippen der vortragenden "Wortakrobaten" hing: Mit "Word up!" feierte im Mai die Kunstform des "Poetry Slams" in Schriesheim Premiere. "Ein großartiger Abend auf sehr hohem Niveau", bilanzierte Dieter Weitz, Pressesprecher des Kulturkreises Schriesheim (KKS) die Veranstaltung, die am Samstag, 18. November, um 20 Uhr in die zweite Runde geht - dieses Mal im Zehntkeller.

Frank Habrik, Geschäftsführer von "Word up!" und Kenner der Poetry-Slam-Szene, hat für den anstehenden Wettbewerb neun neue Künstler engagiert, die das Publikum zum Lachen, Nachdenken und Mitfühlen bringen sollen. "Selbst verfasste Texte müssen es sein, die Stilform bleibt jedem ‚Slammer‘ natürlich selbst überlassen", sagt Habrik.

In drei Vorrunden treten je drei Künstler gegeneinander an. Der Applaus des Publikums entscheidet, wer in die Finalrunde einziehen und dort seinen zweiten Text präsentieren darf, bevor abermals das Publikum den Gesamtsieger kürt. Von Alltagsproblemen über Politik bis zu Beziehungen reicht das Themenspektrum der Slammer, die ihre Kunstform mal frech, mal auch sehr ernst vortragen. Dabei sei es mitunter unheimlich schwer, sich für einen Künstler zu entscheiden, sagt KKS-Vorstandsmitglied Christian Glocker, der schon das erste "Wortgefecht" in "Majer’s Weinscheuer" miterlebt hat.

"Das Zeitlimit von etwa fünf bis sechs Minuten pro Runde erfordert von den Protagonisten, auf den Punkt zu kommen, und bringt Dynamik in die Sache", sagt Habrik. Bei der Auswahl der Vortragenden habe er vor allem darauf geachtet, einen guten Mix aus Künstlern aus der Region und auswärtigen Slammern zusammenzustellen. Mit Victoria Helene Bergemann (Hamburg), Friedrich Herrmann (Jena), Hank K. Flemming (Tübingen) und Jonas Treibel (Speyer) sind in Schriesheim gleich vier Slammer vertreten, die ihr Können im Oktober bereits bei den Deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften zum Besten gaben.

Die Leipzigerin Leonie Warnke, ebenfalls in Schriesheim dabei, wurde bei einer szeneinternen Abstimmung gar "Slammerin des Jahres" und überzeugt ihr Publikum regelmäßig mit selbstironisch-pointierten Erzählungen aus dem Alltagsleben. Außerdem werden Christina Holewik und "Wortkauz" aus Heidelberg, die Mannheimerin Paula Neu sowie "GAX" aus Frankfurt beim Wortgefecht an den Start gehen.

"Die Altersspanne der Künstler reicht von Anfang 20 bis Mitte 50", sagt Habrik, der zusammen mit Moderator "Grohacke" (Karsten Hohage) die Veranstaltung leiten wird. "Dementsprechend vielfältig verspricht somit auch die Themenauswahl zu sein", sagt er. Eine weite Altersspanne erwarte man auch im Publikum, sagt Gabriele Mohr-Nassauer, Vorsitzende des KKS. Poetry-Slam begeistere Jung und Alt gleichermaßen. Für die Samstagabendveranstaltung habe sich bereits eine komplette Schulklasse aus Weinheim Karten zugelegt, bestätigt Christian Glocker. Die 192 Plätze im Zehntkeller seien nahezu ausverkauft, ergänzt Pressesprecher Weitz. Neben den lyrischen Wortgefechten werden dem Publikum Currywurst, ein Käseteller und Getränke geboten. Es ist also angerichtet für den Wettkampf der Worte, wenn es für die neun Künstler heißt: "Word up!"

Info: Restkarten zu je zehn Euro (ermäßigt fünf) gibt es per E-Mail an karten@kk-schriesheim.de sowie in Utes Bücherstube.

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"Poetry Slam" in Schriesheim-2

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung