22.11.2017

Tennisclub Schriesheim: Für Erwachsene wird’s teurer

Trotz "Scheingewinn" im vergangenen Jahr höhere Beiträge für Erwachsene beschlossen - Schulkooperation trägt erste Früchte

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Bei seiner jährlichen Hauptversammlung präsentierte sich der Tennisclub Schriesheim (TCS) als gut aufgestellter Verein, in dem viel läuft und in dem die Mitglieder interessiert am Vereinsgeschehen sind: Der Abend war nicht nur gut besucht, sondern es wurde auch lebhaft diskutiert - vor allem um die vom Vorstand vorgeschlagene Beitragserhöhung für Erwachsene von 165 Euro auf 190 Euro jährlich.

Zur Begründung führte Vorsitzender Robert Long das an, was zuvor Kassierer Günther Lang bereits angesprochen hatte: Der Verein hatte 2016 zwar einen vierstelligen Gewinn erzielt, doch kam dieser nur durch projektbezogene Spenden und einen Zuschuss für Investitionskosten zustande. Ein "Scheingewinn", wie Lang es nannte. Im Prinzip wäre die Bilanz negativ ausgefallen. Dem soll die Beitragserhöhung vorbeugen.

Long betonte, der TC Schriesheim sei einer der günstigsten Vereine in der Region. Die letzte Beitragserhöhung sei 2008 vorgenommen worden. Es gab zwar kritische Stimmen, die auch die Jahresbeiträge der Jugend und der Passiven zur Disposition stellten, doch einigte sich die Versammlung hier auf eine Vertagung auf die nächste Hauptversammlung im kommenden Jahr. Der Beitragserhöhung für Erwachsene stimmten die Anwesenden letztlich mehrheitlich zu.

In seinem Rückblick auf Turniere und Veranstaltungen zur Pflege des Vereinslebens hob Long als Hauptthema den Wechsel der Tennisschule hervor. Nach vielen Jahren verließ Thorsten Wolff den TCS, woraufhin sich der Vorstand unter vielen Bewerbungen für Nachfolger Dirk Zimmermann entschied (die RNZ berichtete). Zimmermann hat seine Arbeit am 1. Oktober aufgenommen und bietet unter anderem Schnupperkurse für alle Altersgruppen. "Ich höre nur Positives", freute sich Long.

Sportwart Christian Merkel sprach von einer "durchwachsenen Sommersaison", in der zwei Aufstiege drei Abstiegen gegenüberstanden. Allerdings gilt der Wechsel der ersten Herrenmannschaft in die höherklassige Badenliga als sportlicher Höhepunkt: Die Badenliga, so Merkel, sei immerhin die vierthöchste Liga, vergleichbar mit der Regionalliga im Fußball, in der Vereine wie der SV Waldhof spielen.

Jugendwartin Bettina Voß, seit einem Jahr im Amt, schilderte in ihrem bebilderten Vortrag die Aufbauarbeit, die im Kinder- und Jugendbereich mit zurzeit 126 Aktiven geleistet wird. Neue Angebote im Trainingsbereich, Turniere und Aktivitäten sollen den Teamgeist in den Mannschaften stärken. Voß sagte, die Schulkooperationen seien wesentliche Grundlage zur Nachwuchsgewinnung, hier erreiche man immerhin 120 Kinder.

Ihre Arbeit, unterstützt von weiteren Helfern aus dem Verein, trägt offenbar Früchte: Erstmals seit längerer Zeit treten in der Winterrunde wieder drei Nachwuchsmannschaften aus Schriesheim an. Vergnügungswartin Manuela Heesen warb für Turniere und Feste um Mitarbeit. So steht demnächst der Einsatz auf dem Weihnachtsmarkt an, für den noch Helfer gebraucht werden.

Beim Punkt Neuwahlen gab es Veränderungen in der geschäftsführenden Vorstandschaft. Aus beruflichen Gründen zog sich Thomas Müller vom Posten des stellvertretenden Vorsitzenden zurück. Für ihn rückte Rainer Singer nach. Pressewart Heinz Appel übergab sein Amt an Nina Müller.

Der Haushaltsplan für 2018, von Günther Lang unter dem Motto "Sparen" vorgetragen, traf auf einhellige Zustimmung. Abschließend bat Ehrenpräsident Michael Henseler eine ganze Reihe von langjährigen Mitgliedern zur teilweise nachträglichen Ehrung zu sich.

Was im vergangenen Jahr nicht funktionierte, wurde bei der diesjährigen Hauptversammlung nachgeholt: Der Tennisclub ehrte am Freitag seine langjährigen Mitglieder. Foto: Dorn

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung