27.11.2017

Kurpfalz-Grundschule leuchtete von Kinderhand

Förderverein will mit Feiern wie dem "Lichterfest" gemeinsame Rituale schaffen - Von Liedern bis zur Deko war alles selbst gemacht

Schriesheim. (mpt) Auf einmal wird es dunkel im Bewegungsraum. Kein Licht. Lehrerin Ellen Baumann stellt den Kindern der Kurpfalz-Grundschule eine knifflige Frage: "Wie viele Stacheln hat ein Igel?" "8000, 4000 oder 2000?", fragen die älteren Schüler weiter. Dann flitzen die Quizjäger los, erst aufs grüne Feld, dann aufs weiße. "Eins, zwei oder drei? Letzte Chance - vorbei! Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht", verkündet die Klassenlehrerin der 3a. Und siehe da. Alle Kinder werden von einer kleinen Lampe angestrahlt. Sie lagen mit ihrem 8000-Tipp goldrichtig.

Das erste Kurpfälzer Lichterfest der Grundschule im Schulzentrum erweist sich als großer Erfolg. Nicht nur die Wiederentdeckung der Kult-Kindersendung "Eins, zwei oder drei" hat daran entscheidenden Anteil. Hier Verkaufsstände, dort Leckereien wie Kinderpunsch oder Laugengebäck: In der Aula, Mensa, dem Schulgang und den Klassenräumen der Kurpfalz-Grundschule herrscht am späten Freitagnachmittag beste vorweihnachtliche Stimmung.

Zum Auftakt stellen sich Schüler, Lehrer und Eltern im Pausenhof in einem Halbkreis auf. Kerzen werden entzündet. "Willkommen zum Lichterfest. Schön, dass ihr alle da seid", stimmen die Lehrer ein eigens für das Fest komponiertes Lied an. Auch Herbstlieder wie "Bunt sind schon die Blätter" werden gemeinsam vor dem Lichtermeer gesungen.

Den Übergang vom Herbst in die Adventszeit zu zelebrieren, das ist der Hintergrund für die Premiere des Lichterfestes. Feste feiern, Rituale schaffen, mit dieser Idee trat der Förderverein an die neue Schulleiterin Sabine Grimm heran. "Sie sind damit bei mir auf offene Türen gestoßen", betont sie. Nach ihrer Amtseinführung Mitte November folgt also gleich die nächste Feierlichkeit, bei der alle Beteiligten, ob Schüler, Lehrer oder Elternbeirat, bereits im Vorfeld fleißig Hand anlegten.

Das wird vor allem bei den Verkaufsständen sichtbar. Selbst gebastelte Weihnachtskarten, Windlichter aus Einmachgläsern, Laternen aus Papier und alten Dosen, kleine Wichtelmännchen mit bunten Bärten oder Herbstblätter aus Ton: Bei der Hülle und Fülle an Dekorationsartikeln können auf dem Basar bereits die ersten Weihnachtseinkäufe erledigt werden.

Während in der Mensa Kakao in großen Mengen angerührt wird, wandert in der Schulküche bereits am frühen Abend die letzte Waffel über die Ladentheke. An der Wand prangen zwar Info-Tafeln über Low Carb, Raw Food und Veganismus, doch heute sind Kohlenhydrate und Eier ausdrücklich erlaubt. "Die Waffeln waren heiß begehrt, der Teig ist weg", sagt Helene Schuhmacher, die Klassenlehrerin der 3c, während sich die Schüler darüber freuen, dass es in der Kasse klingelt. Dass Schülerin Diana deshalb eher weniger vom Lichterfest mitbekommt, stört sie nicht. "Mir hat es am Waffelstand Spaß gemacht", sagt sie und kann sich doppelt freuen. Schließlich wird durch den Erlös auch das Zirkusprojekt im Frühjahr mitfinanziert.

Auch die Eltern lassen sich von der Begeisterung anstecken. "Ich hatte vorher keine genaue Vorstellung, aber ich finde, die Kinder haben das sehr goldig gemacht und harmonisch im Klassenverbund gearbeitet", ist Julia Lewandowski vom Lichterfest sehr angetan. Ihr Mann Albert hebt hervor, dass alles eigenständig kreiert wurde - von den Lichtern über die Leckereien bis zu den Liedbeiträgen. "Es ist ein Zeichen der Gemeinschaft in unserem Schulschiff", sagt Schulleiterin Grimm, die sich eine Wiederholung gut vorstellen kann. "Aber es muss nicht im Spätherbst sein. Es ist auch möglich, dass wir das Fest durch die Jahreszeiten kreisen lassen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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