19.12.2017

Schriesheimer Weihnachtsdorf: Wetter machte Stand-Betreibern Probleme

Schriesheimer Weihnachtsdorf: Wetter machte Stand-Betreibern ProblemeWeihnachtsdorf litt unter Nässe und Kälte - Verkauf lief schlechter als letztes Jahr - Immerhin heizte die T-Band den Besuchern ein

Auch wenn es dieses Jahr nicht ganz so rund lief, will man das Weihnachtsdorf in Schriesheim nicht missen. Die Besucher konnten sich auch am Wochenende an den Ständen mit Leckereien eindecken, sich beraten lassen und sogar Christbäume erstehen. Musik gab es von den "Pipes and Drums" (r.o.) sowie der "T-Band" (r.u.). Fotos: Dorn

Von Carolina Paul

Schriesheim. Das Wetter war nicht gerade vielversprechend am ersten Wochenende des Weihnachtsdorfs: Schnee und Sturmböen verschonten zwar den Großteil der Stände, die Plätze vom Restaurant La Pineta und Doppio Gusto sowie das Zelt von Manuela Krahé aber nicht. Und nicht nur optisch hinterließ das Wetter Spuren, auch die Besucherzahlen hatten laut Organisator Volker Paul im Vorjahresvergleich abgenommen. Er sammelte Geld für die Markus Paul Stiftung. Diese unterstützt Polizisten, die Opfer jugendlicher Gewalttäter wurden, und ihre Angehörigen.

"Heute müsste aber noch mal eine Ladung kommen", vermutete Paul im Verlauf des zweiten Wochenendes und meinte damit vor allem die Abendstunden des Samstags, als die T-Band auf der Bühne spielte. Anders als in den Vorjahren zog sich der diesjährige Weihnachtsmarkt über das zweite und dritte Dezemberwochenende - statt über das dritte und vierte. Die Leckerbisschen-Standbetreiberin und Organisatorin Ela Drop sieht darin den Kern des Problems: "Die Schriesheimer haben sich vielleicht noch nicht an die geänderten Zeiten gewöhnt." Im Großen und Ganzen waren aber doch alle zufrieden mit den Verkaufszahlen.

Für die Handballerdamen des Turnvereins schien es sogar ein besonders gutes Jahr zu sein, wie die freiwilligen Helferinnen erklärten. Die Kolleginnen vom Tennisclub hatten am ersten Wochenende sogar den absoluten Renner im Angebot: Die selbst gemachte Currysoße von Marion Long, die im wahrsten Wortsinne heiß begehrt war. Kulinarisch hatte das Weihnachtsdorf an fast jedem Stand etwas zu bieten, so auch bei Sandra Röger. Die Visagistin und Beautyberaterin schloss sich den anderen an: "Es war etwas ruhiger als letztes Jahr." Ihr zog es gleich zu Beginn den Schnee in die Hütte, den sie erst einmal beseitigen musste. Wie schon erwähnt, waren nicht alle Betreiber so glimpflich davongekommen.

"Wir mussten uns ein neues Zelt kaufen. Jetzt stehen wir Gott sei Dank zwischen zwei Hütten", klagte Krahé, die ihren Standplatz neben der Bühne unfreiwillig wechseln musste. In der Nacht von Samstag auf Sonntag war ihre geliehene Überdachung komplett zerstört worden. Trotzdem blieb sie bei guter Stimmung und erzählte, dass sie viel Spaß am Verkaufen gehabt habe. "Zwischen 17 und 19 Uhr ist eigentlich am meisten los. Ab einer gewissen Uhrzeit geht dann sowieso Essen und Trinken am besten."

Ulrich Wagner und seine Frau Helga konnten das nicht so ganz unterschreiben: "Wenn die Eltern mit Kindern nachmittags kommen, ist bei uns mehr los." Für sie lief es dieses Jahr eher durchschnittlich: "Es ist immer mal besser, mal schlechter. Vielleicht war dieses Jahr der Zeitpunkt zu früh." Standnachbarin Petra Montag, die unter anderem selbst gemachte Kissen verkaufte, profitiert das ganze Jahr über vom Weihnachtsmarkt, dadurch gewinne sie dauerhaft Kundschaft. Ihre linke Standnachbarin brachte es auf den Punkt: "Das Wetter war miserabel. Und wir sind schon etliche Jahre dabei."

Der Weihnachtsbaumverkauf von Emil Kling hatte mit dem schlechten Wetter keine Probleme: "Bei uns sind zwar ein paar Bäume umgefallen, die haben wir aber nach einer Weile einfach liegengelassen. Da ist vielleicht mal ein Zweig abgebrochen, aber sonst nichts", berichtete seine Schwester Marianne Kling. Bei ihnen lief diese Saison "nur gut". Der Weihnachtsbaum scheint sich weiter großer Beliebtheit zu erfreuen. Fazit: Die Weihnachtsdorfbesucherzahlen wären besser gewesen, hätte das Wetter am ersten Wochenende einfach mitgespielt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung