17.03.2018

Evangelische Kirche Schriesheim-Altenbach: Protestanten lassen Glocken nachts nicht mehr läuten

Evangelische Gemeindeversammlung beschloss wegen Beschwerden das Abschalten - Organist Genya Kai für zehn Jahre Tätigkeit geehrt

Schriesheim-Altenbach. (kaz) "Hörst Du nicht die Glocken?" lautet eine bundesweite ökumenische Kampagne, die am 1. Dezember begann. In Altenbach ist das Schlagwerk der Evangelischen Kirche nun aber von 22 bis 6 Uhr abgestellt. Die Kirchengemeinde reagierte damit auf Beschwerden, dass die Glockenschläge durch den neuen Lamellen-Turm lauter zu hören seien und die Nachtruhe störten.

Dass die Läuteordnung zwischen kirchlichem und weltlichem Geläut unterscheidet, hatte Gemeindediakon Klaus Nagel bis dahin nicht gewusst. Der Glockenschlag, der die Uhrzeit signalisiert, ist jedenfalls ein weltlicher. Mit dem Satz, in Altenbach solle es keine "Dezibel-Messungen" geben, begründete er den Beschluss in der von Christian Wolf geleiteten Gemeindeversammlung nach dem Sonntagsgottesdienst.

Derzeit hat die evangelische Kirchengemeinde 647 Mitglieder und für diese nach dem neuen Liegenschaftsprojekt der Landeskirche 73 Prozent Fläche zu viel, was langfristig vermutlich weniger Zuschüsse bedeutet. Die Einnahmen durch die Kirchensteuer seien bislang stabil, so Nagel. Das leichte Minus im Haushalt erklärte er mit der Vervierfachung der notwendigen Rücklage nach der Kirchenrenovierung, die jetzt bei rund 4600 Euro liege. Ein Kostenfaktor in ähnlicher Höhe sei auch die Anschaffung einer neuen großen Spülmaschine für das Gemeindehaus. Nachdem die alte den Geist aufgegeben hatte, war die Spendenbereitschaft riesig. Sollten nochmals 1000 Euro reinkommen, wäre das Gerät unabhängig vom Haushalt finanziert.

Seinen nächsten Großeinsatz wird es beim Gemeindefest im Juli haben, bei dem auch das 25-jährige Bestehen des Gemeindehauses gefeiert wird. Großes Lob für die familiäre Gemeinschaft bei den Gottesdiensten und sonstigen Gelegenheiten kam von Pfarrer Kieren Jäschke, der seit etwa einem halben Jahr im Amt ist: "In Altenbach passiert viel, und es ist nicht selbstverständlich, dass alles so gut läuft."

Vom Kirchenchor mit rund 25 Sängerinnen und Sängern berichtete Patrick Minkus. Im Lutherjahr habe der Chor zehn Gottesdienste mitgestaltet und einige neue passive Mitglieder gewonnen, die die Arbeit finanziell unterstützen. Mit Liedern und Lesungen wolle der Chor bei einer Veranstaltung Ende des Jahres die Weihnachtsgeschichte erzählen, was auch ein niederschwelliger Einstieg für künftige Chormitglieder werden könne. Apropos Weihnachten: Weil die Christmette an Heiligabend nur schwach besucht war, überlegt der Kirchengemeinderat, sich künftig auf die Gottesdienste um 15 und 17 Uhr zu beschränken. Im Gemeindebrief werden die Gläubigen aufgefordert, dazu ihre Meinung zu äußern.

Für die ökumenische Frauengruppe, die sich alle zwei Wochen dienstags um 19 Uhr im Gemeindehaus trifft, sprach Heike Lukhaup. Zu einer Erfolgsgeschichte scheint der Frühstückstreff im Gemeindehaus geworden zu sein, der seit zweieinhalb Jahren an jedem dritten Donnerstag ab 8.30 Uhr stattfindet. Die Teilnahme ist kostenlos, für Spenden steht eine Kaffeekanne bereit. Heidi Morath verlas zu der geselligen Veranstaltung einfach einige Einträge aus dem Gästebuch. Geehrt wurde bei der Gemeindeversammlung Konzertorganist Genya Kai, der in der Kirche seit zehn Jahren die Gottesdienste begleitet. Weil er gern zu Fuß unterwegs ist, bekam er zum runden Jubiläum einen Rucksack samt Verpflegung geschenkt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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