18.04.2018

Schriesheim: Sicherheitsauflagen sind jetzt Chefsache

Die Anforderungen für Veranstaltungen müssen vom Bürgermeister abgesegnet werden - Kosten für Security-Personal zahlt notfalls die Stadt

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Security-Mitarbeiter bei Kinderflohmärkten, Einschulungen und Faschingsfeiern: Vorerst soll das bei Veranstaltungen von Vereinen in öffentlichen Gebäuden nicht mehr nötig sein. Das bestätigte Bürgermeister Hansjörg Höfer am Montag auf Anfrage. Zuvor hatten Vereine über hohe Kosten durch die Sicherheitsauflagen der Stadt geklagt, die Grüne Liste hatte Ende Februar im Gemeinderat zudem einen Antrag auf Kostenübernahme durch die Stadt gestellt.

Auf der Tagesordnung des Gremiums gelandet ist der Antrag bisher aber nicht. "Wir werden sehen, wie die Themenmenge in der Maisitzung aussieht", sagte Höfer. "Aber wir sollten uns Zeit nehmen, um das zu diskutieren." Reagiert hat die Stadtverwaltung dennoch: War bisher ein Beauftragter der Kämmerei im Rathaus allein für die Festlegung der Sicherheitsauflagen zuständig, müssen diese jetzt auch explizit von Bürgermeister Höfer abgesegnet werden: "Was gefordert wird, muss bei mir über den Schreibtisch."

Security-Mitarbeiter sollen dabei nicht mehr für Vereine zur Auflage gemacht werden, zumindest bis im Gemeinderat über den GL-Antrag auf Kostenübernahme entschieden wird. Der Elternbeirat des Kindergartens Römerstrolche darf bei seinem Kinderflohmarkt am Sonntag zum Beispiel auf Sicherheitspersonal verzichten. "Die Stadt hat nicht gesagt, dass wir da besondere Vorkehrungen treffen müssen", sagte Leiterin Gabriele Kohl auf Nachfrage.

Eine offizielle Mitteilung über die Änderungen gab es bisher nicht. Bürgermeister Höfer begründete den Schritt damit, dass er "Änderungsbedarf" bei den Auflagen gesehen habe. "Wir müssen die Vereine dabei mitnehmen", sagte er auf Nachfrage. "Wir lernen immer dazu." Gerade für das zuvor bei verschiedenen Veranstaltungen geforderte Security-Personal gebe es Kompensationsmöglichkeiten: "Es muss jemand vom Veranstalter da sein, der die Einhaltung der Auflagen kontrolliert und klar als solche Person erkennbar ist."

Im Februar hatte Kämmerer Volker Arras noch gesagt, dass Veranstalter dafür häufig keine geeigneten Helfer hätten. Jetzt macht die Stadt laut Höfer nur noch dann Sicherheitspersonal zur Auflage, wenn die Vereine selbst zu dem Schluss kommen, dass sie keine eigenen Ordner stellen können. "Dann kommt die Stadt aber auch für die Kosten auf", so Höfer.

Vereinsvertreter reagierten gestern erfreut auf die neue Regelung: "Das ist ein erster guter Schritt, der den Vereinen wieder etwas hilft", sagte Klaus Urban, Vorsitzender des Gesangvereins Liederkranz. "Die Vorgaben waren zum Teil völlig überzogen gewesen." Urban begrüßte, dass Höfer nun selbst die Auflagen überprüfen will. "Da vermutet man aber schon, dass da vorher etwas zu viel Willkür betrieben wurde."

Urbans Kollege vom Männergesangverein Liederkranz Altenbach, Jürgen Fitzer, sagte, man müsse jetzt erst einmal genau gucken, wie die neue Regelung aussieht. Von einer Änderung habe er bisher nichts gewusst. Fitzer äußerte sich dennoch optimistisch: "Wenn man das jetzt wirklich mit normalem Augenmaß macht, hilft das beiden Seiten."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung