15.07.2005

Und zum Riesling gibt‘s die große Überraschung

Und zum Riesling gibt‘s die große ÜberraschungJubiläums-Terminkalender der Winzergenossenschaft ist prall gefüllt – Festabend am 23. Juli – Wer spielt beim Rock‘n‘Riesling-Special?

Von Carsten Blaue

Schriesheim. „Wir wollen uns als modernes, erfolgreiches sowie als kleines, aber feines Unternehmen präsentieren“. Die Winzergenossenschaft wird dieses Jahr (genauer gesagt: am kommenden Dienstag, 19. Juli) 75 Jahre alt, und die Jubelfeiern, die jetzt am Sonntag beginnen, sollen auch zeigen, was die Genossenschaftler drauf haben. Da sind Geschäftsführer Harald Weiss und Vorstandschef Friedrich Ewald selbstbewusst. Im Terminkalender zum Jubiläum stehen einige gute Gelegenheiten, an denen Schriesheims Genossenschaftswinzer die Gäste mit ihren Erzeugnissen verwöhnen werden.

Am kommenden Sonntag, 17. Juli wird ab 11 Uhr im Kerg-Museum im Rahmen einer Matinée für geladene Gäste der Jubiläumswein vorgestellt und natürlich gekostet – eine 2003er Spätburgunder Spätlese trocken aus ertragsreduzierten Rebanlagen. „Ein Top-Rotwein. Er ist bereits ausgezeichnet mit einer Goldmedaille des Badischen Weinbauverbandes“, sagt Weiss. Zu einem besonderen Tropfen gehört ein besonderes Etikett – gerade auf dem Jubiläumswein. Die Winzergenossenschaft hatte im Frühjahr einen Gestaltungswettbewerb ausgelobt. Unter den 27 Einsendungen wurde von den Juroren Weiss, Ewald, Bürgermeister Peter Riehl, Kerg-Museumsleiterin Lynn Schoene, Romy Schilling vom Kulturkreis, Archivarin Ursula Abele sowie Thomas Horn vom Badischen Winzerkeller das schönste Etikett ausgewählt. Wer den Wettbewerb gewonnen hat, wird bis Sonntag ein gut gehütetes Geheimnis bleiben. Dazu Weiss: „Die Jubiläums-Flaschen sind etikettiert und im Keller versteckt“. Er verrät aber, dass für einen Wein des wahren Jubiläumsjahrgangs 2005 ein weiteres Etikett ausgesucht wurde, quasi als „Sonderpreis“. Die zehn schönsten Entwürfe sind auch noch am 24. Juli im Kerg-Museum zu sehen (von 14 bis 17 Uhr). Die Matinée wird von Hans-Dieter Schotsch musikalisch begleitet. Den Geburtstag am 19. Juli feiert die Winzergenossenschaft gemeinsam mit ihren Kunden: Im Laden warten auf sie kleine Überraschungen für den Gaumen. Jubiläumsangebote soll es geben, und außerdem gibt es für das Team der Winzergenossenschaft ein neues Outfit: „Bis dahin sind unsere Jubiläums-Polo-Shirts fertig“, hofft Weiss. Am Freitag, 22. Juli gedenkt die Winzergenossenschaft um 17 Uhr auf dem Friedhof ihrer verstorbenen Mitglieder. Die Altbläser des Evangelischen Posaunenchors werden die Gedenkstunde musikalisch begleiten, in der an den Gräbern der ehemaligen Vorsitzenden Wilhelm Brunn, Walter Sandel, Martin Müller sowie Ludwig Sander (er war auch Ehrenvorsitzender) Blumengebinde niedergelegt werden sollen. „Wir wollen so stellvertretend an alle verstorbenen Mitglieder erinnern“, so Ewald. Auch beim Festabend am Samstag, 23. Juli, ab 19 Uhr werden gewiss nicht nur die 27 Gründungsmitglieder der Winzergenossenschaft im erinnernden Gedächtnis vieler sein. Ewald und Weiss berichten, dass die Mehrzweckhalle, die eine festliche Beleuchtung und Ausstattung erhält, auf 800 Gäste vorbereitet wird (auch die Badische Weinkönigin Simone Landerer hat zugesagt). Der Sektempfang, der wieder von Schotsch musikalisch untermalt wird, beginnt bereits ab 18 Uhr, das Programm dann eine Stunde später.

Ewald wird die Gäste begrüßen und auf die 75 Jahre der Genossenschaft zurückblicken. Die Festansprache hält Gerhard Roßwog, der Vorstandschef des Badischen Genossenschaftsverbandes. Die Gesangvereine werden Lieder zum Besten geben, und natürlich gibt es zahlreiche Grußworte. Die Winzergenossenschaft spendiert ihren Gästen zu den Reden schon mal kleine Häppchen und Partybrötchen zum Wein.

Nach dem quasi offiziellen Teil wird das kalt-warme Buffet der Metzgerei Forschner und des Partyservice Mack eröffnet. Auch bemerkenswert: Der KSV wird für die komplette Bewirtung sorgen. Zudem richtet die Winzergenossenschaft eine exquisite Weinecke mit Probierstand ein. Zum kulinarischen Genuss wird das Stadtorchester Schriesheim unter der Leitung von Heiner Kranz spielen.

Am Sonntag, 7. August, ein weiterer Jubiläumstermin: Dann wird von 11 bis 18 Uhr das „Kelterhausfest“ gefeiert. Für Musik wird die „Strada Montana Big Band“ der Musikschule sorgen. Auf ein musikalisches Highlight darf man sich auch am Samstag, 5. November, freuen. Dann steigt im Zehntkeller ein „Rock‘n‘Riesling“-Special zum Jubiläum.

Und wenn die „T-Band“ zum Vorprogramm wird, dann muss der Top Act eine echte Größe sein. Weiss lächelt nur. Natürlich weiß er mehr – und behält es für sich. „Wir wollen nicht, dass es mit den Kartenwünschen jetzt schon los geht“, sagt Ewald.

Zu einem solchen Jubiläum gehört natürlich auch eine Chronik. Sie wird jedoch nicht beim Festabend vorgestellt, sondern erst am Jahresende. Und das macht Sinn. Denn durch den späten Erscheinungstermin kann der Autor, Journalist Konstantin Groß, noch das komplette Jubiläumsgeschehen in sein Buch aufnehmen. Also erscheint die Chronik zum denkbar günstigsten Zeitpunkt.

Quasi eine Punktlandung hat die Winzergenossenschaft auch mit ihrem jüngsten Produkt hingelegt: Erstmals steht ein Sauvignon Blanc (Foto: Kreutzer) in den Regalen des Ladens. Ewald freute sich ungeduldig auf den Jungfernwein aus dem Jahrgang 2004: „Ich konnte es kaum erwarten“. Aber der Vorstandsvorsitzende stellt klar: „Wir wollen nicht immer nach der Mode gehen. Wir haben jetzt den Chardonnay und den Sauvignon Blanc, und damit ist‘s auch wieder gut“. Bekannte Anbauregionen für den Sauvignon Blanc sind Südafrika, Frankreich, Norditalien oder auch Neuseeland. „Und unser Klima ist mit dem neuseeländischen durchaus vergleichbar“, sagt Weiss. Nicht alle Schriesheimer Winzer waren vom Anbau des Sauvignon Blanc auf Anhieb überzeugt. „Da war Überzeugungsarbeit nötig“. Angebaut wird die Traube auf etwa 0,4 Hektar. Das Ergebnis kann sich schmecken lassen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung