22.07.2005

Mehr Platz für Naturwissenschaft und Kunst

Mit dem Erweiterungsbau am Schulzentrum werden die räumlichen Voraussetzungen zur Stärkung des Realschul-Profils geschaffen

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Geschätzte 2,1 Millionen Euro wird die Haupt- und Realschulerweiterung am Kurpfalz-Schulzentrum kosten. „So hoch muss der Betrag nicht werden“, meint aber Hauptamtsleiter Edwin Schmitt. Der vermutete Ansatz sei eher zu üppig kalkuliert, glaubt er. Jedenfalls steht fest, dass das Land aus Schulbaumitteln 616000 Euro übernimmt und nochmal 255000 Euro aus dem Ausgleichsstock dazu kommen. Die Zuschussmittel werden aber nur dann nach Schriesheim überwiesen, wenn auch bis Juni nächsten Jahres mit dem Bau begonnen wird.

Vier Fachräume, zwei Vorbereitungsräume und zwei Klassenzimmer sollen nach den Plänen von Prof. Lothar Götz gebaut werden. Zwei von den Fachräumen werden technisch vorbereitet auf das neue Realschul-Hauptfach „Naturwissenschaftliches Arbeiten“ (NWA), eine Art Fächerverbund aus Biologie, Chemie und Physik. NWA spielt inhaltlich also eine größere Rolle. Ein Raum wird dem Technik-Unterricht zur Verfügung gestellt, und das vierte fachgebundene Zimmer wird auf die Bildende Kunst ausgerichtet. Auch die Hauptschule soll durch den Anbau gestärkt werden, „auch wenn wir davon etwas mehr profitieren werden“, so Realschul-Rektor Hans-Jürgen Krieger gestern im Gespräch. Seine Schule wird dafür das bisherige Kunst-Zimmer und einen der bestehenden Räume für die Naturwissenschaften an die Hauptschule abgeben. Bisher wurden diese von beiden Schulzweigen gemeinsam genutzt.

Etwa vor zwei Jahren wurden die Lehrsäle für die Naturwissenschaften auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Komplette, deckenversorgte Leitungszüge wurden eingebaut; danach waren die fest installierten Praktikumstische überholt. Eine Verbesserung für die Unterrichtsgestaltung. Je nach experimentellem Bedarf können seitdem die Tische verschoben werden. „Die neuen Räume werden technisch die gleiche Qualität haben“, sagt Krieger. Etwa 530 Quadratmeter wird die reine Raumfläche der neuen Zimmer betragen. Sie entstehen in einem quasi frei stehenden Gebäude, das über einen etwa 30 Meter langen Gang erschlossen wird. Der einstöckige Flachdach-Anbau soll im südöstlichen Bereich des Schulhofs gebaut werden.

Krieger verspricht sich von der Erweiterung eine „Wahrung und Verbesserung schulischer Standards, weil wir mehr Raum für den Unterricht haben“. Das komme dessen Qualität zugute. Zudem ergebe sich daraus eine klarere Profilierung der einzelnen Schulzweige Real- und Hauptschule, sagt Schmitt. Beide seien stark verflochten gewesen. Jetzt werde eine infrastrukturelle Abgrenzung möglich.

Durch die Nutzungskonzeption des Anbaus werde ferner das Profil der Realschule gestärkt: „Wir stehen damit noch ganz am Anfang. Wir haben uns ein Profil mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften und Kunst gegeben. Auch insofern ist der Bau dem Bedarf angemessen – zumal, wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen“.

Denn auch die Realschulen stehen im Wettbewerb um die Schüler. Ebenso wie die Gymnasien sind sie nicht an Schulbezirke gebunden. Und auch die Realschulen haben mehr Freiheiten bekommen in der eigenen Gestaltung ihrer pädagogisch-fachlichen Konzeptionierung.

Das ging einher mit der Einführung der Bildungspläne, die die Lehrpläne gänzlich ablösen werden. „Das eigene Profil der Schule macht im Curriculum etwa ein Drittel aus. Zwei Drittel sind Pflichtcurriculum“, so Krieger. Er erläutert, dass das neue Hauptfach NWA in kleineren Schülergruppen besser vermittelt werden kann. Entsprechend sollen die Klassen für den Unterricht in NWA in kleinere Gruppen geteilt werden. Auch unter diesem Aspekt ist der Anbau der neuen Räume gewiss hilfreich.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung