28.02.2006

Wo „Fahrschüler“ das Zwerchfell attackieren

Der Katholische Kirchenchor „Cäcilia“ feierte Fastnacht – Premiere für das Senioren-Tanzkränzchen „Zweiter Frühling“
Eine Schunkelrunde gleich zu Anfang: So wärmten sich die Gäste der Kirchenchor-Fastnacht auf, bevor das Senioren-Tanzkränzchen „Zweiter Frühling“ mit dem ersten Auftritt des Abends für Lacher sorgte.
Schriesheim. (zg/anzi) Der Katholische Kirchenchor „Cäcilia“ weiß, wie man Fasching feiert. Am Wochenende war es wieder soweit. Mit vielen Beiträgen, guter Musik und bester Stimmung erlebten der Chor und seine Gäste einen durch und durch närrischen Abend.

Ein schriller Pfeifton war das Startsignal für die diesjährige Kirchenchor-Fastnacht und für den Musikus des Abends, Stefan Bried. Und gleich ging es los mit einer Schunkelrunde zum Warmwerden. Da ließen sich die Narren nicht zwei Mal bitten. Schon bewegten sich viele im bunt dekorierten Saal zu den flotten Rhythmen. Andere stärkten sich erst noch. Nach dieser Aufwärmphase begrüßte die Vorsitzende Margarete Weber die närrische Schar – besonders den Dirigenten, Thorsten Gedak (im Cäsar-Look), aus Dossenheim Norbert Hartel samt Gattin, Evelyn Ries von der KFD, Stadträtin Isolde Nelles und eine Abordnung des Gesangvereins Lyra. Danach gab‘s aber gleich in die erste offizielle Tanzrunde. Gelegenheit zum Kostüm-Check auf dem Parkett. Und man muss sagen: Die Cäcilia-Choristen hatten sich ganz schön ins Zeug gelegt. Indianer, Orientale, Zauberer, eine leibhaftige Spinnenfrau, Clowns, Katzen, sogar Streikende sowie ein Narr in Richter-Robe hatten ihren Spaß.

Den ersten Auftritt des Abends gab eine neue Gruppierung der Gemeinde, und zwar das Senioren-Tanzkränzchen „Zweiter Frühling“. Die Paare zeigten eine humorvolle Kostprobe ihres Könnens. Schon alleine der Einmarsch in den Saal sorgte für Heiterkeit. Ächzend, humpelnd, am Gehstock schleppte sich die Gruppe in den Saal – mit Schrumpelmasken und passend „alten“ Kostümen ausgestattet. Die Paare, allesamt Eigengewächse des Katholischen Kirchenchores, tanzten zu Evergreens wie „Money, Money“. Der jubelnde Dank des Saales war Christel Augustin, Sybille Harbarth, Bärbel Helfrich, Claudia Meffert, Alexandra Meier, Gisela Mittelstädt, Anita Schmitt, Nadine Schmidt, Klara Schneider und Margarete Weber sicher.

Nach der obligatorischen Polonaise besuchte Dr. Elisabeth Bohnert in der Rolle eines Schriesheimers ein Wirtshaus, in dem sich auch griechische Gastarbeiter befanden, und präsentierte ihre Interpretation des Jürgens-Schlagers „Griechischer Wein“ – den sie kurzerhand in „Schriesheimer Wein“ umtextete. Ihr Vortrag gelang zum allgemeinen Vergnügen bestens. Herrlich auch Anita Schmitt, die als Wenke Myrrhe „Ich hab‘ ein knallrotes Gummiboot“ sang: Heftiger Jubel! In rotem Kleidchen und Hütchen sowie langen Zöpfen setzte sie den Schlager gekonnt in Szene.

„Feine Dame“ trifft „Fraa vum Land“

Ohne Pause ging es weiter mit Angriffen auf die Lachmuskeln. Für die nächste Überraschung sorgte Erich Schmitt als DJ Ötzi. Mit der obligatorischen weißen Mütze persiflierte er den „Fastfood-Hit“. Dabei hielt es keinen mehr auf den Stühlen. Nach dem tosenden Applaus legte Schmitt noch „Hey Babe“ nach. Das Vergnügungskomitee hatte wieder keine Kosten und Mühen gescheut, um das närrische Publikum zu unterhalten.

Inzwischen war auch die Bar geöffnet. Claudia Meffert glänzte auch noch als etwas unglücklich agierende „Fahrschülerin“. Selbst die hohen Plateauschuhe („Damit komm‘ ich besser an des bleede Gaspedal“) konnten nicht verhindern, dass sie auch noch nach 100 Stunden Bremse und Gas verwechselte. Sie erzählte, wie sie gleich mal ein Auto geschrottet hat. Zu später Stunde traten noch zwei auf, „die sich gesucht und gefunden haben“: Bernhard Harbarth als „feine Dame“ und H. J. Mittelstädt als „die Fraa vum Land“. In ihrer gemeinsamen Pantomine-Nummer versuchte die Bodenständige ihr feines Gegenüber pausenlos nachzuahmen. Harbarth und Mittelstädt sorgten für Zwerchfell erschütternde Heiterkeit.

Aber auch der schönste Kirchenchor-Fasching geht mal zu Ende. Wieder zeigte sich an der Resonanz, wie beliebt die Veranstaltung ist. Der Dank des Chors galt Alleinunterhalter Bried, dem Vergnügungskomitee und den Akteuren für ihre kreativen Einfälle, sowie den Helferinnen und Helfern, die vor, während und nach der Veranstaltung zu deren gutem Gelingen beitrugen. Nicht zuletzt galt der Dank auch der neuen Vorsitzenden des Chors. Margarete Weber hat ihre „Feuerprobe“ mit Bravour bestanden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung