18.04.2006

Mit Ostereiern den Kanzelbach geflutet

Zufriedenes Organisationsteam des Fördervereins Kinderschachtel: 650 Eier im Rennen und 70 Spenden für die Preise

Eier über Eier, 650 an der Zahl, schaukelten den Kanzelbach hinab.
Von Anke Blaue

Schriesheim. Eine große Laola-Welle rollte am Ostersamstag den Kanzelbach entlang, zumindest von der Ölmühle bis zur Leutershäuser Straße. Denn auf dieser Strecke warteten rund 300 Großeltern, Eltern und Kinder auf den Startschuss für das erste Schriesheimer Ostereierwettrennen und folgten der Aufforderung Bürgermeisters Hansjörg Höfers, zur Einstimmung eine „Welle“ zu machen, damit die vielen bunten Eier im Bach auch gut vorankommen. Dann kippte Höfer den großen Flechtkorb mit den über 650 farbigen Plastikeiern in den Kanzelbach und die kleinen und großen Teilnehmer feuerten ihre schwimmenden Eier an.

Manche der Eier brauchten ein wenig Starthilfe, wehte sie doch der Wind in die falsche Richtung, andere schafften es zunächst langsam vorwärts über das Mühlrad der Ölmühle, um dort eine Stufe tiefer zu fallen und sich entweder im Wasser weiter nach vorne treiben zu lassen oder sich hinter dem Mühlrad zu verstecken.

Die Idee des Ostereierrennens kam vom vor einem Jahr gegründeten „Förderverein Kinderschachtel“. Deren erstes Projekt war und ist, das Außengelände der „Kinderschachtel“ in einen naturnahen Erlebnisgarten umzuwandeln. Mit dem Erlös des Ostereierrennens soll das engagierte Gartenprojekt unterstützt werden.

Die bunten Plastikeier konnte man bereits im Vorverkauf für einen Euro erstehen. Jedes der Eier hatte eine Nummer. Hartmut Voss, Vorsitzender des Fördervereins, erklärte am Samstagnachmittag die Regeln. Start war im Kanzelbach auf Höhe der Ölmühle, Ziel auf Höhe des Eiscafés Ferrario, wo die engagierten Eltern die ankommenden Eier mit einem gespannten Netz abfingen.

Um besser entscheiden zu können, in welcher Reihenfolge die Eier ins Ziel gelangten, musste jedes Ei am Ende durch eine schmale Röhre. „Es ist das erste Mal, dass wir dieses Rennen veranstalten, wir wissen somit nicht genau was passiert“, meinte Voss zu Beginn. Mit drei, vier Eiern habe man die Strecke vorab getestet, aber nicht mit über 600.

Immer wieder blieben Eier auf der „Rennstrecke“ hängen, doch die fleißigen Eltern standen mit Gummistiefel und Rechen im Bachbett und holten die „verloren gegangenen“ Eier wieder auf die Strecke zurück. Bürgermeister Höfer lobte die Idee, auf solche Weise Geld für den Kindergarten zu sammeln: „So bunt war der Kanzelbach lange nicht mehr“. Und da das Ostereierrennen solch einen großen Zuspruch fand, konnte er sich vorstellen, dass es zur Tradition wird. „Das wird das nächste große Fest, was wir zwischen Mathaisemarkt und Straßenfest feiern können“, so Höfer.

Wie auch der Förderverein bedankte er sich bei den Mitarbeitern des Rathauses, der Feuerwehr und der Polizei und bei den zahlreichen Sponsoren. Denn am Ende gab es über 70 Preise zu gewinnen, die alle von Schriesheimer Gewerbebetreibenden gespendet wurden. Welch tolle Angebote darunter waren, erfuhr man bei der Siegerehrung auf dem unteren Festplatz. Die Nummern der ersten 70 eingetroffenen Eier wurden nach und nach aufgerufen und jeder konnte sich seinen Gewinn abholen. Für alle anderen Kinder gab es Trostpreise. Der erste Preis war ein Essen für zwei Personen im „Goldenen Hirsch“. Platz zwei gewann ein Wochenende mit einem BMW-Cabriolet 501 vom Autohaus Knopf, weiter gab es fünf Jahreseintrittskarten für das Waldschwimmbad von der IEWS, ein Gutschein von Foto Bauer für Porträtfotos, weitere Gutscheine von Supermärkten, Blumengeschäften, Apotheken und Buchläden, von der Minigolfanlage und viele attraktive Preise mehr.

Die Organisatoren, der Förderverein, waren am Ende mehr als zufrieden mit ihrem ersten Ostereierrennen, denn mit solch einem Erfolg hatten sie nicht gerechnet. Bisher haben sie 12600 Euro für ihr Gartenprojekt gesammelt und am Samstag kamen sicher noch einige Euro hinzu.

Im Frühsommer ist für das Projekt eine weitere Aktion geplant: Die „Vogelhochzeit“, eine Liedergeschichte von Rolf Zuckowski wird gemeinsam mit den „Kinderschachtel“-Steppkes aufgeführt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung