27.04.2006

Raum für junge kulturelle Angebote

Auch für die Jugendkunstschule und den Kindertreff: Höfer hat Nutzungspläne für den Strahlenberger Schulpavillon
Von Carsten Blaue

Schriesheim. Gestern hat Bürgermeister Hansjörg Höfer den Gemeinderat über seine Zukunftspläne für den Strahlenberger Schulpavillon unterrichtet. Höfer möchte das Gebäude dafür nutzen, dass Kunst- und Kulturangebot vor allem für Kinder zu erweitern. Nach seinen Plänen wäre ein Abriss kein Thema mehr. Höfer war sowieso nie dafür, was sich auch darin niederschlug, dass der Bürgermeister die 140000 Euro für die Beseitigung des Baus im Haushaltsentwurf strich. Der Gemeinderat trug das in der Haushaltsverabschiedung mit.

Sowohl die Jugendkunstschule mit Sitz in Heidelberg und erfolgreichen Dependancen auch in Handschuhsheim und Dossenheim hat Interesse an einer Nutzung der Räume gezeigt, wie auch die „Rebläuse“ und das Kammerorchester. Nach Höfers Plänen wird auch der Kindertreff KITS e. V. sein Spielangebot von den schönen Räumen in der Steinachstraße in den Pavillon verlagern (womit die Stadt auch Mietkosten in der Steinachstraße einsparen könnte). Der Bürgermeister stellt sich Angebote am Nachmittag vor, um mit dem Schulunterricht nicht zu kollidieren.

Die künftigen Nutzer müssten eine Miete bezahlen, die dem Zustand des Gebäudes angemessen ist (also wird es keine hohe Miete sein), aber auch die laufenden Kosten trägt. Sie müssten für Renovationen und die Reinigung ebenfalls selbst aufkommen: „Wir stellen nur die Räume zur Verfügung“. Über diese Modalitäten, so Höfer, hätte es gar keine Diskussion gegeben. Hauptamtsleiter Edwin Schmitt unterstrich, dass weder von den Asbest isolierten Öfen noch von den Formaldehyd-Werten eine Gefahr für die Nutzer ausgehe. Den Schimmel habe man im Griff. Schmitts Fazit: „Die Nutzung der Räume ist nicht gesundheitsgefährdend“. Durch die Entwidmung des Pavillons für schulische Zwecke findet hier seit September vergangenen Jahres kein Unterricht mehr statt. Seitdem gammele der Bau mehr oder weniger vor sich hin, so Schmitt. Daher habe man eine verträgliche Nutzung gesucht.

Höfer erinnerte daran, dass die Strahlenberger Grundschule nicht mehr drei-, sondern zweizügig sei. Daher reiche auch der Platz im bestehenden Schulhof. Der Abriss des Pavillons zugunsten einer schön gestalteten Schulhof-Erweiterung sei also nicht mehr nötig – zumal diese Umgestaltung für die Stadt auch nicht finanzierbar gewesen wäre, so Höfer. Seiner Ansicht nach hätten seine Pläne auch noch den positiven Nebeneffekt, dass die Innenstadt Schriesheims durch die Nutzer des jungen Kulturangebots im Pavillon belebt würde: „Ein Stück weit wäre auch das Wirtschaftsförderung.“

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung