21.09.2006

„Nur nicht die Nerven verlieren"

Schriesheim. Winzergenossenschaft wartet bis zum 28. Sepember mit dem Start der Weinlese – "Kein Spaziergang"

(pak) Bange machen gilt nicht: Die Schriesheimer Winzergenossenschaft will bis zum 28. September mit dem Beginn der Weinlese warten. "Nicht die Nerven verlieren", beruhigte Geschäftsführer Harald Weiss am Dienstagabend bei der Herbstversammlung.

Friedrich Ewald kennt sich als zweifacher und jung gebliebener Opa noch ganz gut mit Popmusik aus. In Erinnerung an Xavier Naidoos Hit, spannte der Vorstandschef der Schriesheimer Winzer den Bogen zum bevorstehenden Herbst: "Dieser Weg wird kein leichter sein." Das sieht Harald Weiss, sein Geschäftsführer, nicht viel anders. "Der Herbst 2006", teilte er den Weinbauern mit, "wird kein Spaziergang, er wird uns alles abverlangen".

Am 28. September, später als manchem lieb ist, wird die Genossenschaft erstmals Trauben annehmen, aber Weiss verwies jetzt schon darauf: "Es wird eine sehr differenzierte Lese nötig sein."

Gleichzeitig appellierten aber beide: "Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren." Damit erwiderten sie auch dem Genossenschafts-Winzer Peter Grüber, der auf einen früheren Lesestart drängte. Einige Weinberge müssten dringend abgeerntet werden, um die Trauben vor Fäulnis zu retten, forderte er. "Das sind Ausnahmen, wer das Jahr über gut gearbeitet hat, dem reicht unser Termin", entgegnete Weiss. Schließlich stelle jeder Herbst seine besonderen Aufgaben, die bislang immer gemeistert wurden. Und zum Beweis zitierte er aus dem Internet-Magazin "Zeit-Online", das die Schriesheimer Erzeuger im Sommer bei der Verleihung des Rotwein-Preises als "Vorzeigewinzer" beschrieben hatte.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung