10.11.2006

„Wir brauchen einen wirksamen Nichtraucherschutz"

Schriesheim. Letzter Vortrag in der Reihe zur Früherkennung von Krebserkrankungen zeigte Gefahren des Rauchens und Passivrauchens auf

Prof. Dr. Peter Drings (Foto: Dorn)
(sk) "Gefahren des Rauchens" und "Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko": Zwei brisante Themen. Darum ging es beim letzten Vortrag aus der Reihe "Vorsorge und Maßnahmen zur Früherkennung von Krebserkrankungen", die VHS und "Aktion Bewusstsein für Brustkrebs" veranstalteten.

Auch in Schriesheim sei das Thema sehr aktuell, so Bürgermeister Hansjörg Höfer, der Schirmherr der Vortragsreihe. Dr. Dieter Alt von der "Aktion Bewusstsein für Brustkrebs" erläuterte, dass ein Drittel aller Krebsfälle auf das Rauchen zurückzuführen sei und erinnerte an den Lungenkrebstod aller drei Marlboro-Männer. Er begrüßte als Referenten Prof. Dr. Peter Drings (Foto: Dorn), den ehemaligen Ärztlichen Direktor der Thoraxklinik und ehemaligen Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft.

"Ich will die Raucher nicht verteufeln, aber sie sollen nur dort rauchen, wo sie andere Menschen nicht gefährden können", erklärte Drings. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr 140000 Menschen an den Folgen des Rauchens – das sind 380 am Tag. In der Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen ist mit 45 Prozent der Anteil der Raucher am höchsten. Ein Viertel der 40- bis 60-Jährigen zählt mit mehr als 20 Zigaretten am Tag zu den schweren Rauchern, nur wenige kommen mit weniger als sechs Zigaretten pro Tag aus. Also: "Die meisten Raucher sind süchtig." Rauchen ist auch ein soziales Problem: In unteren Schichten ist der Anteil der Raucher am höchsten.

Tabakkonsum verkürzt das Leben, nach neueren Studien um zehn Jahre oder mehr. Schuld daran sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hirninfarkte und natürlich Krebs. Beim Raucher kommen Krebserkrankungen entlang der so genannten "Rauchstraße" vor, die von der Mundhöhle über Nase, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen, Pankreas bis hin zu Harnblase, Niere und bei Frauen dem Gebärmutterhals führt. Auch Knochenkrebs und Leukämie kommen beim Raucher vor, ebenso wie Impotenz, koronare Herzkrankheit, Diabetes oder Osteoporose. Rauchen schwächt das Immunsystem, kann zu Ausschlägen, Haarausfall und Parodontose führen, kurz: "Es gibt nichts, was durch das Rauchen nicht geschädigt werden kann."

Erschreckenderweise gilt das gleiche für die Passivraucher: Sie können an den gleichen Krankheiten sterben wie die Raucher. Nichtraucher sind dem Qualm am Arbeitsplatz, in der Freizeit, beispielsweise in Restaurants und nicht zuletzt Zuhause ausgesetzt: "Je mehr Zigaretten Ihr Lebenspartner raucht, umso größer ist Ihr Risiko, beispielsweise an koronarer Herzkrankheit zu erkranken. Bei mehr als 19 Zigaretten am Tag steigt hier das Risiko für den Passivraucher um 30 Prozent", so Drings... ...mehr im RNZ E-Paper

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung