26.07.2007

Neue Gedankenspiele für die Zukunft des OEG-Bahnhofs

Neue Gedankenspiele für die Zukunft des OEG-Bahnhofs(nip) Am Ende gab’s ein Lob sogar von Ehrenbürger Peter Hartmann, und FDP-Stadtrat Marc Gnädinger strahlte. Das von FDP-Mitglied Peter Hemberger vorgelegte Konzept zum Umbau des OEG-Bahnhofs brachte wenigstens neue Denkanstöße in die aktuelle Diskussion. "Unser Konzept wird nicht eins zu eins umsetzbar sein", erklärte Gnädinger zu Beginn der Präsentation im Hotel "Zur Pfalz". Doch es gab einige Überraschungen, die teilweise beim Publikum gar nicht schlecht ankamen.

FDP-Mitglied Peter Hemberger (Bild unten links) hat eine Variante für den neuen OEG-Bahnhof geplant, die zwar keinen Anspruch auf Umsetzung bis ins Detail erhebt und wohl auch nicht wirklich realisierbar ist. Aber es ist ein neuer Denkansatz aus der Mitte der Bürgerschaft heraus. Hemberger plant zum Beispiel eine Verlängerung der Passein bis zur B3 (Bild oben links). Foto: vaf/Pläne: Hemberger

Im Gegenteil: "Das ist eine echte Alternative, denn die RNV-Vorschläge sind inakzeptabel", sagte beispielsweise Adrian Ahlers. Und dass Hemberger die geplante Bushalle nicht quer, sondern längs stellte, stieß auf besondere Zustimmung. "So bleibt die Sichtachse zur Stadt und zur Burg erhalten", erklärte er. Die Debatte über die Zukunft des Bahnhofs werde Schriesheim noch eine ganze Weile begleiten, so Gnädinger. Schon wegen der Auswirkungen auf das Stadtbild.

Wenn es nach der RNV geht, soll eine Standort-Entscheidung bereits im September im Gemeinderat fallen. Das geht "Pfalz"-Wirt Jürgen Opfermann alles viel zu schnell: "Warum lässt sich die Stadt zu so einer raschen Entscheidung drängen?", fragte er sich, ob sich Schriesheim hier nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Was mit dem 20 000 Quadratmeter großen "Filetstück" der OEG passiere, sei doch das Hauptthema. "Es gibt keine Planung aus einem Guss", bestätigte Gnädinger. Opfermann bedauerte, dass im Arbeitskreis, der gestern seine Arbeit aufnahm, neben dem Stadträten kein betroffener Bürger vertreten sei.

Was will die FDP nun anders machen? Einmal bezieht Hemberger das Forschner-Areal mit in seine Planung ein, will dort eine städtebaulich attraktiv gestaltete Bushalle mit einem OEG-Servicezentrum verknüpfen, wo Fahrkartenverkauf und Toiletten untergebracht sind. Möglich wäre beispielsweise auch eine Außenbewirtschaftung. Durch die stärkere Frequentierung an dieser Stelle will die FDP Vandalismus eindämmen. Der Bahnhof selbst wird also weiter nach Norden verlagert, was Innenstadt und Schulzentrum auf noch kürzeren Wegen erreichbar machen würde. Die Unterführung soll erhalten werden und der Bahnhof zu vier Seiten offen sein und viel Grün aufweisen. Die Busse sollen im Bereich der heutigen Buszufahrt ein- und ausfahren.

Eine "Park-and-ride"-Anlage könnte neben rund 100 Fahrradstellplätzen dort entstehen, wo derzeit der Raiffeisenmarkt angesiedelt ist. Nach Hembergers Modell müsste er also verlegt werden. Die Volksbank als Eigentümerin des Grundstücks und des Gebäudes hat sich überhaupt nicht festgelegt in dieser Frage und beteiligt sich auch an keinen Diskussionen darüber. Die schwierige Parksituation in der Schillerstraße würde durch die "Park-and-ride"-Stellplätze entlastet. Interessant fanden viele die Idee, dass Hemberger die Passein bis zur B 3 durchziehen und mit einem Kreisel anbinden will. Der Kreisel stieß auf Kritik: "Auf der B 3 ist dafür kein Platz", wandte ein Bürger ein. Auch könnte die Ampel nicht wegfallen, da alle Bahnübergänge des zweigleisigen Ausbaus beschrankt werden. Ein Fußgängersteg ist eingeplant, der gleichzeitig das Reservebaugebiet im Süden der Stadt anbinden würde. Eine Tiefgarage und eine Haltebucht mit Tafeln zur Stadtinformation sind weitere Bestandteile der FDP-Pläne. "Das alles sind interessante Denkanstöße – auch für Teilbereiche", resümierte Gnädinger.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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