13.04.2008

SPD wird grünes Licht geben für zweigleisigen OEG-Ausbau

Schriesheim. (cab) Die SPD wird dem zweigleisigen Ausbau der OEG zwischen Schriesheim und Weinheim am Mittwoch im Gemeinderat zustimmen: "Wir sollten ein deutliches Signal geben, dass wir den Ausbau wollen, und zwar jetzt", sagte SPD-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Krieger gestern im RNZ-Gespräch.

"Dieses Projekt ist eine historische Chance", betonte er. Denn auch wenn Schriesheim rund 1,5 Millionen Euro zu dem 60-Millionen-Euro-Projekt wird beitragen müssen: "So günstig bekommen wir den Ausbau nie wieder", so Krieger, der für die SPD auch im Kreistag sitzt.

Dieser habe am Dienstag einstimmig grünes Licht gegeben für den zweigleisigen Ausbau und eine tragfähige Finanzierung beschlossen. Jetzt liege es an den Bergstraßen-Gemeinden entlang der Trasse, die Weichen zu stellen, damit das Projekt bald auf die Schiene komme, sagte der SPD-Fraktionschef. Geschehe das schnell, so könne es noch dieses Jahr mit dem Planfeststellungsverfahren weitergehen und der Baustart für das Ende des kommenden Jahres angepeilt werden, skizzierte Krieger die zeitliche Perspektive und rechnete die Finanzierung vor.

Von den knapp 60 Millionen Euro Kosten würden 40 Millionen vom Bund bezuschusst. Von den restlichen 17,6 Millionen Euro trage 30 Prozent, nämlich 5,3 Millionen Euro, die Stadt Heidelberg. Der Rhein-Neckar-Kreis selbst muss die übrigen 12,3 Millionen Euro aufbringen. 50 Prozent davon werden vom Kreis selbst bezahlt, 50 Prozent von den Gemeinden entlang der Ausbaustrecke.

Diese Finanzierungsstruktur decke sich mit den Bedingungen, die Schriesheim im Jahr 2003 mit dem Projekt verknüpft habe, so Krieger. Insofern versteht er auch nicht, dass FW-Ortsverbandschef und Stadtrat Heinz Kimmel kürzlich öffentlich eine Ablehnung des zweigleisigen Ausbaus wegen zu hoher Kosten empfahl: "Die Argumentation ist falsch. Wir bekommen für 1,5 Millionen Euro moderne Betriebsabläufe, die Vorteile der Taktverdichtung und einen neuen Bahnhof, denn dessen Kosten sind in der Gesamtkalkulation der 60 Millionen Euro enthalten." Schriesheim müsse seinen Anteil voraussichtlich über drei Haushaltsjahre schultern: "Das ist schon ein Brocken, aber er ist ohne Alternative". Über die Streckenlänge auf der Gemarkung sowie Bevölkerungsdaten werden die Kostenanteile der Kommunen ermittelt. So müsse Dossenheim rund 276000 Euro aufbringen, Hirschberg 1,3 Millionen und Weinheim 3,1 Millionen Euro, sagte Krieger, für den auch ökologische und konzeptionelle Gründe für das zweite Gleis sprechen: Die Fahrzeiten würden kürzer, die Züge pünktlicher und zudem besser ausgelastet. Die Bahnhöfe würden behindertengerecht ausgebaut. Ein schnellerer Schienenverkehr sei schließlich auch ein Plus für die Gemeinde als Wirtschaftsstandort.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung