13.03.2009

„Das ist eines der schlechtesten Jahre"

Schriesheim. (sk) Nach zwei Ruhetagen starten auch der Krammarkt heute in das zweite Mathaisemarkt-Wochenende. Vorher machte die RNZ bei einigen Händlern die Runde und bat sie um eine vorläufige Zwischenbilanz. "Es ist gut gelaufen, ich bin zufrieden", erklärt Alexandra Fischer, die in der Bismarckstraße Schmuck und Spielsachen verkauft und in diesem Jahr zum vierten Mal beim Mathaisemarkt dabei ist. Mit dieser Meinung steht sie übrigens alleine: Für alle anderen befragten Händler blieben die Umsätze bislang unter ihren Erwartungen.

So auch bei dem Ehepaar Bamberger, das neben Fischers Stand Socken und Strümpfe anbietet: "Wir sind seit 25 Jahren dabei, und das ist eines der schlechtesten Jahre", sagt Manfred Bamberger. Viel sei in seinem Geschäft wetterabhängig, er habe aber auch beobachtet, dass die Leute immer weniger Geld ausgeben. Schon am Nachmittag haben die Stände entlang der Talstraße dicht gemacht. Ab 16 Uhr schließen sich nach und nach die übrigen Händler an. Gegen 18 Uhr brennt auch in der Friedrichstraße nur noch in einem der Zelte Licht. Hier verkauft Mohammed Adnan, der seit 37 Jahren Marktverkäufer ist, seine Taschen und Gürtel. "Ich will die Öffnungszeiten einhalten. Das muss seine Ordnung haben", erklärt er, auch wenn seine Tagesbilanz ernüchternd ist: "Heute war gar nichts los." Vielleicht, so hofft er, schaut ja noch ein Kunde vorbei, kauft oder informiert sich wenigstens über das Angebot. "Es war bisher nicht das schlechteste Jahr, aber auch nicht das beste", ist Michael Sulzbachers Fazit. Der Inhaber des "Tiroler Bauernstands" wagt aber für das Wochenende eine positive Prognose: "Das Wetter soll besser werden."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung